Analyse von BloombergNEF: Erneutes Rekordjahr an Investitionen in die Energiewende

Seit Jahren steigen die Investitionen in die grüne Transformation. So auch 2025. Und dass trotz schwieriger wirtschaftlicher Lagen und politischer Widerstände etwa in China und den USA.
30.01.2025 – Das vergangene Jahr war erneut ein Rekordjahr an Investitionen in fossilfreie Technologien. Jährlich werten die Analysten von BloombergNEF (BNEF) die weltweit getätigten Investitionen sogenannte sauberen Technologien aus. Seit Jahren kennen die Zahlen nur einen Weg: nach oben. Waren es 2023 1,7 Billionen US-Dollar und ein Plus von 17 Prozent, lag der Wert 2024 bei 2,1 Billionen (plus 11 Prozent) und 2025 bei 2,3 Billionen US-Dollar (plus 8 Prozent).
Positiver Treiber dieser Entwicklung: die Elektrifizierung des Verkehrs. 893 Milliarden US-Dollar an Investitionen gingen in elektrisch betriebene Fahrzeuge sowie Ladeinfrastrukturen, ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2024. Weniger als im Jahr zuvor wurde 2025 dagegen in Erneuerbare Energien investiert. 690 Milliarden US-Dollar waren es – 9,5 Prozent weniger als 2024. Als Erneuerbare Energien klassifiziert BNEF Solarenergie, Windkraft, Bioenergie, Meeresenergie, Geothermie und kleine Wasserkraftwerke.
Neue Regeln am chinesischen Strommarkt bremsten 2025 die Investitionen in dem Land. Wind- und Solarprojekte erhalten seit letztem Jahr keine fixen, an großen Kraftwerken orientierte, Preise, sondern stärker marktabhängige. BNEF erwartet aber, dass die Investitionsfreude künftig wieder steigen wird. Trotzdem war China auch 2025 weltweit führend bei Investitionen und dem Ausbau Erneuerbarer Energien. Insgesamt investierte China im letzten Jahr 800 Milliarden US-Dollar in fossilfreie Technologien.
Ein großes Plus in der EU
Auf Platz zwei folgt die Europäische Union, mit entsprechenden Investitionen im Umfang von 455 Milliarden US-Dollar und einem Plus von 18 Prozent gegenüber 2024. Förderungen für die Elektromobilität, Erneuerbare Energien und den Ausbau des Stromnetzes in den europäischen Mitgliedsstaaten und auf EU-Ebene selbst zeigen ihre Wirkung. Die Energiewende gilt zunehmend auch als wichtiger Treiber von europäischer Resilienz und Energiesicherheit.
Trotz eines forcierten Backlashs der Trump-Administration – unter anderem mit der Streichung von 14 Milliarden US-Dollar für Erneuerbare Projekte 2025 – stiegen auch in den USA die Investitionen in fossilfreie Technologien im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 378 Milliarden US-Dollar. Die Regierung in Washington hofiert die Kohle-, Öl- und Gas-Industrie, aber Bundesstaaten stemmen sich dagegen und forcieren weiter ihre Erneuerbaren Projekte, teils erfolgreich gegen den Widerstands Trumps.
BloombergNEF zählt zu den fossilfreien Technologien auch die Atomenergie. Investitionen in diesen Sektor aber stiegen im Jahresvergleich nicht, wie die Analysten angeben. Mit Investitionen von 36 Milliarden US-Dollar 2025 gibt Bloomberg einen leichten Rückgang gegenüber 2024 an. Zwar gab BNEF in der Vorjahresausgabe Nuklear-Investitionen von 34,2 Milliarden US-Dollar an, die Aussage eines Rückgangs deutet aber auf einer Revision der Datenlage hin. Auch der Anteil der Nuklearenergie an der weltweiten kommerziellen Bruttostromerzeugung ist rückläufig.
Ein Stabiler Markt
Zwar ist der Anstieg der Investitionen nicht so stark wie in den Jahren zuvor, der stellvertrende Geschäftsführer von BNEF, Albert Cheung, sieht dennoch einen stabilen Markt für die Energiewende. „Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die globale Energietransformation, trotz Gegenwind aus Politik und Wirtschaft, resilient ist und vielfältige Möglichkeiten für Investoren bietet. Wirtschaftsräume nehmen verstärkt Energiesicherheit und inländische Lieferketten in den Blick. Angesichts dessen werden grüne Technologien weiter wachsen, vor allem, weil sie auch für den steigenden Bedarf an Rechenzentren wichtig sind.“
Zum zweiten Mal in Folge überstiegen die Investitionen in fossilfreie Technologien zudem die in fossile Brennstoffe. Der Abstand lag 2025 bei 102 Milliarden US-Dollar. Zwar wurde mehr in Kohle- und Gas-Infrastrukturen investiert, dafür aber weniger in die Exploration und Förderung von Öl und Gas sowie in fossile Kraftwerke. Insgesamt sanken die Investitionen in fossile Brennstoffe um 9 Milliarden US-Dollar – zum ersten Mal seit 2020. Gestiegen hingegen 2025 auch: die Investitionen für vorgelagerte Produktionsschritte der Energiewende und entsprechende Fabriken, wie etwa Anlagen zur Batteriemetallproduktion, auf 152 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 6 Prozent. mg





















































