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Weltbiodiversitätsrat warnt

Verlust der Artenvielfalt hat weitreichende Konsequenzen

Sei kein Frosch: Reptilien und Amphibien haben es besonders schwer, sich neue Lebensräume zu erschließen, so die Forscher der Studie. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Die biologische Vielfalt geht in allen Regionen der Welt zurück, so das Fazit der Konferenz des Weltbiodiversitätsrats. Diese Entwicklung gefährdet die gesamte Umwelt, infolge auch Wirtschaft, Ernährungssicherheit und die Lebensqualität der Menschen.

01.04.2018 – Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) tagte in der letzten Woche im kolumbianischen Medellín: Nach einem ersten Bericht 2016 über Bestäuber und ihre Lebensräume hat der Rat im neuen Bericht nun auch das Thema Landdegradation und -wiederherstellung unter die Lupe genommen sowie vier neue regionale Bewertungen veröffentlicht – Nord- und Südamerika, Asien-Pazifik, Afrika, Europa und Zentralasien.

Die Experten warnen: Die beunruhigenden Ergebnisse sollten Regierungen und Politiker als Weckruf und Aufforderung zum schnellen Handeln verstehen. Das Problem betreffe alle Bereiche der Politik, kommentierte Bundesumweltministerin Svenja Schulze den Bericht. „Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage. Wir wissen längst noch nicht alles über die Ursachen des Artensterbens. Aber wir wissen heute bereits genug, um gegensteuern zu können“, so Schulze. Eine wesentliche Ursache sieht sie im Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. „Deshalb wollen wir unter anderem den Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft in dieser Legislaturperiode beenden und grundsätzlich zu einem restriktiveren Umgang mit Pestiziden kommen“, verspricht die Ministerin und bezieht sich dabei direkt auf die Ergebnisse des IPBES.

Demnach ist Hauptursache für den Rückgang der Biodiversität in Europa insbesondere die zunehmende Intensität der konventionellen Land- und Forstwirtschaft. Europa fördere zwar die Erträge der Landwirtschaft, aber das gehe auf Kosten anderer Leistungen der Natur – wie etwa Bestäubung oder Bodenbildung. Insgesamt verbrauche Europa mehr natürliche Ressourcen als es reproduzieren könne. In der Europäischen Union weisen laut Bericht 27 Prozent der bewerteten Arten und 66 Prozent der Lebensraumtypen einen „ungünstigen Erhaltungszustand“ auf. Bei 42 Prozent der bekannten Tier- und Pflanzenarten an Land sei im vergangenen Jahrzehnt die Populationsgröße messbar zurückgegangen.

Der Bericht macht deutlich, dass der Verlust der Natur zudem die Ökonomie weltweit bedrohe und damit viele Millionen Menschen; vor allem in Afrika und Asien seien sie oft ganz direkt auf funktionierende Ökosysteme angewiesen um ihr Überleben mit Nahrung und Wasserversorgung sicherzustellen. Die Zerstörung von Lebensraum durch den Bau von Städten und Straßen, Umweltverschmutzung und fortschreitender Klimawandel setzen der Natur zunehmend zu.

Auch eine Studie der Umweltstiftung WWF bestätigte gerade erst mit beunruhigenden Prognosen, dass der Klimawandel weltweit zahlreiche Pflanzen- und Tierarten massiv bedrohe und demnach bis zu 50 Prozent der Arten weltweit verschwinde könnten, wenn wir wie bislang weiter machen und die CO2-Emissionen nicht massiv reduzieren. Diese Prognose bewerten andere Experten zwar kritisch, da Ökosysteme so viele Wechselwirkungen haben und man nicht so genaue Zahlen prognostizieren könne – das bedeute aber keine Entwarnung. Denn würde es doch so kommen, hätte das sehr weitreichende, dramatische Folgen. na


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