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Foto: © Danfoss

Meinung 08.12.2025

Bei der Energieeffizienz kommen wir zu langsam voran

Das Zeitalter der Elektrifizierung ist da – doch der IEA-Bericht Energy Efficiency 2025 zeigt die Defizite bei der Energieeffizienz. Es ist besorgniserregend, dass die weltweiten Effizienzgewinne nicht mit dem – wenn auch verlangsamten – Wachstum des Energiebedarfs und dem steigenden Stromverbrauch Schritt halten.

Kim Fausing, Präsident und CEO von Danfoss


Meinung 08.12.2025

Bei der Energieeffizienz kommen wir zu langsam voran

Das Zeitalter der Elektrifizierung ist da – doch der IEA-Bericht Energy Efficiency 2025 zeigt die Defizite bei der Energieeffizienz. Es ist besorgniserregend, dass die weltweiten Effizienzgewinne nicht mit dem – wenn auch verlangsamten – Wachstum des Energiebedarfs und dem steigenden Stromverbrauch Schritt halten.

Foto: © Danfoss

Kim Fausing, Präsident und CEO von Danfoss



Energieeffizienz muss als wichtigster Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Energiesicherheit betrachtet werden. Die neue Analyse der IEA zeigt, welchen Einfluss Energieeffizienzmaßnahmen auf die globalen energiepolitischen Prioritäten hatten. Ohne die seit 2010 erzielten Effizienzsteigerungen wären die Treibhausgasemissionen heute um 20 Prozent höher. Energieeffizienz ist und bleibt somit einer der wichtigsten Treiber, um die Emissionen in Zukunft zu senken.

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Da die Industrie einen großen Teil des weltweiten Wachstums des Energiebedarfs antreibt, ist die Beschleunigung der Energieeffizienz dringender denn je. Durch Effizienzsteigerungen, die Elektrifizierung von Prozessen und die Integration industrieller Systeme mit vorhandenen Technologien können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, Wachstum freisetzen, Innovation fördern und ihre Energiesicherheit stärken.

Die Lösungen existieren bereits und bieten im Vergleich zu veralteten Systemen eine schnelle Amortisation, größere Versorgungssicherheit und einen höheren Return of Investment.

So könnten beispielsweise durch den Austausch der zehn Prozent leistungsschwächsten Motoren schätzungsweise 30 Terawattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, was in etwa dem jährlichen Stromverbrauch Dänemarks entspricht. Der verstärkte Einsatz von Frequenzumrichtern, die Energie sparen, indem sie die Drehzahl eines Motors an die tatsächliche Last anpassen, statt ihn permanent mit voller Leistung laufen zu lassen, könnte zusätzlich Einsparungen von mehr als 121 Terawattstunden pro Jahr ermöglichen – das entspricht rund 15 Prozent des gesamten industriellen Strombedarfs in der EU. Das sind verfügbare Technologien, die sofort eingesetzt werden können, um Energie einzusparen.

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Energieeffizienz bedeutet nicht nur, weniger Energie zu verbrauchen. Es geht auch darum, Wachstum, Innovation und die Industrien der Zukunft voranzutreiben. Was wir jetzt brauchen, sind Fokus, Tempo und die konsequente Umsetzung bestehender Gesetzgebung wie der Energieeffizienzrichtlinie und der Gebäuderichtlinie.

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