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Erneuerbaren-Branche weiterhin Jobmotor

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist vor allem in ostdeutschen Ländern ein wichtiger Arbeitsmarktfaktor. (Foto: NATURSTROM AG)
Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist vor allem in ostdeutschen Ländern ein wichtiger Arbeitsmarktfaktor. (Foto: NATURSTROM AG)

Vor allem im Norden und Osten der Bundesrepublik ist der Ausbau Erneuerbarer Energien weiterhin ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt, zeigt eine aktuelle Studie. Insgesamt ist die Beschäftigung in den vergangenen Jahren aber trotzdem gesunken.

28.06.2017 – 25.820 Erneuerbaren-Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt: So lautet die Zahl der Woche der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Damit ist in dem Bundesland immerhin jeder 40. Arbeitnehmer durch den Ausbau regenerativer Energiequellen beschäftigt. Trotzdem gebe es in einzelnen Branchen auch einen Rückgang der Beschäftigung, zeigen Zahlen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Durch den geringen Solarzubau der letzten Jahre sei die Zahl der Arbeitsplätze in der Sparte zuletzt leicht gesunken, liege aber mit 42.200 Beschäftigten immer noch auf einem hohen Niveau.

Insbesondere im Norden und Osten Deutschlands habe der stetige Ausbau der Windenergie aber auch teilweise zu einem leichten Wachstum der Arbeitsplätze geführt. Dabei spielen gerade in den neuen Bundesländern weitere Jobs eine überdurchschnittlich hohe Rolle für die regionalen Arbeitsmärkte, urteilt die AEE.

So ist der Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie weiteren Formen Erneuerbarer Energien vor allem in ostdeutschen Ländern ein wichtiger Arbeitsmarktfaktor. Mehr als 25 von 1.000 Beschäftigten können zum Beispiel in Sachsen-Anhalt den Erneuerbaren Energien zugerechnet werden. In Mecklenburg-Vorpommern sind es etwa 21 und in Brandenburg rund 18 Erneuerbare-Jobs pro 1.000 Beschäftigte.

„Neue Beschäftigungsperspektiven“

„Insbesondere in strukturschwachen Regionen können durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und die Erzeugung von regenerativem Strom und Wärme neue Beschäftigungsperspektiven ermöglicht werden“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. „Aber auch für die bestehende Industrie ergeben sich durch die Zulieferketten neue Vermarktungs- und damit Wachstumsmöglichkeiten durch die Energiewende“, so Vohrer weiter.

Insgesamt betrug 2015 die Zahl der Beschäftigten, die direkt oder indirekt in den Ausbau der Erneuerbaren Energien eingebunden waren, noch 330.000. Davon entfielen mit 53.000 Beschäftigten die meisten Erneuerbaren-Jobs auf Niedersachsen. Bayern landete mit 50.460 auf dem zweiten Platz sowie Nordrhein-Westfalen mit 44.030 auf dem dritten.

Zahl der Erneuerbaren-Jobs insgesamt rückläufig

Damit ist die Beschäftigung verglichen mit den sehr starken Ausbaujahren zuvor jedoch insgesamt zurückgegangen. So gab es 2014 noch über 355.000 Erneuerbaren-Jobs und 2012 sogar knapp 400.000. Die Agentur für Erneuerbare Energien begründet den Rückgang vor allem durch die negative Entwicklung in der Solarsparte. Dort seien nicht nur die Fertigungskapazitäten rückläufig, auch der Zubau sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

In der Windenergie ist die Beschäftigung dagegen in einigen Bundesländern gewachsen, vor allem im Offshore-Bereich. Verglichen mit dem Jahr 2012 blieb die Erneuerbaren-Beschäftigung in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern relativ gleich. In Schleswig-Holstein und Hamburg ist sie jedoch deutlich angestiegen.

„Die Energiewende erfasst immer mehr Bereiche des Arbeitsmarktes in Deutschland und seinen Ländern“, so Vohrer. Aspekte wie die Digitalisierung der Energieversorgung, die Elektromobilität oder der Bereich Energieeffizienz seien deshalb nicht unbedingt Teil der Statistik, sorgen aber ebenfalls für Arbeitsplätze. „Ein Mehr an Energiewende und ein schnellerer Ausbau der Erneuerbaren Energien sorgt so nicht nur für Klimaschutz, sondern schafft auch neue Jobs“, schlussfolgert Vohrer. jk

Kommentare

Eitel Heck am 28.06.2017

+193 Gut Antworten

Außerhalb eines Kommentars zur Veröffentlichung zum Arbeitsmark bei erneuerbaren Energien möchte ich mit meinem Kommentar auf folgendes hinweisen:

1.Stromerzeugung

Die Veröffentlichungen zu erneuerbaren Energien beziehen sich fast ausschliesslich bei der Stromversorgung auf Wind-und Sonnenstrom. Sehr oft wird kritisiert, dass die Klimaziele verfehlt werden, da der Ausbau von Wind- und Sonnenstrom zu langsam erfolgt.

Am Strommix 2016 betrug der Anteil von Windstrom 12,3 % und Photovoltaik 5,9%.

Die Wetterabhängigkeit der Stromerzeugung dieses geringen Anteils von Wind- und Sonnenstrom wird von den kontinuierlich Strom produzierenden konventionellen Kraftwerken gegenwärtig noch aufgefangen.Das ändert sich bei einem Anteil von Wind- und Sonnenstrom von über 30% am Strommix, wo großflächige Stromspeicher für überschüssigen Strom erforderlich sind.

Mein Vorschlag: Veröffentlichung des aktuellen Arbeitsstandes zu Groß- und Langzeitspeicher für On-Shore- und Offshore-Windkraftanlagen.

2. Verkehr:

Mein Vorschlag: Parallel zu Veröffentlichungen zu

-Elektroautos mit Lithium-Ionen-Batterien und anderen Batterien auch Veröffentlichungen zu

-Wasserstoff-Brennstoffzellen und Hydrazin-Brennstoffzellen für Kraftfahrzeuge,

3.Kernenergie

Die Veröffentlichungen orientieren meist auf die nuklearen Katastrophen, auf das geologische Endlager und auf die Atomlobby.

Mein Vorschlag: Veröffentlichung zum Dual Fluid Kernreaktor, der noch zu realisieren ist.

Im Vergleich mit gegenwärtigen Atomkraftwerken:

-viel kleiner,

-unterirdische Bauweise möglich( Flugzeugabstürze),

-sichere Technologie,

-Nutzung von gegenwärtigen Atommüll als wertvollen Rohstoff zur Stromerzeugung, der ansonsten in geologischen Endlagern entsorgt werden müsste.

-Kopplung der Stromerzeugung mit der Herstellung chemischer Erzeugnisse, darunter Hydrazin für Hydrazin-Brennstoffzelle oder Kraftstoffe, die sonst aus Eröl hergestellt werden

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