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Foto: Berenika Oblonczyk

Meinung 07.03.2022

Wir sind viele, doch oft nicht leicht zu finden

In der Energiebranche arbeiten viele Frauen, auch in den Chefetagen sind sie zu finden. Dennoch sind sie immer noch weniger sichtbar als die Männer, sprechen weniger oft auf Kongressen, geben weniger Interviews. Sich vernetzen und sich zeigen, heißt die Devise – und Verantwortung übernehmen.

Tina Barroso ist Veranstaltungsdesignerin, Moderatorin und Mitgründerin von Hypatia Netzwerk für Frauen in Erneuerbaren Energien und Cleantech e.V. Sie leitet den Standort Berlin des Kongressveranstalters Conexio-PSE.


Meinung 07.03.2022

Wir sind viele, doch oft nicht leicht zu finden

In der Energiebranche arbeiten viele Frauen, auch in den Chefetagen sind sie zu finden. Dennoch sind sie immer noch weniger sichtbar als die Männer, sprechen weniger oft auf Kongressen, geben weniger Interviews. Sich vernetzen und sich zeigen, heißt die Devise – und Verantwortung übernehmen.

Foto: Berenika Oblonczyk

Tina Barroso ist Veranstaltungsdesignerin, Moderatorin und Mitgründerin von Hypatia Netzwerk für Frauen in Erneuerbaren Energien und Cleantech e.V. Sie leitet den Standort Berlin des Kongressveranstalters Conexio-PSE.



In regelmäßigen Abständen befragen die Berater:innen bei PwC Unternehmen der Energiebranche zum Anteil an Frauen in der Branche. Die im Januar veröffentlichte Studie “Frauen in der Energiewirtschaft – warum die Branche mehr Frauen-Power braucht” zeigt, dass die Zahl der Frauen in Führungspositionen langsam aber stetig steigt: 2014 waren es 10 Prozent, 2018 schon 12 Prozent, 2022 sind es schon 15,5 Prozent. Dabei gibt es Unterschiede auf den verschiedenen Führungsebenen: Während der Frauenanteil in den Verwaltungs- und Aufsichtsräten von 11 Prozent in 2014 auf 19 Prozent in 2021 stieg, sank der Anteil der Geschäftsführerinnen von 8 Prozent in 2014 auf 6 Prozent in 2021. Fazit der Studie: Die Quote für Aufsichtsräte wirkt.

Mein Fazit: bei 15,5 Prozent in 2022 haben wir noch viel zu tun. Denn wir vergeben uns eine Menge Potenzial, zeigen doch Studien, dass Frauen in der Führungsspitze Firmen nachhaltig erfolgreicher machen. Fragt man nun in Unternehmen, warum der Frauenanteil gering ist, werden folgende Gründe am häufigsten genannt: es fehlt an Frauen mit passender Qualifikation, es fehlt an weiblichen Vorbildern und Frauen sind wenig sichtbar. Ich denke, Unternehmen machen es sich mit so einer Argumentation zu leicht.

Als Veranstalterin von Fachkongressen wie dem Forum Neue Energiewelt nutze ich vielfältiges Informationsmaterial, um Profis und Insider für Vorträge meiner Tagungen zu finden. Dabei lese ich Fachzeitschriften, schaue auf andere Events, lese Newsletter und Blogbeiträge in den sozialen Medien und stelle fest: da finden sich überwiegend männliche Experten. Nun könnte ich sagen, es gibt keine Frauen zum Thema (siehe oben) und die gefundenen Personen einladen – aber damit würde ich ja doch nur den leichten Weg gehen.

Daher verknüpfe ich mich mit Frauennetzwerken wie GW NET, Women in Mobility, Women in Green Hydrogen oder FEMTEC und spreche die Frauen bei Hypatia e.V. an, um Empfehlungen für Expertinnen zu erhalten. Außerdem nutze ich Datenbanken wie https://speakerinnen.org, um Expertinnen zu finden. Ja, das ist ein höherer Aufwand für die Programmgestaltung. Aber ich finde, es lohnt sich definitiv.

Meine Bitte an die Frauen der Energiewelt

Damit Veranstalter:innen und Redakteur:innen ihren Job schnell und gut erledigen und dabei mehr Frauen einladen und interviewen können, hier meine Bitte an die Frauen der Energiewelt: Sendet Papers an Kongressveranstalter auch ohne Call for Papers, sendet unaufgefordert Vorschläge für Artikel an die Redaktionen von Fachzeitschriften, legt Euch Profile auf Twitter, LinkedIn und Xing an, auch wenn Ihr dort nicht jede Woche einen Beitrag schreibt.

Meine Bitte an die Männer der Energiewelt

An die Männer der Energiewelt habe ich auch eine Bitte: wenn Ihr Anfragen für Vorträge oder Interviews bekommt, schlagt auch mal eine Kollegin vor.

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