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Der Versicherungsmarkt für Erneuerbare wächst, aber Wachstum reicht noch nicht aus (Bild: Cj / Unsplash+ Lizenz).

Der Versicherungsmarkt für Erneuerbare wächst, fossile stagnieren. Doch das Tempo reicht nicht für die Klimaziele. Fossile Überkapazitäten und Extremwetterschäden werden zum finanziellen Risiko für Versicherer.

18.09.2025 – Der Versicherungsmarkt für Erneuerbare Energien ist im Aufwind, der für fossile Brennstoffe stagniert. Das zeigt der Bericht Renewables Gallop As Fossil Fuels Stall von Insure Our Future, der den aktuellen Stand des Versicherungsmarkts für Energie analysiert.

Wachstum der Erneuerbaren reicht noch nicht aus

Der globale Markt für Versicherungen im Bereich erneuerbare Energien ist seit 2020 jährlich um 9 Prozent gewachsen und stieg von 5,65 Milliarden US-Dollar auf 8 Milliarden US-Dollar an Bruttoprämieneinnahmen (BIPW) bis 2024. Der Versicherungssektor für fossile Brennstoffe schrumpfte im gleichen Zeitraum jährlich um etwa 2 Prozent.

Es gibt demnach einen klaren Trend hin zu mehr Versicherungen für Erneuerbare, während das Geschäft mit fossilen Energien stagniert oder rückläufig ist. Chinesische Versicherungsgesellschaften wie PICC, Yingda Taihe und Ping An, haben zwischen 2023 und 2024 beträchtliche neue Prämien in Erneuerbaren erzielt. Auch mehrere der großen internationalen Versicherer wie Allianz, AXA, und Zurich steigen zunehmend in das Geschäft mit Erneuerbaren ein.

Der Markt für fossile Brennstoffe ist allerdings noch immer mehr als dreimal so groß wie der für erneuerbare Energien. Das Wachstum der Erneuerbaren reicht wiederum noch nicht aus, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Noch nicht auf Klimapfad

Der International Energy Agency (IEA) zufolge müsste das Wachstum der Versicherungsprämien für erneuerbare Energien auf mindestens 18 Prozent pro Jahr steigen, um mit dem Net‑Zero‑Pfad bis 2030 kompatibel zu sein.

Aktuell liegt das jährliche Wachstum mit etwa 9 Prozent also nur auf der Hälfte dessen, was nötig wäre. Jedes Jahr mit zu geringem Wachstum erschwert das Erreichen der Klimaziele. Auch die Schäden durch klimabedingte Extremwetterereignisse steigen und belasten Versicherer und Rückversicherer zunehmend.

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Risiko fossile Überkapazität

Der Bericht warnt zudem deutlich vor den Risiken der weiteren Expansion von Liquefied Natural Gas für die Versicherungsbranche. Es gebe bereits Anzeichen, dass die Nachfrage nach LNG strukturell unsicher ist, und in manchen Regionen sind Terminals weniger als 40 Prozent ausgelastet. Bis 2028 ist zudem der Ausbau weiterer LNG-Kapazitäten geplant, der die Nachfrage übersteigt, und so das Risiko einer Überkapazität birgt.

Versicherer fossiler Energieprojekte könnten sich langfristig finanziellen Risiken aussetzen, beispielsweise durch Prämien, die steigende Schäden nicht mehr tragen, oder durch politische und regulatorische Gegenmaßnahmen.

Forderungen an Versicherer

Versicherer tragen durch Investitionen, Risikoabsicherung und Risikomanagement entscheidend dazu bei, ob die Transformation der Energiebranche gelingt. Als große Akteur mit hoher Sichtbarkeit wirken sie auch als Multiplikatoren.

Die Autoren des Berichts fordern einen sofortigen Stopp der Versicherung neuer oder erweiterter fossiler Energieprojekte über die gesamte Wertschöpfungskette, einschließlich der LNG‑Infrastruktur. Zudem sollten Unterzeichnungs‑ und Investitionsziele festgelegt werden, um Portfolios bis 2030 auf ein Verhältnis von 6:1 zwischen erneuerbarer und fossiler Energie auszurichten. jb

 

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