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Großbritannien

Erneuerbare Energien überflügeln fossile Kraftwerke

Die Robin Rigg Wind Farm vor der Südwestküste war 2010 der erste Meereswindpark Schottlands
Die Robin Rigg Wind Farm vor der Südwestküste war 2010 der erste Meereswindpark Schottlands. (Foto: © John, CC BY-SA 3.0)

Eine rasante Erfolgsstory: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet in Großbritannien in rasendem Tempo voran, gleichzeitig schließen immer mehr Kohlemeiler. Nun überholte die installierte Ökostrom-Kapazität erstmals Kohle- und Gaskraftwerke.

10.11.2018 – Die Erneuerbaren Energien haben erstmals die Führung bei der installierten Kapazität auf der Insel übernommen. Es sei „ein bedeutender grüner Meilenstein, der noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre“, schrieb Iain Staffell, Energieexperte am Imperial College London. Eine Studie im Auftrag des Energiekonzerns Drax, durchgeführt von Staffel und Kollegen, zeigt das ganze Ausmaß: Während sich die Ökostrom-Kapazität in den vergangenen fünf Jahren verdreifachte, büßten die fossilen Energien ein Drittel ihrer installierten Leistung ein. Größtenteils weil sie schlicht das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten und unrentabel wurden.

Mit 42 Gigawatt (GW) installierter Leistung dominieren die Erneuerbare Energien nun die Stromerzeugungsinfrastruktur:

  • Windenergie nimmt die Spitzenposition mit 20 GW ein
  • davon 7 GW Meereswindparks
  • Solarenergie kommt auf 13 GW
  • Biomasse auf gut 3 GW

Vor der Küste schlummert das größte Potenzial

Auch wenn alle Formen sauberer Stromerzeugung ordentliche Steigerungsraten vorweisen, ist die Offshore-Windbranche in Großbritannien die dynamischste. Mit weiten Küstenabschnitten und verlässlichen Windverhältnissen gilt die Insel als idealer Standort für Meereswindparks. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: 45 Prozent der weltweiten Offshore-Kapazität ist hier installiert. Neben den 7 GW installierter Leistung sind weitere 7 in Bau oder genehmigt. Mit dem Windpark Walney 3 ging im Sommer der größte Offshore-Windpark der Welt in der Irischen See in Betrieb. 87 Turbinen ergeben 659 Megawatt installierter Leistung. Rechnet man die benachbarten Windparks Walney 1 und 2 mit ein, ergeben sich sogar über 1 GW.

Dennoch dominiert bei der Stromerzeugung weiterhin Erdgas mit einem Anteil von 40 Prozent (Zahlen von 2017). Erneuerbare Energien erreichten 29 Prozent, Atomenergie 21 Prozent. Zusammen gelten sie auf der Insel als Zukunft der Energieversorgung, gleich mehrere neue Atomreaktoren befinden sich in Bau. Kohle kommt nur noch auf einen Anteil von knapp 7 Prozent und dürfte in den kommenden Jahren komplett aus dem Strommix verschwinden. Einige Kohleanlagen werden auf eine Biomasse-Nutzung umgerüstet.

Die Zukunft ist grün

Bis 2035 erwarten Experten ein Abschmelzen der Gas-Kapazitäten von aktuell 35 auf 24 GW. Die Atomenergie wird wohl von derzeit 9 auf 14 GW anwachsen. Den Erneuerbaren Energien werden 67 GW und Speicher von 11 GW vorausgesagt. Allein die Windbranche strebt 30 GW installierter Meereswindparks-Kapazität bis 2030 an. Anders als in Deutschland spielt die britische Regierung mit und erhöht regelmäßig die Ausschreibungsmengen. Geeignete Küstenabschnitte mit verlässlichem Windangebot gibt es zuhauf. cw


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