Handelsplattform HandelGrün: Unabhängige Ökostromanbieter gründen Direktvermarkter

Rein erneuerbar, unabhängig und zukunftsorientiert: Elektrizitätswerke Schönau, Green Planet Energy, naturstrom und oekostrom AG bündeln ihre Kräfte in einer Handelsplattform für die Direktvermarktung Erneuerbarer Energien.
23.01.2026 – Die vier großen unabhängigen Ökostromanbieter aus Deutschland und Österreich – Elektrizitätswerke Schönau, Green Planet Energy, naturstrom und oekostrom AG – haben als gleichwertige Partner die Handelsplattform HandelGrün für die Vermarktung von Ökostrom gegründet. Gehandelt wird ausschließlich grüner Strom, jede Verbindung zu fossilen Energieträgern schließt das Joint Venture aus.
Der Strommarkt ist sonst von großen, gemischten Energieportfolios geprägt. Die vier Unternehmen setzen mit dem neuen Joint Venture bewusst auf einen Gegenentwurf: eine Handelsplattform, die Erneuerbare Energien nicht nur bilanziell, sondern strukturell von fossilen Energieträgern trennt.
Partner bündeln Erzeugungskapazitäten
Die HandelGrün übernimmt zunächst Erneuerbare Anlagen der vier Ökostromanbieter mit einem Volumen von 400 MW. Ab dem dritten Quartal 2026 vermarktet das Joint Venture den grünen Strom direkt an der Strombörse.
Damit bündeln die Partner ihre Erzeugungskapazitäten erstmals in einer gemeinsamen Handelsgesellschaft und schaffen sich einen direkten Zugang zum Großhandelsmarkt. Ziel ist es, die Vermarktung effizienter zu gestalten und gleichzeitig Abhängigkeiten von konventionell ausgerichteten Energiehändlern zu reduzieren.
Zukünftig soll auch die Vermarktung von externen Windparks, größeren Solar- oder Biomasseanlagen hinzukommen sowie von haushaltsnahen Flexibilitäten wie Batteriespeichern. HandelGrün soll also langfristig nicht nur als Dienstleister für die eigenen Gesellschaften fungieren, sondern als offene Plattform für weitere Akteure der Energiewende – von kommunalen Betreibern über Energiegenossenschaften bis hin zu Projektentwicklern größerer Anlagen.
Klare Abgrenzung von fossilen Einflüssen
Die Plattform, erhebt den Anspruch, nicht nur Strom zu handeln, sondern Marktstrukturen zu verändern. HandelGrün soll dazu beitragen, dass Wertschöpfung aus Erneuerbarer Erzeugung konsequent im Öko-Energiesektor verbleibt.
„Bei HandelGrün bleibt alles rein erneuerbar: Wir halten fossile Einflüsse fern, lassen Erlöse im Öko-Sektor und garantieren echte Unabhängigkeit – anders als bei Anbietern mit gemischten Portfolios, wo grüne Einnahmen oft in fossile Projekte fließen. So stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren und treiben die Dekarbonisierung ohne Abstriche voran“, sagt HandelGrün-Geschäftsführer Björn Sossong.
Vollständige Direktvermarktung für Anlagenbetreiber
Zunehmende Marktvolatilität und komplexere regulatorischer Anforderungen lassen professionelle Direktvermarktung für Betreiber Erneuerbarer Anlagen immer wichtiger werden. HandelGrün punktet hier durch seine ökologische Expertise. Angeboten wird das gesamte Spektrum der Direktvermarktung, von präziser Prognose und Handelsoptimierung, der Vermarktung nach Marktprämienmodell, individuelle Power Purchase Agreements (PPAs) inklusive Herkunftsnachweisen, bis zur zuverlässigen Absicherung gegen Ausgleichsenergierisiken.
Erneuerbare Energien systemdienlich in den Strommarkt zu integrieren
„Der Handel von Flexibilitäten und deren Optimierung sollen zukünftig fester Teil von HandelGrün werden. Dieser für die Energiewende essenzielle Baustein ermöglicht eine bessere Integration der Erneuerbaren und hebt damit auch wirtschaftliche Potenziale für Anlagenbetreiber“, betont Maximilian Kloess, ebenfalls Geschäftsführer von HandelGrün.
Gemeint sind vor allem Batteriespeicher, steuerbare Anlagen sowie perspektivisch auch dezentrale Flexibilitäten im Umfeld von Haushalten. Sie gewinnen rapide an Bedeutung, um Erzeugungsschwankungen auszugleichen und Erneuerbare Energien systemdienlich in den Strommarkt zu integrieren. Die neue Plattform soll also auch dazu beitragen, Erneuerbare Energien wirtschaftlich zu stärken und ihre Rolle im Energiesystem weiter auszubauen. jb
















































Kommentare
Hartmut Baden vor 2 Wochen
Das ist eine interessante Entwicklung, die den EE mehr Gewicht am Markt gibt.
Was in dem Artikel fehlt ist eine Übersicht wieviel Wind, Solar, Wasser und vor allem auch Biogas in dem neuen Unternehmen zusammengefasst wird und welche Ausbauziele sie sich gesetzt haben.