TTIP und CETA bedrohen nachhaltige Wassernutzung

Die kleine Möwe weiß es nicht, aber rund ein Drittel aller Seen sind in einem schlechten ökologischen Zustand. (Foto: Nicole Allé)
Die kleine Möwe weiß es nicht, aber rund ein Drittel aller Seen sind in einem schlechten ökologischen Zustand. (Foto: Nicole Allé)

Zum Weltwassertag gingen Vertreter von NGOs und Bürgerinitiativen gestern auf die Straße, um ein Verbot der Kommerzialisierung von Wasser sowie den Ausschluss von Wasser aus den TTIP-Verhandlungen einzufordern. Konzerne greifen nach der Ware Wasser.

23.03.2015 – Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht: Unter dem Motto des diesjährigen Weltwassertages „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ protestierten Bürger und Verbände auch gestern wieder gegen eine Privatisierung von Wasser durch Großkonzerne. Das Menschenrecht auf Wasser und Möglichkeiten gegen eine Kommerzialisierung von Wasser würden von Freihandelsabkommen wie TTIP oder Ceta weiter ausgehebelt.

„Bei der Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen kommt der öffentlich organisierten Wasserwirtschaft eine wichtige Rolle zu, denn sie ist am Gemeinwohl orientiert. Die öffentlichen Strukturen in der Wasserwirtschaft sollten deutlicher als bisher auch weltweit unterstützt werden“, mahnt Christa Hecht, Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW). „Unternehmen der Daseinsvorsorge, zu denen die Wasserversorgung gehört, müssen nachhaltig geführt werden“, ergänzt Wolfgang Rebel, Sprecher des Berliner Wassertisches. „Ihr größter Feind ist das kurzfristige Profitdenken kommerzieller Unternehmen. Alle Formen der Privatisierung müssen effektiv verhindert werden. Es bedarf einer demokratischen Verwaltung für die Gewährleistung des Grundrechts auf Wasser.“

Weltweit gibt es bereits viele Interessenkonflikte in Verbindung mit Wasser, Tendenz steigend, Klimaerwärmung und damit massive Veränderungen im Wasserkreislauf werden das Thema verschärfen. Nicht nur in Entwicklungsländern des globalen Südens herrscht häufig Wassermangel, auch in Kalifornien bspw. gibt es extreme Trockenperioden und die Zukunftsaussichten sind laut Klimaexperten besorgniserregend.

Nicht nur Wasserknappheit und -kosten, sondern auch -qualität ist ein zunehmend wichtiges Thema, auch in Europa. Berlin etwa ist derzeit von den Folgeschäden des Kohleabbaus in der Lausitz bedroht, denn Eisenhydroxid und Sulfate verunreinigen die Spree und erreichen bereits Berlin, das Trinkwasser ist gefährdet – eine Klärung des Wassers wird enorm teuer und die Berliner noch viel kosten, die Wasserqualität könnte erneut sinken. Gesunde Flussökosysteme und die sozialverträgliche Nutzung natürlicher Wasserressourcen werden auch durch einen neuen Staudammboom bedroht. Weltweit sind derzeit über 3.000 neue große Staudammprojekte geplant, die Mehrzahl in Entwicklungs- und Schwellenländern. Unternehmen und Finanzinstitute aus den Industrienationen sind häufig daran beteiligt. na

   

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Redaktion Energiezukunft

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