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Abriss britischer Öl-Plattformen wird für Steuerzahler teuer

Der Abriss alter Bohrplattformen in der britischen Nordsee wird in den nächsten Jahrzehnten bis zu 120 Milliarden Euro verschlingen. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/23024164@N06/6695336109" target="_blank">Damian Gadal / flickr.com</a>, <a
Der Abriss alter Bohrplattformen in der britischen Nordsee wird in den nächsten Jahrzehnten bis zu 120 Milliarden Euro verschlingen. (Foto: Damian Gadal / flickr.com, CC BY 2.0)

Der Rückbau alter Bohrplattformen in der Nordsee wird Großbritannien bis zu 120 Milliarden Euro kosten. Dank der Lobbyarbeit von Öl- und Gaskonzernen müssen dafür vor allem die britischen Steuerzahlen aufkommen, zeigt ein Bericht von InfluenceMap.

03.03.2017 – Im britischen Teil der Nordsee müssen in den nächsten Jahrzehnten hunderte stillgelegte Bohrplattformen abgerissen und Ölquellen geschlossen werden. Dafür ist nicht nur der Rückbau der teilweise über 300 Meter hohen Stahlkonstruktionen erforderlich, auch müssen etliche stark verschmutzte und verseuchte Pipelines geborgen werden. Eine gigantische Herausforderung, die den Briten nach dem Ende der goldenen Förder-Zeiten in der Nordsee nun erheblich Kopfzerbrechen bereitet, berichtet die Tagesschau.

Ähnlich wie bei der Folgekosten-Abschätzung der Kernenergie, scheiden sich auch bei der Bezifferung entstehender Kosten des Rückbaus von Bohrplattformen die Geister. So geht die Unternehmensberatung „Wood Mackenzie“ davon aus, dass in Großbritannien in den nächsten 40 Jahren umgerechnet etwa 70 Milliarden Euro anfallen werden, von denen die Steuerzahler rund die Hälfte tragen müssen. Die größte Gewerkschaft Großbritanniens „GMB“ beziffert die Gesamtkosten jedoch mit knapp 120 Milliarden Euro, wovon etwa dreiviertel durch Steuergelder gedeckt werden sollen.

Steuererleichterungen durch Lobbyarbeit

In den vergangenen Monaten und Jahren haben die großen Öl- und Gaskonzerne daher eine massive Lobbyarbeit gestartet, zeigt nun ein Bericht der britischen NGO „InfluenceMap“. Darin wird deutlich, dass die Unternehmen und Branchenverbände sich nicht nur für Steuererleichterungen, sondern auch für staatliche Hilfen für einen Ausstieg aus der Erdölförderung eingesetzt haben. Unterstützt wurden die Lobbyisten bei Ihren Belangen von unterschiedlichen Beratungsunternehmen.

Die Öl- und Gaskonzerne argumentierten damit, dass sie aufgrund eines niedrigen Ölpreises und den schlechten Förderbedingungen die hohen finanziellen Aufwendungen für den Abriss der Plattformen nicht ohne entsprechende Steuererleichterungen stemmen könnten. Drohende Verluste vieler Arbeitsplätze brachten die Firmen dabei ebenfalls ins Spiel. Daraufhin wurde nicht nur die einst 50-prozentige Umsatzsteuer komplett abgeschafft, sondern auch viele andere Abgaben immer mehr gekürzt.

Trotz weiterhin hoher Gewinne der Öl- und Gasunternehmen bewilligte die britische Regierung außerdem hohe staatliche Beihilfen für den Rückbau, zeigen die Recherchen von „InfluenceMap“. Das Verursacherprinzip wurde damit gewissermaßen ausgehebelt. jk


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