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Solar- und Windenergie schlagen Braunkohle

In der ersten Jahreshälfte 2017 betrug die Nettostromerzeugung von Solaranlagen in Deutschland 21,45 Terrawattstunden (TWh) – das sind etwa 7,6 Prozent der gesamten Stromerzeugung. (Foto: <a href="https://pixabay.com/de/solarzellen-fotovoltaik-strom-19
In der ersten Jahreshälfte 2017 betrug die Nettostromerzeugung von Solaranlagen in Deutschland 21,45 Terrawattstunden (TWh) – das sind etwa 7,6 Prozent der gesamten Stromerzeugung. (Foto: Andreas-Troll / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Im ersten Halbjahr 2017 erreichten die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 37,9 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Mehr als ein Viertel der gesamten Erzeugung stammte aus PV- und Windkraftanlagen, die damit die Braunkohle überflügelten.

05.07.2017 – Hatten regenerative Energiequellen im vergangenen Jahr noch einen Anteil von 33,3 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland, waren es im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 37,9 Prozent. Das geht aus aktuellen Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor. Maßgeblich daran beteiligt war neben der Windenergie mit einem Anteil von 17,6 Prozent auch die Solarenergie mit 7,6 Prozent. Damit konnten die beiden Erneuerbaren zusammen sogar die Braunkohle überflügeln, deren Anteil verglichen mit dem Vorjahr ungefähr gleich geblieben ist.

Trotzdem werden aus dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. zu der aktuellen Entwicklung kritische Stimmen laut. „Die Energiewende kommt in Deutschland viel zu langsam voran“, so Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des BEE. Damit bezieht sich Uphoff nicht unbedingt auf den Fortschritt im Stromsektor. Vielmehr sind es der Wärme- und Verkehrsbereich, die ihm zurzeit Grund zur Sorge bereiten.

Denn auch wenn die Erneuerbaren Energien im Wärmesektor gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 ihren Anteil von 13,3 auf 13,6 Prozent leicht steigern konnten, wie aus Daten des BEE hervorgeht, ist der Fortschritt noch viel zu gering. Im Verkehrsbereich ist der Anteil sogar von 5,7 Prozent im ersten Halbjahr 2015 und 5,5 Prozent 2016 in diesem Jahr erneut leicht zurückgegangen. So hatten dort die Erneuerbaren 2017 nur noch einen Anteil von 5,1 Prozent.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch ist von zuletzt 14,8 Prozent auf 15,2 Prozent nur marginal gestiegen. Das von Deutschland erklärte EU-Ziel von 18 Prozent rückt damit aus Sicht des BEE in weite Ferne. „Nur mit einem deutlich engagierteren Ausbau Erneuerbarer Energien – bei Strom genauso wie bei Wärme und Verkehr – können wir den Pariser Klimavertrag einhalten und unsere gegenüber der EU verbindlichen Erneuerbare Energien-Ausbauziele erreichen“, so Uphoff.

Daher müsse die nächste Bundesregierung direkt nach der Bundestagswahl umfassende Maßnahmen zur Stärkung der Energiewende ergreifen. „Wir benötigen faire Wettbewerbsbedingungen für Erneuerbare Energien über eine CO2-Bepreisung im Strom- und Wärmesektor“, fordert Uphoff. Hingegen müsse die Deckelung des Ausbaus einer sauberen Stromproduktion, die Förderung fossiler Heizungen sowie die Benachteiligung von Biotreibstoffen abgeschafft werden. jk


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Kommentare

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Eitel Heck 05.07.2017, 12:34:48

Der Artikel weist aus, dass im 1.Hj. 2017 mehr als ein Viertel der erneuerbaren Stromerzeugung durch Photovolteik und Windenergie erfolgte und damit Braunkohlekraftwerke übertroffen wurden. Trotzdem kritisiert der Bundesverband Erneuerbare Energien die Bundesregierung, dass die Maßnahmen zur Energiewende zur Sicherung der Klimaziele nicht ausreichen.

Mich erinnert diese Berichterstattung an Erfolgsmeldungen in der DDR, wo die eigentlichen Probleme zur Sicherung des Erfolges ausgeblendet wurden.

Bei dem ausgewiesenen Anteil von Windstrom von 17,6% und Photovoltaik von 7,6% am Strom-Mix wird die wetterabhängige, fluktuierende Stromproduktion durch die kontinuierliche Stromproduktion konventioneller Kraftwerke abgepuffert.

Die eigentlichen Probpleme mit fluktuierenden Wind- und SonnenStrom beginnen bei einem Anteil von über 30% am Strom-Mix , wo die Abpufferung durch konventionelle Kraftwerke nicht mehr ausreicht, und bezahlbare Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Wind- und Sonnenstrom erforderlich sind, aber gegenwärtig nicht erkennbar sind.

Die gegenwärtigen Stromspeichertechnologien wie Pumpspeicherwerke, Betonkugelspeicher, Druckluftspeicher, Redox Flow Batterien und Power to Gas zur Nutzung von überschüssigen Strom erfordern entweder Investionen in Größenordnung oder sie haben einen niedrigen Wirkungsgrad oder sie sind forschungsseitig noch nicht ausgereift.

Investitionen in Größenordnung und niedrige Wirkungsgrade schlagen sich in einer Vervielfachung der Stromkosten nieder.

Ich empfehle der Naturstrom AG darauf zu achten, dass bei Berichterstattungen zur Erweiterung der erneuerbaren Energien der Arbeitsstand der Realisierung von Groß- und Langzeitspeichern für überschüssigen Wind- und Sonnenstrom dargestellt wird.

Bei einer diffusen Sonneneinstrahlung von 120W/m2 im Zeitmittel sind bei Photovoltaik in Deutschland im Gegensatz zum Erfolg bei der Nutzung von Sonnenenergie in Ländern mit guter Sonneneinstrahlung Grenzen gesetzt.


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