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60 Milliarden für Import fossiler Brennstoffe

Das sogenannte charakteristische Abfackeln von brennbaren gasförmigen Abgasen lässt sich häufig über Ölraffinerien und Fördertürmen beobachten. Das Abfackeln dieser freien Gase gilt als eine der Ursachen für die globale Erwärmung. (Foto: <a href=
Das sogenannte charakteristische Abfackeln von brennbaren gasförmigen Abgasen lässt sich häufig über Ölraffinerien und Fördertürmen beobachten. Das Abfackeln dieser freien Gase gilt als eine der Ursachen für die globale Erwärmung. (Foto: Dirk Ingo Franke / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Deutschland gibt auch weiterhin große Summen für Öl-, Kohle- und Gasimporte aus, trotz des stetigen Ausbaus Erneuerbarer Energien. Investitionen in Solarenergie, Windkraft und Biomasse schlugen 2015 lediglich mit rund 24 Milliarden Euro zu Buche.

27.01.2017 – Weltweit haben Staaten 2015 rund 1,7 Billionen Euro für die Importe von fossilen Energieträgern ausgegeben. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer aktuelle Publikation der Agentur für Erneuerbare Energie (AEE), die auf Daten der World Trade Organization (WTO) basiert. Trotz stetig zunehmender Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien wendet Deutschland jedes Jahr rund 60 Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe auf, was etwa sechs Prozent der Gesamtimporte entspricht. Mit steigenden Öl- und Gaspreisen könnte dieser Wert in den nächsten Jahren noch weiter wachsen.

Dabei machen die Ölimporte jährlich mehr als 32 Milliarden Euro aus, Erdgas immerhin knapp 28 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamte EU verbucht täglich Ausgaben in Höhe von einer Milliarde Euro für den Import von fossilen Brennstoffen, Deutschlands Anteil daran beträgt damit rund 16 Prozent.

Durch Investitionen im Bereich der Erneuerbaren konnten in Deutschland allein in 2015 die Einkäufe von fossilen Energieträgern aus dem Ausland um rund 8 Milliarden Euro gesenkt werden. Vielen Befürwortern der Energiewende geht diese Entwicklung jedoch nicht weit genug. 100 Prozent Ökostrom für Deutschland bis 2030 – das fordert unter anderem der Präsident der Energy Watch Group, Hans-Josef Fell. Dass dieses Ziel durchaus erreichbar ist konnten bereits mehrere Studien erfolgreich demonstrieren.

Erneuerbare nicht teurer als Öl und Gas

„Die Gesamtkosten für den Bau, den Erhalt und die Finanzierung für eine auf 100 % erneuerbaren Energien basierende Strom- und Wärmeversorgung Deutschlands sind nicht höher als die Kosten, die heute für die Versorgung (Bau, Erhalt, Brennstoffkosten und Finanzierung) mit Strom und Wärme verwendet werden.“, so Forscher des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).

Das gängige Argument, es sei zu teuer das System vollständig umzubauen wird dadurch entkräftet. Durch die Energiewende könnte Deutschland demnach viele Milliarden Euro jährlich einsparen und so den Haushalt entlasten. Nur wenn der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrsbereich ausgebaut werde könne sich Deutschland von den wirtschaftlichen und ökologischen Belastungen fossiler Energien lösen, so der Geschäftsführer der AEE Philipp Vohrer.

Fossile Energieträger belasten Volkswirtschaften

Besonders belastend ist die Finanzierung von konventionellen Energieträgern für Schwellenländer wie Pakistan oder Indien. Rund ein Fünftel ihrer Importausgaben investieren beide Staaten in ausländische Kohle, Gas und Öl. Dies belastet die Volkswirtschaften der aufstrebenden Länder schwer und bremst mittelfristig auch die Entwicklung der Erneuerbaren.

Dabei ist eine eigenständigere Energieversorgung für alle Schwellen- und Entwicklungsländer von großem Vorteil, da eine geringere Abhängigkeit von Importen anderer Länder zu mehr Selbstbestimmung und wirtschaftlichem Wachstum beitragen kann. bm


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