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Europäische Stromerzeugung ist klimafreundlicher geworden

Während die Erneuerbaren Energien in Europa im vergangenen Jahr leicht zugelegt haben, befand sich die Kohle auf dem Rückmarsch. Der CO2-Ausstoß sank in dem Bereich um 4,5 Prozent – vor allem aufgrund einer gestiegenen Kapazität von Gaskraftwerken.
Während die Erneuerbaren Energien in Europa im vergangenen Jahr leicht zugelegt haben, befand sich die Kohle auf dem Rückmarsch. Der CO2-Ausstoß sank in dem Bereich um 4,5 Prozent – vor allem aufgrund einer gestiegenen Kapazität von Gaskraftwerken. (Foto: Lawrence Murray / flickr.com, CC BY 2.0)

Während die Erneuerbaren Energien in Europa im vergangenen Jahr leicht zugelegt haben, befand sich die Kohle auf dem Rückmarsch. Der CO2-Ausstoß sank in dem Bereich um 4,5 Prozent – vor allem aufgrund einer gestiegenen Kapazität von Gaskraftwerken.

27.01.2017 – Im Jahr 2016 ist die Stromerzeugung in der Europäischen Union deutlich klimafreundlicher geworden, zeigt ein Jahresrückblick von Agora Energiewende und Sandbag. Vor allem aufgrund des vermehrten Einsatzes von Erdgas sei der CO2-Ausstoß von den Kraftwerken der 28 EU-Staaten um 4,5 Prozent gesunken. Der Ausbau Erneuerbarer Energien habe zwar nur leicht zugelegt, kompensiere aber immerhin den EU-weit gestiegenen Stromverbrauch von etwa 0,5 Prozent. Vor allem in Großbritannien, aber auch in Italien, den Niederladen und in Deutschland sei der Einsatz vom Energieträger Kohle für die Stromerzeugung leicht zurückgegangen.

Seit 2010 konnte der Anteil Erneuerbarer Energien in der EU immerhin schon um 10 Prozentpunkte auf nunmehr 29,6 Prozent gesteigert werden. „Das ist ein großer Erfolg der EU-Energiepolitik im vergangenen Jahrzehnt“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Allerdings habe sich der Prozess in den letzten Jahren immer weiter verlangsamt. Während 2016 zwar noch einige Windkraftanlagen errichtet wurden, war die Entwicklung bei Solar- und Biomassekraftwerken eher rückläufig.

In den nächsten Jahren soll sich dies allerdings wieder ändern. Vor allem in dem Bereich der Solar- und der Offshore-Windenergie habe es 2016 eine starke Kostendegression gegeben. So gehören die beiden Energiequellen in weiten Teilen Europas inzwischen zu den günstigsten überhaupt, weswegen nun ein verstärkter Ausbau dieser zu erwarten sei.

Wechsel von Kohle zu Gas ist nicht dauerhaft

Die Autoren der Studie gehen aber auch davon aus, dass der 2016 stattgefundene Wechsel von Kohle zu Gas bei der Stromproduktion vor allem durch die sehr günstigen Gaspreise getrieben wurde. Da diese inzwischen aber wieder ansteigen, wird der Einsatz von Kohle wieder lukrativer. Außerdem sind in den nächsten Jahren auch nur wenige Stilllegungen von Kohlemeilern geplant.

Der europäische Emissionshandel hatte dagegen im Jahr 2016 eher nicht zu einer Absenkung der CO2-Emissionen beigetragen. Erneut sind deutlich mehr Zertifikate ausgegeben worden, als tatsächlich verbraucht wurden. Somit gab es auch im vergangenen Jahr eine große Anzahl überschüssiger Zertifikate.

„Die Kombination erheblicher Überschüsse und der gigantischen Bugwelle führt dazu, dass der europäische Emissionshandel ohne tiefgreifende Reformen bis Ende der 2020er-Jahre keine Signale für klimafreundliche Investitionen senden wird. Dabei wäre das seine eigentliche Aufgabe“, kritisiert Graichen. Seiner Meinung nach konnte es bisher nur dort verlässliche Signale geben, wo auch ein Mindestpreis für klimaschädliche CO2-Emissionen eingeführt wurde: in Großbritannien. jk


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