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Vattenfall sucht Käufer für gesamte Braunkohlesparte

Vattenfall will seine gesamte Braunkohlesparte verkaufen, auch den Tagebau Nochten, der für die Braunkohlekraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe produziert. (Foto: gbohne, CC BY-SA 2.0, https://www.flickr.com/photos/gbohne/7789873048/)
Vattenfall will seine gesamte Braunkohlesparte verkaufen, auch den Tagebau Nochten, der für die Braunkohlekraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe produziert. (Foto: gbohne, CC BY-SA 2.0, https://www.flickr.com/photos/gbohne/7789873048/)

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall sucht intensiv nach einem Käufer für alle seine Braunkohletagebaue und Kraftwerke in Deutschland. Das teilte der Konzern am Dienstag in Stockholm mit. Interessierte Käufer sollen sich ab sofort melden.

23.09.2015 – Vattenfall will sich allerdings nicht aus Deutschland zurückziehen und die anderen Geschäftsbereiche wie Fernwärme, Netze, Vertrieb, Großhandel und Windenergie behalten. Ziel des Verkaufs sei die Umstellung des Energieerzeugungsportfolios, hieß es aus Stockholm. Das gesamte  Geschäft der Braunkohleverstromung und des Braunkohletagebaus soll ausnahmslos abgestoßen werden, also die Braunkohlekraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg sowie Boxberg und den Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen. Die Lausitzer Tagebaue Jänschwalde, Nochten, Reichwalde, Welzow-Süd und Cottbus Nord sowie geplante Erweiterungen z.B. Welzow Süd II stehen ebenfalls zum Verkauf.

Zusätzlich zum Braunkohlegeschäft will Vattenfall zehn Wasserkraftwerke verkaufen, die in der Nähe der Braunkohlereviere in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen. Zu den genauen Bedingungen oder Verpflichtungen des neuen Eigentümers machte Vattenfall keine Angaben und wollte sich nicht näher zum Verkaufsprozess äußern. Man erwarte allerdings, dass der Verkauf bis zur zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen sei.

Bereits seit Jahren gibt es Spekulationen über einen Verkauf der Braunkohlesparte des schwedischen Staatskonzerns. Die rot-grüne Regierung in Stockholm hatte seit dem Amtsantritt im Oktober 2014 bereits mehrfach einen Verkauf angeregt. Denn nicht nur in Deutschland sondern auch in Schweden steht das Braunkohlegeschäft Vattenfalls stark in der Kritik.

Schwierigkeiten beim Verkauf

Was die Braunkohlesparte tatsächlich wert ist und welcher Verkaufspreis erzielt werden kann, ist völlig unklar. Vattenfall-Konzernchef Magnus Hall hatte durchblicken lassen, dass sich das Braunkohlegeschäft für die Schweden finanziell lohnt,  Finanzexperten gehen von einem Wert zwischen ein und zwei Milliarden aus. Der Konzern hat bereits konkrete Gespräche mit Interessenten geführt. Als potenzielle Käufer wurden das polnische Energieunternehmens PGE, der deutsche Kraftwerksbetreiber Steag und die tschechischen Energiekonzerne CEZ und EHP genannt, zu letzterem gehört auch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag.

Finanzexperten deuten nun den öffentlichen Aufruf Vattenfalls an Interessenten als Zeichen dafür, dass die Schweden Schwierigkeiten haben die Braunkohlesparte loszuwerden. Gerade bei den niedrigen Strompreisen in Deutschland sei es schwierig, einen Käufer zu finden, der mit der Braunkohle Geld verdiene, hieß es. Ohnehin fordern Klima- und Umweltschützer gerade in Schweden, Vattenfall müsse zu seiner Verantwortung stehen anstatt das schmutzige Geschäft zu verkaufen. Sie wollen, dass der Konzern den Wandel im Energiesektor und in der Lausitz verantwortungsvoll selbst in die Hand nimmt. cw


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Scheibe 24.09.2015, 15:37:42

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