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BundesnetzagenturZahlen zum Erneuerbaren Ausbau und zur Ausschreibung Wind an Land

Windanlagen auf einer Ackerfläche, ein Baum im Mittelpunkt
Die Bundesnetzagentur zieht Bilanz für 2025. (Foto: Tommaso Urli on Unsplash)

Laut Bundesnetzagentur gingen 2025 Erneuerbaren-Energien-Anlagen mit knapp 21 Gigawatt Leistung in Betrieb. Auch die Ergebnisse der letzten Ausschreibung für Wind an Land gab die Behörde bekannt. Fortschritte gibt es zudem beim Stromnetzausbau.

09.01.2026 – In Deutschland waren zum Jahresende 2025 Erneuerbare Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 210 Gigawatt installiert. Um rund 11 Prozent – 21 Gigawatt – stieg die Leistung im vergangenen Jahr. Wie schon in den vergangenen Jahren dominierte die Photovoltaik den Zubau, aber auch viele neue Windkraftanlagen an Land wurden gebaut.

Geringerer Solarzubau als 2024, aber dennoch guter Wert

Der Zubau der Solarleistung fiel 2025 mit 16,4 Gigawatt ein wenig geringer aus im Vergleich zum Zubau im Jahr 2024. Knapp eine Hälfte der zugebauten Leistung entfiel 2025 auf Gebäudesolaranlagen, die andere auf Freiflächensolaranlagen. Im Vorjahr war es noch doppelt so viel Leistung bei Gebäudesolaranlagen im Vergleich zu Freiflächensolaranlagen. In Bayern wurde 2025 mit 4,5 Gigawatt die meiste Solarleistung auf Bundeslandebene installiert. Am Jahresende 2025 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 117 Gigawatt. Um das Ausbauziel von 215 Gigawatt für Solar im Jahr 2030 zu erreichen, müssten künftig jährlich durchschnittlich 19,6 Gigawatt Solar-Leistung zugebaut werden.

Als steckerfertige Solaranlagen (Balkonkraftwerke) registrierte die Bundesnetzagentur 2025 etwa 430.000 Anlagen im Marktstammdatenregister. Dies entspricht einem Anteil am gesamten deutschen Solarzubau in Höhe von 3,2 Prozent der Solarleistung (0,5 Gigawatt). Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 2,5 Prozent (0,4 Gigawatt).

Zubau bei Wind an Land bei 4,6 Gigawatt – müsste sich verdoppeln, um Ausbauziele zu erreichen

Die im Jahr 2025 zugebaute Windleistung übertraf mit 4,6 Gigawatt deutlich das Vorjahresniveau von damals 2,6 Gigawatt. Erneut ging der Hauptteil der Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen in Betrieb (1,3 Gigawatt). Die Bundesnetzagentur registrierte insgesamt zudem knapp 0,6 Gigawatt Windenergieleistung als endgültig stillgelegt. An diesen Standorten werden in der Regel im Rahmen des Repowerings leistungsstärkere Anlagen in Betrieb genommen. Die installierte Gesamtleistung am Jahresende 2025 betrug damit 68,1 Gigawatt. Bis 2030 soll sie auf 115 Gigawatt steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten jährlich durchschnittlich 9,4 Gigawatt in Deutschlandzugebaut werden.

2025 wurden Genehmigungen für knapp 20,8 Gigawatt Windenergie an Land erteilt. Damit konnte das hohe Niveau des Vorjahres nochmals übertroffen werden. Die Bundesnetzagentur erwartet in den kommenden Jahren ebenfalls steigende Inbetriebnahmezahlen.

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Einige Windkraftanlagen gingen auf See in Betrieb

Im November und Dezember 2025 sind die bisher leistungsstärksten Windenergieanlagen auf See in Betrieb gegangen. Die Anlagen im Windpark EnBW He Dreiht in der Nordsee haben jeweils eine Bruttoleistung von 15 Megawatt. Weitere baugleiche Anlagen in diesem Park sollen in Kürze in Betrieb genommen werden. Im Jahr 2025 wurde insgesamt eine Leistung von 0,3 Gigawatt in Betrieb genommen. Damit wurde 2025 wieder weniger Windleistung auf See zugebaut als im Vorjahr. Insgesamt ist eine Leistung von 9,5 Gigawatt in Ost- und Nordsee installiert.

