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50 deutsche Konzerne fordern Kohleausstieg

Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem im Rheinischen Revier verursachte 2015 mit einem CO2-Ausstoß von 27,3 Mio. Tonnen die dritthöchsten Treibhausgasemissionen aller Kraftwerke in Europa. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0</a>)
Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem im Rheinischen Revier verursachte 2015 mit einem CO2-Ausstoß von 27,3 Mio. Tonnen die dritthöchsten Treibhausgasemissionen aller Kraftwerke in Europa. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Während sich die Jamaika-Verhandler in Klima- und Energiefragen nicht einigen können, drängt ein breites Bündnis aus 50 Firmen auf einen Kohleausstieg. Darunter sind Schwergewichte wie Siemens, Telekom, Adidas, SAP, Aldi Süd, Metro und EnBW.

08.11.2017 – „Wir sind bereit, unseren Anteil am Klimaschutz zu leisten“, versprechen die Unternehmen in ihrer Erklärung, die energiezukunft vorliegt. Sie fordern von der nächsten Bundesregierung einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien, zusätzliche Anstrengungen bei der Energieeffizienz und der Gebäudesanierung sowie einen Kohleausstieg: „Unverzichtbar ist ein verlässlicher und sozialverträglicher Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung“, heißt es in dem Papier. Ein wirksamer CO2-Preis solle hierbei eine möglichst zentrale Rolle spielen.

Die Erklärung soll am Mittwoch öffentlich gemacht und als Anzeige in Tageszeitungen verbreitet werden. Das große Bündnis aus der Wirtschaft greift mit den Forderungen in die Verhandlungen um eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen ein – und stellt sich auf die Seite der Grünen. Bislang hatten vor allem die FDP aber CDU und CSU mehr Klimaschutz und Erneuerbare Energien verhindert.

Widerspruch zur FDP

Nun sagt eben diese Wirtschaft: Wir brauchen mehr Klimaschutz, wir brauchen Investitionen in innovative, emissionsarme Technologien und sollten die damit einhergehenden großen wirtschaftlichen Chancen nicht verpassen. Ausdrücklich fordern die Unternehmen die Einhaltung der deutschen Klimaziele für 2020 und 2030. Damit stellen sie sich gegen FDP-Chef Christian Lindner, der diese Ziele zuletzt in Frage gestellt hatte. Als eine weitere Maßnahme spricht sich das Bündnis für „den konsequenten Einstieg in die Verkehrswende“ aus, samt klimafreundlicher Mobilitätsstrategie für Deutschland, mehr Schienen- und kommunalen Nahverkehr sowie Elektromobilität.

Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören einige der bekanntesten und größten Unternehmen Deutschlands: Siemens, die Deutsche Telekom, SAP, Adidas, Puma, Aldi Süd, Otto, Deutsche Börse, der Baukonzern Hochtief, Metro und der Energiekonzern EnBW. Angestoßen wurde die Initiative von der Stiftung 2°, die von Teilen der Unterstützer getragen wird, sowie dem nachhaltigen Wirtschaftsverband BAUM und der Umweltorganisation Germanwatch. Neben den Konzernen sind auch nachhaltige Unternehmen wie NATURSTROM, die Triodos Bank oder Alnatura mit an Bord.

Vorreiterrolle statt alter Strukturen

Den großen Unternehmen dürfte es bei ihren Forderungen vor allem um Investitions- und Planungssicherheit gehen. Sie wissen, dass der internationale Klimaschutz, emissionsarme Technologien und grüne Geschäftsmodelle kaum aufzuhalten sind und sehen die wirtschaftlichen Chancen für die deutsche Wirtschaft. Viele dürften zudem negative Konsequenzen eines heftigen Klimawandels auf die Finanzmärkte und eine drohende Kohlenstoffblase fürchten.

Mit ihrem starken Signal stellen sich die 50 Unternehmen gegen die Industrieverbände BDI und DIHK, die zuletzt vor zu viel Klimaschutz gewarnt hatten. Sie wollen die alten Strukturen mit hohen Subventionen für die fossile Industrie um jeden Preis bewahren. cw


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