Energiebilanz 1. Halbjahr 2026: Hohe Energiepreise dämpfen Verbrauch leicht

Der Energieverbrauch in Deutschland ist in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Prozent gesunken. Der Anteil Erneuerbarer Energien steigt erneut an.
06.08.2026 – Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) im Vorjahresvergleich leicht zurückgegangen. Der Rückgang zeichnete sich bereits im ersten Quartal des Jahres ab. Zu den Gründen gehört eine leicht schwächelnde Konjunktur sowie hohe Energiepreise.
Konkret belief sich der Primärenergieverbrauch in Deutschland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf 5.341 Petajoule (PJ) beziehungsweise 182,2 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).
Die Energieträger entwickelten sich dabei unterschiedlich. So wurden rund 8 Prozent weniger Mineralöl und 4 Prozent weniger Braunkohle verbraucht, aber 1,3 Prozent mehr Gas und mit 7 Prozent deutlich mehr Steinkohle. Der Anteil der Erneuerbaren Energien stieg erneut an.
Gemischte Entwicklung bei den Fossilen
Der Rückgang beim Mineralöl ist vor allem auf einen sinkenden Verbrauch von Diesel (- 6 Prozent) und leichtem Heizöl zurückzuführen. Letzteres verzeichnete einen Rückgang von mehr als einem Drittel. Zudem wurde 1 Prozent weniger Flugkraftstoff und 0,6 Prozent weniger Benzin verbraucht. Die chemische Industrie steigerte ihren Rohbenzinverbrauch hingegen um rund 3 Prozent.

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs im ersten Halbjahr 2026, Veränderungen in Prozent (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)
Der Verbrauch von Erdgas stieg mit 1,3 Prozent leicht an. Insgesamt glichen sich die Einflussfaktoren – Witterung, Konjunktur und Preisentwicklung allerdings weitgehend aus.
Während der Braunkohlebedarf im Zuge des Kohleausstiegs um vier Prozent sank, ist der Verbrauch von Steinkohle, vor allem für die Stromerzeugung, mit einem Plus von 7 Prozent deutlich angestiegen. Am stärksten stieg der Absatz an die Eisen- und Stahlindustrie, die ihre Produktion in der ersten Jahreshälfte um rund 4 Prozent gesteigert hat.
Der Anteil der Erneuerbaren steigt
Der positive Trend bei Erneuerbaren Energiequellen setzt sich währenddessen fort: Im ersten Halbjahr stieg der Anteil Erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Stromerzeugung aus Windkraft legte mit 12 Prozent deutlich zu und auch die Solarstromerzeugung kann sich mit plus 4 Prozent sehen lassen. Umweltenergie mittels Wärmepumpen stieg um 19 Prozent und der Verbrauch von Biomasse bliebt stabil. Witterungsbedingt sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 5 Prozent.

Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland – 1. Halbjahr 2026, Anteile in Prozent (Vorjahr in Klammern) (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)
Stromaustausch am EU-Binnenmarkt nahezu ausgeglichen
Während in den vorangegangenen ersten Halbjahren 2024 und 2025 ein deutlicher Importüberschuss zu verzeichnen war, zeigte sich der sogenannte Stromaustauschsaldo 2026 nahezu ausgeglichen. Es wurde also fast ebenso viel Strom an europäische Nachbarländer exportiert wie von ihnen importiert.
Leichter Rückgang energiebedingter Emissionen
Die CO2-Emissione aus der Energieerzeugung sind in der ersten Jahreshälfte 2026 um etwa 8 Millionen Tonnen bzw. 2,5 Prozent zurückgegangen. jb

















































