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RWE macht 5,7 Milliarden Verlust und setzt Dividende aus

Am Mittwoch gab RWE die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2016 in der Essener Zentrale bekannt. Der offizielle Konzernabschluss 2016 soll am 14. März 2017 folgen. (Foto: RWE AG)
Am Mittwoch gab RWE die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2016 in der Essener Zentrale bekannt. Der offizielle Konzernabschluss 2016 soll am 14. März 2017 folgen. (Foto: RWE AG)

Der Energiekonzern musste 2016 über 4 Milliarden Euro auf seine fossilen Kraftwerke abschreiben, die niedrigen Strompreise und der Atomkompromiss belasten die Bilanz. Wie im vergangenen Jahr zahlt RWE erneut keine Dividende, zum Ärger der Kommunen.

23.02.2017 – „Wir erwarten, dass RWE für 2016 zu der Zahlung einer Dividende zurückkehrt“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes kommunaler RWE-Aktionäre, Ernst Gerlach, noch vor drei Wochen in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Nun die Enttäuschung: 4,3 Milliarden Euro Verlust machte der Kohle- und Atomkonzern 2016 und streicht erneut die Dividende für Stammaktien wie sie die kommunalen Eigentümer in NRW halten. Halter von Vorzugsaktien sollen immerhin 13 Cent je Anteilsschein erhalten. „Das schwierige Marktumfeld hat außerplanmäßige Wertberichtigungen erforderlich gemacht“, erklärte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2016 am Mittwoch in Essen.

Die Wertberichtigungen musste RWE größtenteils auf deutsche Kraftwerke vornehmen, die wegen der niedrigen Stromhandelspreise stark unter wirtschaftlichem Druck stehen. Es waren aber auch Anlagen in Großbritannien, den Niederlanden und der Türkei betroffen. Wie der Atomkonzern betont, schlug sich vor allem die Einmalbelastung aus dem Kernenergiefonds in der Bilanz nieder. RWE zahlt zum 1. Juli 2017 wie mit der Bundesregierung und den anderen Atomkonzernen vereinbart, 6,8 Milliarden Euro in einen neuen staatlichen Atomfonds ein und ist damit alle finanziellen Risiken des Atomausstiegs los. Ein guter Deal für die Konzerne und ein großes Risiko für die Steuerzahler.

Leid und Trennungsangst bei NRW-Kommunen

Für ohnehin klamme Städte wie Duisburg, Essen und Oberhausen sind die Zahlen von RWE erneut schlecht Neuigkeiten. Die knapp 90 Kommunen und kommunalen Unternehmen aus NRW leiden seit Jahren unter dem schwächelnden Energieriesen. Dennoch wollten sich bislang nur wenige von ihren RWE-Aktien trennen, obwohl die Dividende zuerst sank und im vergangenen Jahr ganz ausblieb. Immerhin ist Besserung in Sicht, für das nächste Jahr stellte der RWE-Vorstand eine Dividende in Aussicht und auch die Abspaltung der zukunftsträchtigen Bereiche Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in den neuen Tochterkonzern innogy weckt Hoffnungen.

„Um den Aktionären eine Perspektive für die künftige Dividendenentwicklung zu bieten, strebt der Vorstand für 2017 eine Dividende auf Stamm- und Vorzugsaktien in Höhe von 50 Cent an“, hieß es in einer Presseerklärung. Der positive Ausblick beruht auf guten Zahlen aus dem operativen Geschäft. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss belief sich auf 800 Millionen Euro, die Nettoschulden konnte der Konzern auf 22,7 Milliarden Euro senken. Dennoch gut möglich, dass auch im kommenden Jahr Abschreibungen auf die alten fossilen und immer weniger rentablen Kraftwerke notwendig werden. cw


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