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Stromkosten sollen in Ost- und Norddeutschland sinken

Die Bundesregierung will die Kosten für das Stromnetz zukünftig auf alle Regionen gleichmäßig verteilen. Bisher wurden Haushalte durch den Netzausbau besonders in Ost- und Norddeutschland stark belastet. (Foto: © 50Hertz Transmission GmbH)
Die Bundesregierung will die Kosten für das Stromnetz zukünftig auf alle Regionen gleichmäßig verteilen. Bisher wurden Haushalte durch den Netzausbau besonders in Ost- und Norddeutschland stark belastet. (Foto: © 50Hertz Transmission GmbH)

Die Bundesregierung will die Kosten für das Stromnetz zukünftig auf alle Regionen gleichmäßig verteilen, geht aus einem Gesetzesentwurf hervor. Bisher wurden Haushalte durch den Netzausbau besonders in Ost- und Norddeutschland stark belastet.

05.11.2016 – Mithilfe der SuedLink- sowie der Suedostlink-Trasse wollen die Übertragungsnetzbetreiber Strom komplett unterirdisch von Nord- und Ostdeutschland in den Süden der Bundesrepublik transportieren. Eine derartige Erdverkabelung hat allerdings seinen Preis. Bisher mussten die vier Netzzonen in Deutschland selbst für die Leitungskosten aufkommen. Zukünftig sollen die Kosten für den Netzausbau jedoch gleichmäßig auf die Regionen verteilt werden, geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hervor.

Das entlastet vor allem in den östlichen Bundesländern die Stromrechnungen der Haushalte und Betriebe. Aber auch in Norddeutschland, wo bereits in den vergangenen Jahren die Netzkosten aufgrund des starken Windenergieausbaus sehr hoch waren, können die Stromkosten nun deutlich sinken. Für West- und Süddeutschland bedeutet das im Umkehrschluss allerdings steigende Preise.

Vermiedene Netzentgelte werden abgeschafft

Die Haushalte und Unternehmen der nördlichen und östlichen Bundesländer werden aber noch von einer weiteren geplanten Neuregelung profitieren. So sollen die vermiedenen Netzentgelte zunächst eingefroren und dann über einen Zeitraum von zehn Jahren vollständig abgeschafft werden. Die Zahlungen erhalten bisher vor allem dezentrale Anlagenbetreiber, da sie in das Mittelspannungs- oder Verteilernetz Strom einspeisen und somit zu einer Vermeidung des Netzausbaus auf Übertragungsnetzebene beitragen.

Die vermiedenen Netzentgelte wurden bislang über die Netzumlage von allen Verbrauchern gezahlt. So können zukünftig vor allem die Bundesländer, die einen hohen Anteil dezentraler Energieerzeugung besitzen, mit einer Entlastung bei den Netzentgelten rechnen. Dies ist vor allem in Nord- und Ostdeutschland der Fall.

Insgesamt werden laut dem Gesetzentwurf zwar die Stromnetzkosten fairer verteilt und die vermiedenen Netzentgelte abgeschafft, die viel zu hohen Industrieausnahmen bleiben jedoch weiterhin unangetastet. So müssen immer noch die Verbraucher die viel zu hohen Rabatte für stromintensive Unternehmen subventionieren und 2017 dafür bereits über eine Milliarde Euro zahlen. jk


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