Konzernbericht 2025: Rückenwind für Öko-Energieversorger naturstrom

Die naturstrom AG zieht eine positive Bilanz für 2025. Die umsichtige Beschaffungsstrategie auf Basis der eigenen Erneuerbare-Energien-Anlagen kam dem Konzern besonders zugute.
31.07.2026 – Die naturstrom AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und verzeichnet Zuwächse bei Gewinn, Umsatz und Energieabsatz.
„Ökostrom bedarfsgerecht und sektorenübergreifend nutzbar zu machen, wird einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren der Energiewende“, so Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der naturstrom AG. „Mit naturstrom tragen wir dazu bei, dass dieser Wandel gelingen kann.“
Ein gutes Ergebnis, auch dank umsichtiger Beschaffungsstrategie
Im Jahr 2025 belieferte der Ökoenergieversorgern mehr als 313.000 Haushalte, Unternehmen und Institutionen mit Ökostrom, Ökogas und erneuerbarer Wärme. Das entspricht einem leichten Rückgang von zwei Prozent.
Insgesamt wurden 1.422 Millionen Kilowattstunden Ökostrom und Ökogas an Privat- und Gewerbekunden geliefert – ein Wachstum von etwas mehr als zwei Prozent, vor allem getrieben durch den Gewerbebereich.
Die Kosten für Materialbeschaffung konnten dank der umsichtigen Beschaffungsstrategie des Konzerns gesenkt werden. Eine große Rolle spielen hier die eignen Anlagen, die den Strombeschaffung absichern. „Der eigene Anlagenpool gibt uns die Möglichkeit, kurzfristig auf Chancen im Markt zu reagieren und zugleich abgesichert zu bleiben“, erläutert Sophia Eltrop, Vorständin für Finanzen, IT und Personal bei naturstrom.
Der Gesamtumsatz kletterte auf 533 Millionen Euro und der Gewinn nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 24 Prozent auf 13,4 Millionen Euro. Der Ökoenergieversorger kann so sein Eigenkapital weiter steigern und Raum für Investitionen schaffen.Der Vorstand der naturstrom AG betont, dass er mit dem vorliegenden drittbesten Ergebnis der Konzerngeschichte sehr zufrieden ist.
Nachhaltiges Wachstum – auch für die eigenen Erneuerbare-Energien-Anlagen
Die Gesamtkapazität der eigenen Anlagen – naturstrom AG und NaturEnergy – liegt aktuell bei 325 Megawatt. Im Jahr 2025 gingen neue Wind- und Solaranlagen mit insgesamt knapp 90 Megawatt Leistung ans Netz, darunter der Solarpark Petershagen und der Windpark Niese-Köterberg. Im Herbst schloss das Unternehmen zudem das Quartiersprojekt LÜCK ab, bei dem in Köln Abwasserwärme kommerziell genutzt wird.
Weitere Projekte sind bereits auf dem Weg. Unter anderem ist das Repowering eines Windparks in Nordhessen geplant sowie die Installation von Batteriespeichern an Solarparks.
Vielfalt weiter ausbauen
Die naturstrom AGwar zudem 2025 Mitgründer des Joint Venture HandelGrün zur Vermarktung von Batteriespeichern und flexiblen Verbrauchern und hat mehrere Flex-Tarife eingeführt.
„Die notwendige Flexibilisierung des Stromsystems ist eine Herausforderung, eröffnet uns aber auch eine Vielzahl neuer Möglichkeiten“, kommentiert Hummel. „Die Zahl unserer individuellen Angebote für unterschiedliche Kund:innengruppen steigt stetig – für dynamische Prosumer-Haushalte, E-Auto- und Wärmepumpenbesitzer:innen ebenso wie für jene, die auf langjährige Energiepreis-Stabilität setzen. Wir werden diese Vielfalt auch künftig weiter ausbauen.“
Flaschenhals der Energiewende
Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket bleibt ein deutlicher Unsicherheitsfaktor für Investoren, kritisiert Hummel. Der Redispatch-Vorbehalt ist als neues Steuerungselement für den Erneuerbaren-Ausbau vorgesehen. In Netzengpassgebieten würde dann die Netzanschlusspflicht entfallen. Bauen Betreiber neue Anlagen in einer solchen Region, müssen sie auf einen Teil der Entschädigungen verzichten, die sie ansonsten im Falle von Abregelungen erhalten. In kapazitätslimitierten Netzengpassgebieten könnte dies zu entschädigungsfreien Abregelungen von 10 bis 20 Prozent führen.
Zudem seien die 850 Netzbetreiber in vielen Teilen Deutschlands überfordert, so Hummel. Ein zeitnaher Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen und Batterien sei weiterhin nicht gegeben, der Netzausbau lahme, und auch der physische Zählerwechsel sei noch immer kaum vorangekommen. Der Netzausbau bleibe der Flaschenhals der Energiewende. jb


















































