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Studie warnt: Bahn vom Klimawandel stark betroffen

Foto: Ein ICE auf freier Strecke. Im Hintergrund Windkraftanlagen.
Die Fernverkehrszüge der Bahn sollen seit Anfang diesen Jahres nur noch mit Ökostrom – unter anderem aus Windkraft – angetrieben werden. (Foto: © Rob Dammers / flickr.com, CC BY 2.0)

Die Deutsche Bahn muss sich in Zukunft vermehrt auf Extremwetter einstellen. Schuld ist der Klimawandel. Neben höheren Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen, muss die Bahn aber auch mehr Bäume fällen um die Sicherheit ihrer Strecken zu gewährleisten.

02.03.2018 – Starke Hitze, klirrende Kälte, Orkanböen und Starkregen, für die Deutsche Bahn bedeuten diese Wetterextreme erhebliche Einschränkungen. Die Bahn ist wie kein anderes Unternehmen in Deutschland vom Klimawandel betroffen, zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Klimawandel – Auswirkungen auf die Deutsche Bahn AG“ des Potsdam-Instititus für Klimafolgenforschung (PIK).

„Egal wo lokale Wetterextreme zuschlagen, sie treffen fast immer auch die Bahn. Der Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Verfeuern von Kohle und Öl kann auch solche Extreme befeuern und Risiken für die Bahn erhöhen. Dabei kann die Bahn als klimafreundlicher Verkehrsträger gleichzeitig auch selbst eine Antwort auf das Problem sein,“ erklärt der Direktor des PIK Hans Joachim Schellnhuber. Besonders Stürme, die sich aufgrund des Klimawandels in die grüne Jahreszeit verschieben, bereiten der Bahn große Probleme. Belaubte Bäume bieten den Orkanböen große Angriffsflächen und knicken so reihenweise um. Auch Starkregen kann Bäume durch aufgeweichte Böden zum Umsturz bringen. Regelmäßig beeinträchtigen umgestürzte Bäume auf den Gleisen den Bahnverkehr.

Für die Sicherheit müssen Bäume gefällt werden

Dagegen will die Bahn jetzt mit intensiveren Maßnahmen vorgehen. Das Vegetationsmanagement entlang der Strecken soll deutlich ausgeweitet werden. Heißt: Bäume entlang der Strecke werden bis auf sechs Meter von den Gleisen entfernt abgeholzt. Dafür werden 625 Millionen Euro investiert und 150 neue MitarbeiterInnen eingestellt. Experten kritisieren jedoch, dass damit nur vergangene Budgetkürzungen und Stellenabbau rückgängig gemacht werden.

Eine weitere Maßnahme sollen mehr Schutznetze und Fangewände an Gesteinsböschungen und Hangabschnitten sein, die das Risiko für die Gleise – bei Hangbewegungen aufgrund feuchter Böden – weiter mindern. Auch technische Lösungen werden vermehrt Einzug halten. Zur Überwachung und Hinderniserkennung soll „Fiber Optic Sensing“ eingesetzt werden. Glasfaserkabel die akustische Signale ihrer Umgebung wahrnehmen. Bereits im Betrieb sind Heizungen an vielen Weichen, damit die beweglichen Teile nicht einfrieren. Auch die Klimaanlagentechnik wurde seit 2015 massiv ausgebaut. In den ICEs der Klasse 4. Gibt es inzwischen zwei unabhängige Kühlsysteme und alle Klimaanlagen werden inzwischen regelmäßig gewartet, damit es nicht mehr wie in der Vergangenheit zu häufigen Ausfällen bei starker Hitze kommt.

Ziel der Bahn ist es bis 2050 CO2-Frei zu sein

Doch um langfristig einen geregelten Betrieb aufrecht zu erhalten hilft nur verstärkter Klimaschutz und da ist das Abholzen von Bäumen nicht hilfreich. Für Bahnchef Richard Lutz ist es daher wichtig zu betonen, wie viel die Bahn bereits für den Klimaschutz leistet. „Wir verfolgen das strategische Konzernziel, bis zum Jahr 2050 CO2-frei zu sein. Und wir machen dabei unsere Kunden zu aktiven Klimaschützern: Seit dem 1. Januar 2018 gilt das schon für alle unsere 140 Millionen Reisenden im DB Fernverkehr, denn sie sind komplett mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs“, so Lutz in einer Pressemitteilung. Mittelfristig will die Bahn bis 2030 ihren CO2-Austoß um 50 Prozent gegenüber 2006 senken und den Anteil an Ökostrom auf 70 Prozent steigern.

Mit den angekündigten Klimaschutzzielen für 2030 bewegt sich die Bahn indes nur im bundesweit geforderten Bereich. Und auch sonst scheint trotz der vollmundigen Ankündigungen noch viel Luft nach oben zu sein. So kritisiert die Gruppe Fossil Free Berlin nach wie vor die Divestment-Beteiligungen der Bahn in Kohle-, Öl- und Gas-Firmen. Des Weiteren betreibt die Bahn über ihre Spedition Schenker auch Lkws, Schiffe und Flugzeuge. Auf diesem Gebiet will die Bahn zumindest CO2-frei wachsen. mf


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