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Biomassekapazitäten blieben konstant

Die installierte Leistung von Biomasseanlagen ist in 2025 nahezu konstant bei rund 9,2 Gigawatt geblieben. Die gesamten unterjährigen Stilllegungen konnten durch neue Inbetriebnahmen kompensiert werden. Im Jahr 2025 betrug der Zubau der Biomasseanlagen rund 55 Megawatt.

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Abschließende Analyse kommt Mitte Januar

Die Daten für das Gesamtjahr 2025 ermittelte die Bundesnetzagentur auf Basis der Registrierungen im Marktstammdatenregister. Für den Monat Dezember wurden sie teilweise abgeschätzt. Die Zubauwerte setzen sich grundsätzlich zusammen aus den Anlagen, die aktuell in Betrieb sind, abzüglich stillgelegter Anlagen. Eine abschließende Analyse der Zubauzahlen wird Mitte Januar 2026 veröffentlicht.

Ergebnisse der Wind-an-Land-Ausschreibung zum 1. November 2025

Auch die Ergebnisse der letzten Ausschreibung Wind an Land gab die Bundesnetzagentur bekannt – eine weit überzeichnete Runde. Bis 1. November 2025 konnten Wind-Projektierer ihre Gebote um ein Volumen von 3.450 Megawatt einreichen. 905 Gebote mit einer Gebotsmenge von 8.155 Megawatt wurden eingereicht. Im Ergebnis konnten 415 Gebote mit einer Zuschlagsmenge von 3.456 Megawatt einen Zuschlag erlangen.

Damit waren 2025 alle vier Ausschreibungsrunden für Wind an Land überzeichnet. Zum Ende des Jahres stehen mehr als 14.445 Megawatt bezuschlagte Projekte in der Bilanz. Damit schwenkt Wind an Land auf den Ausbaupfad des EEG ein.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat das verfügbare Ausschreibungsvolumen für den ersten Gebotstermin des neuen Jahres entsprechend den gesetzlichen Regelungen zur Nachholung von in vergangenen Jahren nicht bezuschlagten Mengen von 2.500 auf 3.445 Megawatt angehoben. Damit stehen 2026 fast 1.000 Megawatt mehr als die gesetzlich verankerten 10.000 Megawatt zur Verfügung. Das wertete der Bundesverband Windenergie (BWE) als positives Signal zum Jahresstart. Jedoch kritisierte BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek die lange Zeitdauer zwischen Ausschreibungstermin und Veröffentlichung der Ergebnisse.

Deutliche Fortschritte beim Stromnetzausbau

Beim Stromnetzausbau und bei der Genehmigung neuer Stromleitungen meldet die Behörde ebenfalls deutliche Fortschritte. Im Jahr 2025 hat die Bundesnetzagentur rund 2.000 Kilometer Stromleitungen genehmigt – etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 1280 km). Insgesamt sind damit für rund 4.700 Leitungskilometer in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur die Verfahren vollständig abgeschlossen. Zum ersten Mal wurden die Genehmigungsverfahren für große Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen abgeschlossen. Für die häufig als „Stromautobahnen“ bezeichneten Nord-Süd-Verbindungen A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink hat die Bundesnetzagentur die Baugenehmigungen erteilt.

Der Bedarf für den Ausbau des Stromnetzes ist derzeit gesetzlich auf rund 16.800 Kilometer festgelegt. Die Bundesnetzagentur ist für rund 9.600 Kilometer davon für die Prüfung und Genehmigung zuständig. Den übrigen Teil bearbeiten die jeweiligen Bundesländer.

Für rund 4.700 Kilometer ist das Genehmigungsverfahren abgeschlossen oder aufgrund gesetzlicher Änderungen nicht mehr erforderlich. Hier steht der Baubeginn kurz bevor oder ist bereits in vollem Gange.

Laut Monitoringbericht zum Netzausbau waren zum Stichtag 30.9.2025 aus dem Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen und dem Gesetz über den Bundesbedarfsplan resultierende Vorhaben mit 5.137 Leitungskilometern genehmigt bzw. befanden sich im Bau. 1.057 Kilometer waren fertiggestellt, 2.733 Kilometer in Betrieb. pf

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