Gab es durch den Gewinn des BEE-Startup-Pitches im vergangenen Jahr spürbare Vorteile für euch, zum Beispiel neue Kontakte zu Netzbetreibern oder zusätzliche Aufmerksamkeit?
Ja, die Auswirkungen waren für uns deutlich spürbar. Direkt nach dem Sommerfest haben sich zahlreiche bestehende Kontakte aus der Branche bei uns gemeldet und uns zum Gewinn gratuliert – darunter Projektentwickler, Netzbetreiber und weitere Partner:innen aus unserem Netzwerk.
Darüber hinaus hat die erhöhte Sichtbarkeit zu neuen Gesprächen und Kooperationen geführt. So konnten wir beispielsweise eine Zusammenarbeit mit einer etablierten Kommunikationsagentur aufbauen, mit der wir heute gemeinsam Angebote für Kund:innen entwickeln, sowie eine Datenkooperation mit einem Verein erschließen. Auch potenzielle Neukund:innen wurden auf uns aufmerksam und haben im Anschluss an das Sommerfest Demotermine vereinbart.
Für uns hat sich gezeigt, dass der Pitch auf dem Sommerfest weit mehr ist als eine Preisverleihung – es ist ein wichtiges Branchenevent, das Innovationen sichtbar macht und junge Unternehmen mit relevanten Akteuren zusammenbringt.
Eure Plattform hilft dabei, die lokale Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte zu messen und zu steuern. Welche wichtigen Meilensteine konntet ihr im letzten Jahr erreichen?
Der wichtigste Meilenstein für uns war der Übergang von der Pilotphase zu einem marktreifen Produkt. Vor einem Jahr haben wir unsere Lösung gemeinsam mit Pilotkund:innen getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Heute verfügen wir über eine eigenständig nutzbare Softwareplattform, die von Kund:innen aktiv im Projektalltag eingesetzt wird.
Parallel dazu konnten wir zahlreiche Projekte im Bereich Windenergie und Netzausbau begleiten. Neben der Vertiefung bestehender Kund:innenbeziehungen haben wir neue Kund:innen gewonnen und unsere Präsenz in unterschiedlichen Bereichen der Energieinfrastruktur ausgebaut. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir inzwischen auch mit zwei der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber zusammenarbeiten.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die zunehmende Etablierung unseres Unternehmens in der Branche. Auf Fachveranstaltungen und Branchentreffen stellen wir immer häufiger fest, dass viele Akteure unseren Namen bereits kennen und unsere Arbeit verfolgen. Das bestätigt uns darin, dass wir uns in einem anspruchsvollen Markt erfolgreich positionieren konnten.
Gab es im vergangenen Jahr auch Herausforderungen, aus denen ihr lernen konntet?
Wie viele Unternehmen in der Branche haben auch wir die aktuellen Marktbedingungen gespürt. Viele Unternehmen stehen unter hohem Kostendruck, Budgets werden genauer geprüft und Investitionsentscheidungen dauern häufig länger als noch vor einigen Jahren.
Für uns bedeutete das, noch konsequenter zu priorisieren. Jede Produktentscheidung musste sich daran messen lassen, welchen konkreten Mehrwert sie für unsere Kund:innen schafft. Manche Funktionen, die wir ursprünglich früher umsetzen wollten, mussten wir bewusst zurückstellen, um unsere Ressourcen auf die wichtigsten Themen zu konzentrieren.
Rückblickend war das eine wertvolle Erfahrung. Sie hat uns geholfen, unser Produkt noch stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Kund:innen auszurichten und unseren Nutzen noch klarer zu kommunizieren. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen neue Lösungen zeigen, dass sie nicht nur interessant sind, sondern einen messbaren Mehrwert / ROI schaffen. Diese Herausforderung hat uns als Unternehmen deutlich gestärkt.
Gleichzeitig haben wir gelernt, unterschiedliche Wege der Unternehmensfinanzierung zu prüfen und unser Wachstum nachhaltig zu gestalten. Dass wir unsere Entwicklung trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds erfolgreich fortsetzen konnten, sehen wir heute als wichtigen Erfolg.
Worauf liegt aktuell euer Hauptfokus und was sind die nächsten Schritte für AVALY?
Unser wichtigster Fokus ist und bleibt die kontinuierliche Verbesserung und Validierung unserer Analysen. Akzeptanz für Energieinfrastruktur ist ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird und sich nicht so eindeutig messen lässt wie technische Kennzahlen. Deshalb investieren wir weiterhin stark in die Weiterentwicklung unserer Modelle, die Erweiterung unserer Datengrundlagen und die Validierung unserer Vorhersagen anhand realer Projekte und verhaltensrelevanter Kriterien.
Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Plattform weiter auszubauen. Dazu gehören Verbesserungen der Benutzeroberfläche ebenso wie neue Analysefunktionen und die Erweiterung auf zusätzliche Anwendungsbereiche innerhalb der Energiebranche, zum Beispiel BESS, Rechenzentren etc.
Neben dem Ausbau unseres Produktportfolios und der Ausweitung unserer Lösung auf weitere Technologien und Projektarten liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Steigerung der Granularität unserer Analysen, zum Beispiel auf die Ebene von Ortsteilen.
Darüber hinaus wollen wir selbstverständlich unsere Zusammenarbeit mit bestehenden Kund:innen vertiefen, neue Kund:innen gewinnen und unser Netzwerk aus Partner:innen und Datenanbietern weiter ausbauen. Unser Ziel bleibt dabei unverändert: Projektentwicklern, Netzbetreibern und anderen Akteuren bessere Entscheidungsgrundlagen für gesellschaftlich getragene und somit erfolgreiche Energieinfrastrukturprojekte zu liefern.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Julia Broich



















































