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Europäischer und nationaler Emissionshandel21 Milliarden Euro fließen in den Klima- und Transformationsfonds

Fabrikgebäude mit Schornsteinen aus denen Rauch aufsteigt, im Vordergrund ein Windrad
Zuviel Emissionen in Deutschland und Europa: Die Erlöse aus dem europäischen und nationalen Emissionshandelfließen in Deutschland in den Klima- und Transformationsfonds. (Foto: Tim van der Kuip on Unsplash License)

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel lagen 2025 in Deutschland bei rund 21,4 Milliarden Euro und fließen in den Klima- und Transformationsfonds. Der Emissionshandel bewährt sich laut Umweltbundesamt damit als Motor der Energiewende.

09.01.2026 – Mit 21,4 Milliarden Euro lagen die Erlöse im Jahr 2025 in Deutschland aus den beiden zentralen marktwirtschaftlichen Klimaschutzinstrumenten, dem europäischen und nationalen Emissionshandel,damit deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (18,5 Milliarden Euro) – das berichtet die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA). Die Erlöse fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der als Finanzierungsinstrument einen zentralen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele Deutschlands leiste, so das UBA.

„Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt. In Kombination mit weiteren wirkungsvollen Maßnahmen setzt die CO2 -Bepreisung entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft“, sagt ⁠UBA -Präsident Dirk Messner. „Dabei spielen die Einnahmen aus dem Emissionshandel eine unerlässliche Rolle: Sie fließen in Programme zum ⁠Klimaschutz, wie zum Beispiel in die energetische Gebäudesanierung, in die Dekarbonisierung der Industrie sowie in den Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur. Auf diese Weise schafft der Emissionshandel den notwendigen Dreiklang aus ambitioniertem Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.“ Diese Grundsätze müssten in den kommenden Verhandlungen zur Reform der europäischen Klimaschutzpolitik für den Zeitraum bis 2040 und auch mit Blick auf die deutsche Klimapolitik konsequent berücksichtigt werden, fordert Messner.

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Deutschland hat sein Jahresemissionsziel 2025 erreicht. Also alles gut? Eher nicht! Zwar geht es im Energiesektor voran, aber Gebäude und Verkehr verfehlen ihre Ziele. Und die Industrieemissionen sinken nicht wegen grüner Technologien.

Der Europäische Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) umfasst die Treibhausgasemissionen aus Energie- und energieintensiven Industrieanlagen, des innereuropäischen Luftverkehrs sowie des Seeverkehrs. Im EU-ETS 1 wurden im Jahr 2025 Auktionserlöse von rund 5,4 Milliarden Euro erzielt. Damit lagen die Einnahmen leicht unter dem Vorjahresniveau (2024: 5,5 Milliarden Euro).

Dagegen stiegen dieEinnahmen aus der CO2 -Bepreisung im nationalen Emissionshandel (nEHS) für Wärme und Verkehr gegenüber dem Vorjahr deutlich an, berichtet das UBA. Im nEHS lagen demnach die Einnahmen im Jahr 2025 bei rund 16 Milliarden Euro und damit rund 23 Prozent über dem Vorjahreswert (2024: 13 Milliarden Euro). Die Gesamteinnahmen stiegen entsprechend gegenüber dem Vorjahr spürbar an.

EU-ETS 1: EUA-Preisanstieg und geringere Auktionsmengen im Vergleich zu 2024

Im EU-ETS 1 wird die Menge der zugeteilten Emissionsberechtigungen (EUA) jährlich reduziert, um die Emissionen schrittweise immer stärker zu begrenzen, erläutert das Umweltbundesamt. Auch im Jahr 2025 wurde die Versteigerungsmenge weiter gekürzt. Hier spiegele sich die europäische Reform zur Stärkung des Emissionshandels aus dem Jahr 2023 wider. Konkret sank laut UBA die Zahl der versteigerten EUA für Deutschland im Jahr 2025 auf 73,5 Millionen (2024: 85 Millionen). Die Auktionen werden an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im Auftrag des UBA durchgeführt.

Durch die Marktpreisentwicklungen erhöhte sich gleichzeitig der durchschnittliche EUA-Auktionspreis: Dieser lag 2025 mit rund 74 (73,86) Euro oberhalb des Vorjahreswertes (2024: 65 Euro). Das Preisniveau im EU-ETS 1 war damit 2025 weiterhin deutlich höher als im nEHS (55 Euro).

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nEHS: Preisanstieg und konstante Verkaufsmengen

Ergänzend zum EU-ETS 1 startete 2021 in Deutschland der nEHS für Wärme und Verkehr. Bis 2022 waren zunächst nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas Teil des nEHS. Ab 2023 kamen alle weiteren Brennstoffe, darunter auch Kohle, dazu. Seit 2024 sind auch die CO2 -Emissionen von Abfallverbrennungsanlagen erfasst.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 277 Millionen nEHS-Zertifikate (nEZ) zu einem Festpreis von 55 Euro pro nEZ im Gesamtwert von über 15,2 Milliarden Euro an der EEX im Auftrag des UBA verkauft. Weitere rund 17 Millionen nEZ wurden im Rahmen der begrenzten Nachkaufmöglichkeit von nEHS-Zertifikaten zum Festpreis des Vorjahres (45 Euro pro nEZ) veräußert – dies entspricht Erlösen von rund 770 Millionen Euro. Die Gesamteinnahmen des nEHS aus dem Verkauf der insgesamt rund 294 Millionen nEZ beliefen sich damit im Jahr 2025 auf rund 16 Milliarden Euro.

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Neuer Preiskorridor für Emissionszertifikate ab 2026

Infolge des nahezu unveränderten Umfangs veräußerter nEHS-Zertifikate im Jahr 2025 und des von 45 auf 55 Euro gestiegenen Festpreises konnten laut UBA-Bericht deutlich höhere Einnahmen verzeichnet werden (2024: 295 Millionen nEZ mit den Jahreskennungen 2024 und 2023 im Gesamtwert von rund 13 Milliarden Euro). 2026 werden nEZ erstmals in einem Preiskorridor mit einem Mindestpreis von 55 Euro und einem Höchstpreis von 65 Euro versteigert. Ab 2028 wird der nEHS durch den bereits 2023 beschlossenen Europäischen Emissionshandel für Brennstoffe (EU-ETS 2) größtenteils abgelöst werden.

„Die umfangreichen Verkaufsmengen im nEHS spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele deutlich zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrsbereich wider. Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm“, sagt Christoph Kühleis, kommissarischer Leiter des Fachbereichs „Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle“ im UBA. „Der EU-ETS 2 hat das Potenzial, sich hier zum Taktgeber einer europäischen Modernisierungsagenda zu entwickeln. Denn er steigert die Wirtschaftlichkeit klimaschonender Technologien und schafft gleichzeitig über die Versteigerungserlöse den Spielraum für eine gezielte soziale Flankierung.“

Weitere Informationen zum Klima- und Transformationsfonds
Weitere Informationen zur Versteigerung im EU-ETS 1

 

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