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Globale Trinkwasserversorgung durch CO2-Steuer sichern

Zurzeit haben immer noch rund 700 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Steuer auf Kohlendioxid könnte das bis 2030 ändern und nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. (Foto: © GLOBAL 2000, flickr.com/photos/gl
Zurzeit haben immer noch rund 700 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Steuer auf Kohlendioxid könnte das bis 2030 ändern und nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. (Foto: © GLOBAL 2000, flickr.com/photos/global2000/8453271366, CC BY-ND 2.0)

Zurzeit haben immer noch rund 700 Millionen Menschen in unterschiedlichen Regionen der Erde keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Steuer auf Kohlendioxid könnte das bis 2030 ändern und nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

20.04.2016 – Eine CO2-Steuer würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Versorgungslücke beim Zugang zu Trinkwasser schließen und gleichzeitig das Klima schützen. Das zeigt eine neue Studie vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). „Bis 2030 könnte man in den meisten Ländern weltweit eine flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser finanzieren“, so der Leitautor der Studie Michael Jakob vom MCC. In Indien würde eine entsprechende Steuer pro Jahr rund 115 Milliarden US-Dollar einbringen – weitaus mehr als für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nötig wäre. Daher bliebe sogar Geld für die Bereitstellung sanitärer Anlagen und für den Ausbau der Stromversorgung übrig.

In einigen afrikanischen Ländern würden die Einnahmen aus der CO2-Steuer allerdings nicht für die Finanzierung der Trinkwasserversorgung reichen. Die Kohlendioxid-Emissionen seien dort generell sehr niedrig, wodurch die Kompensationszahlungen dementsprechend gering wären. „Doch diese finanzielle Lücke könnte geschlossen werden, wenn man berücksichtigt, dass Entwicklungsländer ihr Nutzungsrecht an der Atmosphäre noch nicht ausgeschöpft haben“, erklärt Jakob. „Vermeidung von Emissionen würde dann zu Ausgleichszahlungen von Seiten der Industriestaaten führen.“

„CO2 muss möglichst weltweit einen Preis bekommen“

Eine Steuer auf Kohlenstoffdioxid einzuführen ist natürlich keine ganz neue Idee. Der Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker prägte einst den Satz, dass Preise die ökologische Wahrheit sagen müssen. 2014 startete die Weltbank zusammen mit 74 Staaten und über 1.000 Unternehmen die Initiative Carbon Pricing Leadership Coalition, womit der globale Emissionshandel weiterentwickelt werden sollte. Die Bundesrepublik ist dieser Koalition im Mai letzten Jahres beigetreten. „Für den Schutz des Weltklimas müssen wir weltweit Investitionen in klimafreundliche Technologien lenken“, sagt die Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). „Der effizienteste Weg dahin führt über marktbasierte Instrumente: CO2 muss möglichst weltweit einen Preis bekommen“, so Hendricks weiter.

Somit ist der grundsätzliche Gedanke der Wissenschaftler vom MCC zwar nicht neu, der Verwendungszweck der Steuereinamen allerding schon. So könnte die Nutzung fossiler Energieträger bestraft und ein Anreiz für die Verwendung Erneuerbarer Energien geschaffen werden. Die Zweckbindung durch die globale Finanzierung von sauberem Trinkwasser erhöht außerdem die Akzeptanz in der Bevölkerung für eine derartige Steuer.

Grundsätzlich ist es aber fraglich, ob die CO2-Steuer auch in der Praxis umsetzbar ist. In der Umweltökonomie wird die Internalisierung von negativen und positiven externen Effekten unter anderem mittels einer Umweltsteuer angestrebt. Hierbei ist es sehr schwierig, exakte Kenntnisse über die Emissionsmengen sowie Nutzen- und Kostenkurven der beteiligten Personen und Unternehmen zu haben. Das Informationsproblem führt dann zu hohen Transaktionskosten, die eine solche Steuer schnell ineffizient werden lässt. Daher muss auch bei der Umsetzung einer CO2-Steuer diese Problematik berücksichtigt werden. jk


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