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BUND-Studie zum EnergiemarktErneuerbare Energien schützen vor Energiepreiskrisen

Blick in eine Landschaft mit Wiesen, Bäumen und Feldern und Windrädern und einer Freiflächen-Solaranlage und einem kleinen Dorf
Stabil statt fossil: Erneuerbare Energien senken den Strompreis und verhindern Preisschocks in Energiekrisen. (Foto: Bernd Dittrich on Unsplash License)

Erneuerbare Energien senken den Strompreis und verhindern extreme Preisspitzen in Energiekrisen, zeigt eine aktuelle BUND-Studie. Zudem bleiben sie der wichtigste Hebel für die Emissionsminderung.

05.08.2026 – In der aktuellen Krise erleben wir erneut, wie explodierende Kosten für Öl und Gas die Energiepreise in die Höhe treiben – mit massiven Belastungen für Verbraucher und Wirtschaft. Am 17. Juli 2026 wurde vom Bundeswirtschaftsministerium die Verbändeanhörung zur Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sowie des Netzanschlusspakets gestartet. Das parlamentarische Verfahren beginnt im September. Beide Entwürfe schaffen neue Hürden für den Ausbau Erneuerbarer Energien und verschlechtern den Ist-Zustand deutlich. So trifft der EEG-Entwurf etwa kleine Photovoltaik-Dachanlagen besonders hart. Zusätzlich bremst der, wenn auch abgeschwächte, Redispatch-Vorbehalt sowohl dieWindenergie als auch Freiflächen-PV empfindlich aus. Das gefährdet nicht nur das Erreichen derKlimaschutzziele, sondern auch hunderttausende Arbeitsplätze. Zudem machen beide Gesetzesentwürfe den Investitionsrahmen deutlich bürokratischer, was zusätzlich zu Verunsicherung führt. Das von der Bundesregierung eigens erklärte Ziel eines ambitionierten Ausbaus zu möglichst geringen Kosten ist so nicht erreichbar, warnen der BUND sowie viele andere Branchenakteure.

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Die aktuell vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichte Kurzstudie „Stabil statt fossil: Wie ein System aus erneuerbaren Energien und Flexibilitäten den Strompreis senkt und Energiepreiskrisen abfedert“ der Montel Analytics zeigt noch einmal deutlich: Ein hoher Anteil an Wind- und Solarkraft im Netz hält den Strompreis in Energiekrisen stabil und glättet extreme Spitzen. Die Dekarbonisierung des Energiesektors macht uns nicht nur resilienter gegenüber Preisschocks. Sie stabilisiert den Energiemarkt langfristig und bleibt das wirksamste Mittel, um der Klimakrise zu begegnen.

„Die Studie zeigt, dass der konsequente Umstieg auf Erneuerbare Energien weit mehr als eine klimapolitische Pflicht ist. Er ist ein zentraler Schutzfaktor für Unternehmen und Bürger:innen“, sagt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. „Erneuerbare hätten uns schon glimpflicher durch vergangene Krisen geführt, jetzt müssen sie konsequent ausgebaut werden. Nur so stoppen wir die fossile Abhängigkeit, die unsere Lebenshaltungskosten hochtreibt. Die Bundesregierung müsste alle Hebel in Bewegung setzen, um das enorme Potenzial insbesondere von Solar- undWindkraft auszuschöpfen. Stattdessen hat sie mit den Entwürfen für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzanschlusspaket vergangene Woche im Kabinett sogar neue Hemmnisse für ihren Ausbau beschlossen. Es braucht jetzt dringend eine deutliche Nachbesserung der beiden Gesetze im parlamentarischen Verfahren.“

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Dr. Matthias Stark, Leiter des Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)

Portraitfoto eines Mannes mit Bart, Dr. Matthias Stark, Leiter des Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

Erneuerbare Energien schützen in Energiepreiskrisen vor hohen Strompreisen

Im Mittelpunkt der Analyse steht der Vergleich von drei Szenarien mit den Preisbedingungen der Energiekrise des Jahres 2022: ein stark fossil geprägtes Stromsystem aus dem Jahr 2011, das Referenzszenario des Jahres 2022 sowie ein Zukunftsszenario mit einem Anteil von 80 Prozent Erneuerbaren Energien, wie es die Bundesregierung für 2030 vorsieht.

Der Vergleich stellt die Überlegenheit eines Stromsystems mit einem hohen Anteil an Erneuerbaren Energien in Krisenzeiten deutlich heraus. Demnach sinkt der durchschnittliche Preis im 2030er-Szenario gegenüber 2011 um 64 Prozent. Während der Durchschnittspreis im 2011er-Modell unter den Preisbedingungen der Energiekrise bei 382,90 Euro pro Megawattstunde (MWh) liegt, beträgt er 2030 im Krisenmodus nur noch 137,27 EUR/MWh. Gegenüber dem durchschnittlichen Strompreis des Krisenjahres 2022 in Höhe von 235,44 EUR/MWh wäre das eine Einsparung von fast 100 Euro pro Megawattstunde.

Erneuerbare sind ein wichtiger Resilienzfaktor

Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist, dass Erneuerbare Energien Preisspitzen glätten und somit ein entscheidender Resilienzfaktor sind. Im konkreten Beispiel liegt der Preis pro Megawattstunde bei einem Anteil von 80 Prozent Erneuerbaren insgesamt nur 41 Stunden oberhalb der Marke von 500 Euro. Im Vergleich dazu reißt das 2011er-Modell die Preismarke für 785 Stunden, während es 2022 immerhin noch 499 Stunden sind.

„Die Lösung gegen Energiepreiskrisen liegt auf der Hand“, so Bandt. „Eine konsequente Abkehr von fossilen Energien und ein zügiger Ausbau der Erneuerbaren. Instrumente wie der Industriestrompreisoder derTankrabatt sind teure staatliche Eingriffe. Sie entlasten bestimmte Gruppen temporär, sie lösen jedoch das Problem nicht. Ein steigender Anteil an Erneuerbaren Energien im Stromsystem bewirkt hingegen, dass zukünftige Preiskrisen deutlich abgemildert werden. Vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte und steigender Preise für Öl und Gas wird dieser zusätzliche Nutzen der Energiewende relevanter denn je.“

Flexible Nachfrage und Speicher vervollständigen den Resilienz-Effekt

Die Studie zeigt außerdem: In einem stark von Erneuerbaren Energien geprägten System spielen Flexibilitäten eine entscheidende Rolle. In Zeiten mit einer hohen Stromerzeugung aus Solar- und Windkraft und somit niedrigen Preisen können etwa Wärmepumpen, ElektrolyseureoderE-Fahrzeuge diesen günstigen Strom verstärkt beziehen. In Stunden mit einem knappen Stromangebot und hohen Preisen kann ihr Verbrauch dadurch weitgehend reduziert oder zeitlich verschoben werden. Batteriespeicher verstärken diesen Effekt. Das erleichtert die Integration von Wind- und Solarstrom und dämpft Hochpreisstunden durch ein zusätzliches Angebot.

Darüber hinaus belegt die Modellierung einen deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen. So liegen die Emissionen für das 2030er-Szenario mit 121 Mio. Tonnen CO2, nur noch bei einem Drittel des 2011er-Modells. Erneuerbare bleiben somit der wichtigste Hebel für den Klimaschutz. na

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