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Stromversorgung

Hawaii braucht seine eigene Energie

Windkrafträder auf einem kargen Bergrücken
Die Kaheawa Wind Power Farms auf Maui produzieren mit ihren 34 Windturbinen bereits eine Leistung von insgesamt 30 Megawatt. (Foto: Tom Walsh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Der US-Inselstaat generiert derzeit zwei Drittel seines Strombedarfs mit Ölimporten. Dies ist schlecht für das Klima und treibt den Strompreis in die Höhe. Hawaii will daher bis 2045 auf 100 Prozent eigens produzierte Erneuerbare Energie umsteigen.

12.11.2018 – Nicht nur dass Hawaii für seine Stromproduktion zu 67,3 Prozent auf importiertes Öl angewiesen ist, weitere 15,1 Prozent stammen aus der Kohleverstromung. Eine verheerende Klimabilanz für die Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Und der Import von Öl treibt auch den Strompreis in die Höhe. Die 1,4 Millionen Bewohner Hawaiis müssen im Durchschnitt für ihren Strom mehr als doppelt so viel bezahlen, wie die Menschen auf dem US-amerikanischen Festland.

Der ehrgeizige Plan ist daher bis 2045 auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umzusteigen, autark vom Festland produziert und mit gigantischen Speichern abgesichert. „Die Herausforderungen sind gewaltig, und der Weg in die Zukunft ist noch nicht erforscht“, sagt etwa Colton Ching vom größten Stromversorger des Bundesstaates Hawaiian Electric, laut bizz energy. Ching mahnt, es fehle an Daten oder Erfahrungen, weil es noch nie eine Transformation hin zu Erneuerbarer Energie in diese Größenordnung gegeben habe.  

Erneuerbare Energien im einstelligen Prozentbereich

Denn aktuell dümpeln Erneuerbare Energien auf Hawaii im einstelligen Prozentbereich. Während Windkraft 6,4 Prozent ausmacht, trägt Solarenergie sogar nur zu 0,9 Prozent zur Stromversorgung der Inselgruppe bei. Dabei weisen insbesondere die südwestlichen Küsten der Inseln ein trockenes Klima mit viel Sonnenschein auf. Doch es gibt bereits Bewegung in der Sache. Sieben Solarenergieprojekte mit einer Leistung von 260 Megawatt (MW) sind in Planung und Bau. Gebaut wird auf den drei größten Inseln Oahu, Maui und Hawaii. Jedes Solarprojekt wird dabei an gigantische Speichersysteme angeschlossen sein, mit Speicherkapazitäten von bis zu 120 MW. Unterwasserkabel und ein ausgeklügeltes Kommunikations- und Steuerungssystem sollen alle Inseln Hawaiis miteinander verbinden und unabhängig vom Festland machen.

Daran angeschlossen auch Onshore- und Offshore-Windanlagen von aktuell 230 Megawatt. Und hier sehen die Verantwortlichen sogar noch größere Potenziale. So sind unter anderem vor der Küste Oahus bis zu 800 MW Offshore Windenergie in Planung, auf Maui bis zu 150 MW Onshore Windkraft. Dazu kommen ein verstärkter Ausbau von Biomasse, Geothermie und Wasserkraft sowie Energieeffizienzmaßnahmen. Durch einen zügigen Ausbau Erneuerbarer Energien sollen bereits bis zum Jahr 2020 30 Prozent des Stroms erneuerbar sein – bis 2030 dann 40 Prozent.

Auch andere Sektoren sind derzeit abhängig vom Öl

Doch nicht nur bei der Stromversorgung benötigt Hawaii eine Energiewende. Denn die Stromproduktion verbraucht aktuell gerade mal ein Viertel des importierten Öls. Noch mehr gehen für Transportwege an Luft und Boden drauf. Dafür sollen stärkere Anreize zum Kauf von Autos mit Elektro- oder Hybridantrieben gesetzt und in größeren Ballungsgebieten Radwege ausgebaut werden. Doch die Pläne dafür stehen noch in den Startlöchern, sollen aber zügig angegangen werden. Die Luftfahrt hingegen könne erst dann unabhängig von Ölimporten gestaltet werden, wenn vernünftige, saubere Alternativen zur Verfügung stehen. mf


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