Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zentraler Motor für regionale Wertschöpfung, bessere Lebensverhältnisse und ein stärkeres gesellschaftliches Miteinander in den Regionen. Das zeigt eine letzte Woche vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte Studie, die bereits von Minister Habeck beauftragt wurde. Eine Kommunikation des BMWE zu den Ergebnissen gibt es bislang nicht, sie wurde lediglich auf den Seiten des BMWE ohne Kommentar hochgeladen. Der Umgang mit dieser Studie passt ins Bild. Die Ergebnisse der Studie passen hingegen nicht ins Bild, das das BMWE versucht über den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu zeichnen.
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Einordnung der ökonomischen Auswirkungen der Energiewende. Sie zeigt, dass durch den Ausbau der Erneuerbaren das Potenzial für die regionale Wertschöpfung enorm ist und flächendeckend ein Rückgrat der kommunalen Haushalte werden kann. In der Kommunikation von Ministerin Reiche wird der Ausbau der Erneuerbaren jedoch hauptsächlich als Problem dargestellt. Entsprechend finden sich auch in den Referentenentwürfen des BMWE zahlreiche Regelungen, die den Ausbau der Erneuerbaren unmittelbar ausbremsen würden.
Standortpolitischer Irrweg
Trotz konstruktiver Kritik und konkreten Änderungsvorschlägen aus der Branche seien die kritischen Passagen weitestgehend unverändert geblieben. Das schafft Unsicherheit, wo Klarheit nötig wäre. Der Versuch, die geopolitischen Entwicklungen konsequent auszublenden und weiter Antworten in der energiepolitischen Vergangenheit zu suchen, ist ein standortpolitischer Irrweg. Es braucht Lösungen, wie die Netze schneller genehmigt und gebaut und wie diese effizienter genutzt werden können, damit in Deutschland der Ausbau der Erneuerbaren weiter beschleunigt werden kann. Statt den Fokus auf den Bau neuer Gaskraftwerke zu legen, braucht es eine klare Initiative, die darauf abzielt, den Bedarf an diesen Anlagen so schnell wie möglich zu reduzieren. Schleswig-Holstein zeigt, wie es gehen kann und wie es gehen wird, wenn vom Bund endlich der politische Rahmen dafür gesetzt wird.
Wirtschaftsstandorte profitieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Die Studie zeigt: Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien schaffen in allen Phasen – von der Planung über Bau und Betrieb bis hin zur Wartung – regionale Wertschöpfung. Aufträge für Planung, Bau und Dienstleistungen gehen häufig an ansässige Unternehmen, wodurch Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden.
Zugleich entstehen im Umfeld der Anlagen neue wirtschaftliche Aktivitäten: In vielen Regionen entwickeln sich zusätzliche Unternehmen und ganze Wertschöpfungsnetzwerke. Die Verfügbarkeit von kostengünstiger und stabiler grüner Energie wird dabei zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor – insbesondere für energieintensive Betriebe.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist laut Studie, dass ein möglichst großer Anteil der Einnahmen in der Region verbleibt. Gelingt es, lokale Unternehmen, Kommunen oder Bürgerinnen und Bürger an Projekten zu beteiligen, stärkt dies nachhaltig die regionale Wirtschaftskraft.
Verbesserte Lebensverhältnisse durch zusätzliche Einnahmen
Hinzu kommt, dass sich mit dem Ausbau erneuerbarer Energien häufig auch die Lebensverhältnisse vor Ort spürbar verbessern. Zusätzliche Einnahmen ermöglichen Investitionen in Infrastruktur, Daseinsvorsorge und öffentliche Einrichtungen.
So konnten in den untersuchten Gemeinden unter anderem Straßen und Wege ausgebaut, öffentliche Gebäude saniert oder neue Angebote in Bereichen wie Bildung, Mobilität und Gesundheitsversorgung geschaffen werden. Auch Betreiberunternehmen leisten teilweise direkte Beiträge zur Infrastrukturentwicklung, etwa im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen.
Bürgerbeteiligungen sorgen dafür, dass ein Teil der Erträge aus erneuerbaren Energien direkt der Bevölkerung zugutekommt.
Wirkungszusammenhang: EE, Infrastruktur und Entwicklung
Die Studie hebt außerdem hervor, dass zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Entwicklung der Regionen ein klarer Wirkungszusammenhang besteht. Einnahmen aus Energieprojekten ermöglichen Investitionen in Infrastruktur und Daseinsvorsorge – etwa in Schulen, Verkehr, Gesundheitsangebote oder kulturelle Einrichtungen.
Eine gut ausgebaute Infrastruktur wiederum erhöht die Attraktivität der Regionen für Fachkräfte und Unternehmen. Dies stärkt den Wirtschaftsstandort zusätzlich. Gerade in strukturschwachen und ländlichen Regionen, in denen kommunale Haushalte oft unter Druck stehen, kann der Ausbau erneuerbarer Energien so neue Perspektiven eröffnen.





















































