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Die globale Stromproduktion

Steigende und sinkende Investitionen in Erneuerbare Energien

Alleine in die Solarbranche wurde 2017 160,8 Milliarden Dollar investiert, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. (Foto: © alex lang / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Während China weiterhin Spitzenreiter bei den Investitionen in Erneuerbare Energien ist und Länder wie Mexiko starke Zuwächse zu verzeichnen haben sind die Entwicklungen in den USA und einigen Europäischen Ländern – wie Deutschland – rückläufig.

07.04.2018 – Die Frankfurt School of Finance & Management veröffentlichte diese Woche ihre jährlich erscheinende Analyse der globalen Investitionen in Erneuerbare Energien. In Zusammenarbeit mit dem UN-Umweltprogramm Unep und dem Thinktank Bloomberg New Energy Finance zeigt der Bericht die weltweiten Investitionen sowie neu installierte Kapazitäten Erneuerbarer Energien auf. Dabei wird auch ein Vergleich zu fossilen Energieträgern gezogen. Und der Vergleich zeigt: Die Erneuerbaren sind weltweit auf dem Vormarsch. Während 2017 70 Gigawatt fossiler Energieträger neu installiert wurden waren es im gleichen Zeitraum 157 GW Erneuerbare Energien. Spitzenreiter ist die Solarenergie, mit einem Anteil von 98 GW. Damit ist die Sonnenenergie insgesamt für 38 Prozent neu installierter Energie weltweit im Jahre 2017 verantwortlich.

Die höchsten Investitionen hatte 2017 China zu verzeichnen. 126,6 Milliarden Dollar machen 45 Prozent der weltweiten Ausgaben in Erneuerbare Energieprojekte aus. Besonders die Solarbranche boomt in China. 53 GW neu installierte Kapazitäten bedeuten alleine für China einen höheren Zuwachs als der weltweite im Jahr 2014. Während China seit Jahren Vorreiter bei den Investitionen in Erneuerbare Energien ist fangen andere Länder erst an verstärkt ihren Erneuerbaren Energiesektor auszubauen. Zwar investierte Mexiko 2017 „nur“ 6 Milliarden Dollar, doch das bedeutete einen Zuwachs von 810 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Europa und die USA fahren ihre Investitionen zurück

In Europa hingegen hat nur Schweden hohe Zuwächse bei den Investitionen zu verzeichnen. Neue Gelder von 3,7 Milliarden Dollar machen einen Zuwachs von 127 Prozent im Jahr 2017 aus. In der gleichen Zeit hatte Deutschland einen Rückgang von Minus 35 Prozent zu verzeichnen, Großbritannien sogar 65 Prozent weniger. Dabei flossen 7,6 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energieprojekte. Deutschland investierte etwas mehr: 10,4 Milliarden Dollar. Auch die USA hat einen Rückgang von 6 Prozent zu verzeichnen, investierte aber 2017 immer noch 40,5 Milliarden Dollar.

Die Zahlen zeigen, dass Länder wie die USA und Deutschland zwar nach wie vor zu den größten Investoren im Erneuerbaren Energiesektor zählen. Doch der teilweise starke Rückgang ist angesichts des Klimawandels bedenklich. „In Ländern, die im Angesicht geringerer Investitionen standen, reflektiert dies im Allgemeinen einen Mix aus veränderter politischer Unterstützung, den Zeitpunkten zur Finanzierung großer Projektvorhaben, wie bei der Offshore-Windkraft, und niedrigere Investitionskosten pro Megawatt“, erklärt Angus McCrone von Bloomberg New Energy Finance.

Die Politik bremst die Energiewende

In den USA torpediert der Klimaleugner Donald Trump und sein Team regelmäßig den Erneuerbaren Energiesektor, sei es mit geplanten Strafzöllen auf Solarmodulimporte oder der Abschaffung des Clean Power Plan, der von der Obama-Administration ins Leben gerufen wurde, um die CO2-Emissionen in den USA drastisch zu senken.

Auch in Deutschland wird die Energiewende politisch ausgebremst findet Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. „Zwar wird so getan, als seien alle Maßnahmen im Sinne der Energiewende. Doch dann werden genau gegenteilige Entscheidungen gefällt, etwa die Begrenzung des Ausbaus erneuerbarer Energien, die Einführung eines Kohlevorrangs, Kohleabwrackprämien oder überdimensionierte Netze. Dies alles dient in keinster Weise einer erfolgreichen und klugen Energiewende – im Gegenteil“, sagt die Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit in einem Interview der Frankfurter Rundschau.

Während in Deutschland der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bei 38,5 Prozent liegt, ist dieser global gesehen erst bei 12,1 Prozent. Auch China als Vorreiter bei den Investitionen in Erneuerbare Energie, bezieht den Großteil seines Stroms zu 65,5 Prozent aus fossiler Kohleenergie. Im Wärme und Verkehrssektor indes sind die Entwicklungen noch marginaler. Niels Stieglitz von der Frankfurt School of Finance & Management sieht zwar die positiven globalen Entwicklungen, warnt aber gleichzeitig davor diese in einem allzu positiven Licht zu betrachten. „Wir haben noch einen langen Weg zu gehen“, sagt er im Angesicht der aktuellen Zahlen. mf   


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