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Deutsche Unternehmen fordern starken Klimaschutzplan

(Foto: pixabay.com, CC0 1.0)
Die Bundesregierung streitet seit Wochen um den Klimaschutzplan von Umweltministerin Barbara Hendricks. Nun melden sich 40 deutsche Unternehmen zu Wort und fordern ambitionierten Klimaschutz. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

40 große deutsche Unternehmen fordern von der Bundesregierung einen ambitionierten Klimaschutzplan, der die Zusagen des Weltklimavertrags umsetzt. Adidas, Commerzbank, Metro, Telekom und Co. wollen einen zügigen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare.

08.11.2016 – „Für Unternehmen und Investoren ist von hoher Bedeutung, dass der Klimaschutzplan eindeutige Signale gibt, dass die in Paris gemachten Zusagen umgesetzt werden“, heißt es in dem Aufruf der knapp 40 Firmen, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die einzelnen Sektoren wie Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und der Baubereich würden jeweils klare Klimaziele benötigen, die vorgeben, wie viel Kohlendioxid bis 2030 noch ausgestoßen werden darf, so die Unternehmen.

„Nur so können neue Geschäftsmodelle und konkrete Pläne zur Dekarbonisierung entwickelt werden“, heißt es im dem Schreiben. Klare Signale seien entscheidend, „damit sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten können“. Unterzeichner sind unter anderem die Commerzbank, Adidas und Puma, die Energieversorger EnBW und MVV, sowie Metro und die Deutsche Telekom. Ihnen geht es nicht nur ums Klima, sondern auf um Investitionssicherheit für die nächsten Jahrzehnte in Deutschland.

Damit melden sich in dem zähen Ringen der Bundesregierung um den deutschen Klimaschutzplan erstmals Unternehmen direkt zu Wort. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks konnte sich mit konkreten Zielen bislang nicht durchsetzen. Sowohl das SPD-Wirtschafts- als auch die unionsgeführten Verkehrs-, Landwirtschafts- und neuerdings das Finanzministerium schießen quer und streichen nahezu alle konkreten Verpflichtungen aus dem Entwurf. Hendricks fordert ein Machtwort der Kanzlerin, genützt hat es bislang wenig. Insbesondere der CDU-Wirtschaftsflügel würde das ganze Projekt Klimaschutzplan gerne beerdigen.

„Zügiger Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien“

Der Aufruf der durchaus einflussreichen 40 deutschen Unternehmen stellt vor allem die positiven Aspekte und Chancen für Deutschland in den Vordergrund. Ein ambitionierter Klimaschutzplan könne „weltweit Ausstrahlung entfalten und wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten beitragen“, schreiben sie. Das Ziel müsse der „zügige Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien“ sein.

Neben den Unternehmen meldete sich am Wochenende auch die IG Metall überraschend deutlich zu Wort. Die Interessensvertretung der Arbeitnehmer in der deutschen Automobilbranche fürchtet offenbar, dass die heimischen Autokonzerne die Elektromobilität verschlafen. Wie der Spiegel berichtet, fordert die Gewerkschaft die Autobauer auf, „sich nicht in eine Rolle des ,Bremsers und Blockierers' gegen strenge Grenzwerte“ drängen zu lassen. „Technische Raffinessen, um die Emissionen zu senken, helfen uns nicht mehr weiter. Es geht um einen Systemwechsel bei Vollgas. Es geht um eine Verkehrswende – da werden wir nicht drum herumkommen“, zitiert das Magazin IG-Metall-Planungschef Frank Iwer. cw


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