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Gute Braunkohle: RWE betreibt Lobbyismus an Schulen

Bereits Mitte November hatte LobbyControl den Appell „Schulverweis für RWE“ mit über 26.000 Unterschriften an den Energiekonzern überreicht. (Foto: Alex Muchnik/LobbyControl)
Bereits Mitte November hatte LobbyControl den Appell „Schulverweis für RWE“ mit über 26.000 Unterschriften an den Energiekonzern überreicht. (Foto: Alex Muchnik/LobbyControl)

Die Kooperationen des Atom- und Kohlekonzerns RWE mit Schulen in Nordrhein-Westfalen stößt auf massive Kritik. Der Konzern will offenbar vor allem das Image der extrem schmutzigen und klimaschädlichen heimischen Braunkohle verbessern.

17.12.2015 – „Mit seinen Schulaktivitäten instrumentalisiert RWE Schülerinnen und Schüler für seine Geschäftsinteressen“, so die Kritik des gemeinnützigen Vereins LobbyControl zu den Schulaktivitäten des Kohlekonzerns. Unter dem Deckmantel der Bildungsförderung wolle der Konzern den eigenen Ruf verbessern und Proteste gegen Braunkohle beschwichtigen. Denn RWE steht aufgrund seiner massiven Braunkohleaktivitäten im Rheinischen Revier massiv in der Kritik und ist maßgeblich für den hohen deutschen CO2-Ausstoß mitverantwortlich. Ganze Regionen werden verwüstet, Menschen umgesiedelt und Dörfer abgerissen.

Insofern ist es kaum verwunderlich, dass der Kohlekonzern sein Image aufbessern will. Dazu hat RWE in den letzten Jahren Kooperationsvereinbarungen mit mehreren Schulen geschlossen und darin offenbar die Absichten recht deutlich formuliert. Den Schülern solle „die Bedeutung und der Nutzen dieser Industrie für die Gesellschaft, besonders auch im heimischen Revier“ verdeutlicht werden. Von den Folgen für Menschen, Natur und Klima ist dort keine Rede. Wie diese Kooperation im Unterricht tatsächlich aussieht und welche Inhalte den Schülern vermittelt werden, ist unklar.

Werbung im Schulbereich ist grundsätzlich ein heikles Thema. Niedersachsens rot-grüne Landesregierung stoppte Anfang des Jahres eine Kooperation von Schulen mit dem Lobbyverband WEG (Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung). Die vorherige schwarz-gelbe Landesregierung hatte den Deal eingefädelt. Bis zu 10.000 Euro sollen die Schulen nach Angaben von Spiegel Online erhalten haben. Im Gegenzug wurden gemeinsam mit den Lobbyisten Lehrmaterialien entwickelt und die Themen der Erdgas- und Erdölförderung im Unterricht behandelt.

Schulen sollen Vereinbarungen überprüfen

Ob diese Machenschaften im Fall der Kooperation von RWE mit Schulen in NRW ebenfalls angewendet wurden, ist noch offen. Ebenso offen ist die Frage, ab wann es sich bei Zusammenarbeiten um unerlaubte Werbung handelt. In Niedersachsen schreibt die Antikorruptionsrichtlinie des Landes vor, dass Kooperationen schon dann unzulässig sind, wenn es auch nur den Anschein einer Beeinflussung geben könnte. In NRW scheint die Sachlage weniger eindeutig zu sein. In jedem Fall müssen die Schulen selbst entscheiden, wann eine Zusammenarbeit mit Unternehmen für die Berufsorientierung der Schüler sinnvoll ist und wo Werbung anfängt.

Das NRW-Schulministerium hat keine Übersicht über die Machenschaften von Unternehmen in Schulen. Das sei Sache der Schulen, hieß es auf Anfrage. Insofern sieht das Ministerium auch keine Probleme, an der „professionelle Berufsausübung unserer Lehrkräfte“ habe man keine Zweifel, schreibt das Schulministerium auf eine Anfrage von LobbyControl. Die Schulen wurden allerdings angewiesen, „die Vereinbarungen und deren Anwendungspraxis den geltenden rechtlichen Regelungen anzupassen“, schrieb die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann an den Landtag.cw


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Kommentare

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Microraptor 19.12.2015, 14:22:28

+230 Gut Antworten

Nun ja jeder gescheite Schüler, wird wissen das weder Braun noch Steinkohle gut ist. RWE will offenbar nicht war haben, das die Zeit der Fossilen Energieträger zuende geht. Regenerative Energien ist die Zukunft liebe RWE heinis, und nicht Braun-und Steinkohle.


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