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CO2-Steuer kann soziale Gerechtigkeit steigern

Die Einführung einer CO2-Steuer kann nicht nur positive Auswirkungen auf den Klimaschutz haben, sondern auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/83096448@N06/8900761659" target="_blank">dé.wé. / flickr.
Die Einführung einer CO2-Steuer kann nicht nur positive Auswirkungen auf den Klimaschutz haben, sondern auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen. (Foto: dé.wé. / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Die Einführung einer CO2-Steuer kann nicht nur positive Auswirkungen auf den Klimaschutz haben, sondern auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, indem die Einnahmen aus der Umweltsteuer zur Senkung der Einkommenssteuer verwendet werden.

26.10.2016 – Mit der Besteuerung von Kohlendioxid können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, zeigen die Forschungsergebnisse des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC): Eine CO2-Steuer führt zu Preissteigerungen kohlenstoffhaltiger Produkte und reduziert durch die sinkende Nachfrage den Ausstoß von Emissionen. Werden die dabei generierten Einnahmen nun vollständig für eine Senkung der Einkommenssteuer verwendet, könnte zusätzlich zum Nutzen für die Umwelt auch die soziale Ungleichheit gesenkt werden.

„Wenn die Einnahmen aus CO₂-Steuern komplett in eine Absenkung der Einkommensteuer fließen, erhöht das nicht nur die Akzeptanz dieser Steuern in der Bevölkerung – es gleicht auch die negativen Verteilungseffekte dieser Abgaben für die Ärmeren mehr als aus“, sagt Leitautor David Klenert vom MCC. Dabei sei eine progressive Reform der Einkommenssteuer besonders wichtig. Für die unteren Einkommen muss die Steuer also stärker sinken, als für die oberen. Bisher lehnen gerade die Geringverdiener die Einführung einer Umweltsteuer aufgrund der zusätzlichen finanziellen Belastung ab.

Entlastung von Geringverdienern – trotz Umweltsteuer

Studien konnten zeigen, dass in Industrieländern ärmere Haushalte verglichen mit wohlhabenderen einen größeren Teil ihres Einkommens für CO2-intensive Produkte aufwenden. Klimaschädliche Produkte werden bei der Einführung einer Umweltsteuer jedoch teurer, was die Geringverdiener damit zunächst besonders stark belastet. „Dieser Ungleichheitseffekt kann durch eine gleichzeitige, progressive Reform der Einkommensteuer umgekehrt werden“, betont Klenert.

Die Wissenschaftler konnten in ihrem Artikel „Environmental Taxation, Inequality and Engel’s Law: The Double Dividend of Redistribution” zeigen, dass die Ungleichheit durch die Einführung einer CO2-Steuer in Industrieländern tatsächlich abnimmt. So sank der Gini-Koeffizient, ein Ungleichheitsmaß einer Gesellschaft, trotz des regressiven Effekts der Umweltsteuer aufgrund des progressiven Effekts der Einkommenssteuer. Die Forschungsergebnisse des MCC wurden im Fachmagazin Environmental and Resource Economics veröffentlicht.

Bereits im April zeigte eine ähnliche Studie des MCC, dass eine CO2-Steuer in vielen Entwicklungsländern nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch die Versorgungslücke beim Zugang zu Trinkwasser schließen könnte. So würde die Steuer in Indien pro Jahr rund 115 Milliarden US-Dollar einbringen – weitaus mehr als für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nötig wäre. jk


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