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Deepwater Horizon – Höhe der Entschädigung steht fest

Die in Brand geratene Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. (Bild: Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deepwater_Horizon_offshore_drilling_unit_on_fire_2010.jpg)
Die in Brand geratene Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. (Bild: Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deepwater_Horizon_offshore_drilling_unit_on_fire_2010.jpg)

Fünf Jahre ist es her, dass die Ölplattform Deepwater Horizon unterging. Elf Menschen starben, Millionen Barrel Erdöl breiteten sich als Ölteppich im Meer aus. Nun hat BP mit der US-Regierung eine Einigung über die genaue Höhe der Entschädigung erzielt.

16.07.2015 – Fünf Jahre nach der Katastrophe der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko, bei der riesige Ölmengen ins Meer gelangten und elf Arbeiter starben, hat sich BP mit der US-amerikanischen Regierung und fünf betroffenen Bundesstaaten auf 18,7 Milliarden US-Dollar Entschädigung geeinigt. Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas, allesamt an der Küste liegend und deswegen direkt von der Ölkatastrophe betroffen, hatten ebenfalls Schadensersatz geltend gemacht, da zahlreiche Menschen und ganze Branchen wie beispielsweise Fischerei und Tourismus sehr stark unter der Ölpest leiden und große finanzielle Einbußen hinnehmen mussten.

Im Einzelnen gliedert sich der Betrag wie folgt auf: 5,5 Milliarden US-Dollar muss der Ölkonzern in einem Zeitraum von 15 Jahren im Rahmen des Clean Water Act, einem Gesetz zum Schutz von Gewässern, an die USA abtreten. 7,1 Milliarden Euro wird BP innerhalb von 15 Jahren an die US-Regierung und die fünf US-Küstenstaaten zahlen, um die Schäden, die im Ökosystem entstanden sind, zu kompensieren. 232 Millionen US-Dollar muss das Unternehmen zusätzlich zur Seite legen –sie sind für den möglicher Ausgleich ökologischer Schäden gedacht, die zum Zeitpunkt der Vereinbarung noch unbekannt waren. 4,9 Milliarden US-Dollar sollen im Laufe von 18 Jahren an die fünf US-Bundesstaaten gehen, um wirtschaftliche Einbußen zu kompensieren. Eine Milliarde US-Dollar fließt zudem an rund 400 lokale Regierungsbehörden, die ebenfalls Ansprüche geltend gemacht haben.  

Bob Dudley, Chief Executive bei BP, sprach von einer „vernünftige Lösung, die Klarheit und Sicherheit für alle Beteiligten ermöglicht“. BP-Finanzvorstand Brian Gilvary zeigte sich erleichtert, die Zahlungen über viele Jahre strecken zu können. Die Investoren des Ölkonzerns reagierten gelassen, der Kurs stieg. Offenbar waren sie im Vorfeld von Schlimmerem ausgegangen. BP hatte vor drei Jahren erklärt, man wolle 15 Milliarden US-Dollar Entschädigung bereitstellen, die Regierung hingegen wollte mindestens 25 Milliarden. Analysten der Energiewirtschaft äußerten sich positiv. Die Vereinbarung gebe BP Klarheit, meinten auch sie.

Viele Umweltorganisationen zeigten sich enttäuscht. Sie hatten gehofft, BP würde höheren Schadensersatz zahlen müssen. „Das Gericht hätte BP nicht davonkommen lassen dürfen, ohne uns Amerikanern wirklich all das zu kompensieren, was verloren gegangen ist. Diese zuvorkommende Vereinbarung sendet falsche Signale an BP und an andere Konzerne, die in unseren Meeren nach Öl bohren“, erklärte Jacqueline Savitz, US-Vizepräsidentin der Umweltschutzorganisation Oceana.

Tausende Meerstiere waren nach der Katastrophe mit Öl verklebt und sind verendet. Die US-Regierung schätzt, dass etwa fünf Millionen Barrel Erdöl aufgrund des Bohrinselunfalls ins Meer gelangt sind. Ein Team von US-Wissenschaftlern um David. L. Valentine arbeitete daran, das Ausmaß der Katastrophe zu erkunden. Das Öl habe den Meeresgrund über eine Fläche von 3.200 Quadratkilometern verseucht, erklärten sie im vergangenen Jahr in dem akademischen Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“.rr

Kommentare

Benjamin Dinkel am 16.07.2015

+310 Gut Antworten

"18,7 US-Dollar Entschädigung"

 

Ich hoffe doch mal, dass hier ein "Mrd." vergessen wurde.

Redaktion am 16.07.2015

+302 Gut Antworten

Hallo Herr Dinkel, danke für den Hinweis - natürlich muss es 18.7 Milliarden US-Dollar heißen.

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