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Zukunftsstudie zur Energieversorgung: Erneuerbare on Top

Erneuerbare Energien sind Grundlage für das Energiesystem der Zukunft; Solarpark-Perleberg, Gehrlicher-Solar, 35-MWp (Foto: © Gehrlicher-Solar)
Erneuerbare Energien sind Grundlage für das Energiesystem der Zukunft; Solarpark-Perleberg, Gehrlicher-Solar, 35-MWp (Foto: © Gehrlicher-Solar)

Bei der internationalen Zukunftsstudie Delphi Energy Future 2040 beschäftigen sich Branchenexperten mit der Zukunft der Energieversorgung. Die Ergebnisse zeigen, dass der globale Ausbau Erneuerbarer Energien sich als günstigste Alternative bestätigt.

27.11.2015 – Dass sich die Energiesysteme in den kommenden Jahrzehnten im Zuge einer groß angelegten Energiewende und Klimawandel-Krise verändern müssen, daran gibt es keinen Zweifel. In welcher Form aber werden sich die Energiesysteme in Deutschland, Europa und der Welt bis zum Jahr 2040 verändern? Die Studie Delphi Energy Future 2040, ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und PricewaterhouseCoopers (PwC) will untersuchen, welche Entwicklungen in Technologie und Gesellschaft die Energiemärkte grundlegend verändern könnten. Über 350 Energieexperten aus mehr als 40 Ländern aus allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden im Laufe der Studie befragt.

Die ersten Ergebnisse liegen jetzt vor und wurden in dieser Woche in Berlin vorgestellt. Für Deutschland stellt sich dabei die Frage, ob das bisherige „Energiewende-Land“ auch langfristig von seiner Rolle als Energiewende-Pionier wirtschaftlich und politisch profitieren kann. Die Mehrheit der befragten Experten glaubt, dass sich die internationale Gemeinschaft bis 2040 auf verbindliche Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen geeinigt hat und diese entsprechend auch umsetzt. Das Signal müsste allerdings schon jetzt auf der Klimakonferenz in Paris erfolgen, sonst ist die Erderwärmung nicht mehr zu bremsen.

Zu den Treibern für einen effektiven Klimaschutz zählt laut Studie insbesondere der globale Ausbau Erneuerbarer Energien. 80 Prozent sehen in Zukunft Erneuerbare Energien als die günstigste Alternative zur Stromerzeugung. Europa, so vermutet die Mehrzahl der befragten Experten, werde in den nächsten beiden Jahrzehnten eine harmonisierte Energie-Innenpolitik und einen leistungsfähigen Energie-Binnenmarkt aufbauen, basierend auf einer hochleistungsfähigen grenzüberschreitenden Infrastruktur.

Deutschland könnte dabei die internationale Systemführerschaft für das Management und die Technik eines vor allem auf Erneuerbare Energien aufgebauten Energiesystems übernehmen. Das wird allerdings von den nächsten energiepolitischen Entscheidungen abhängen. Einen der größten Umweltverschmutzer, China, sehen viele Experten im Jahr 2040 als den weltgrößten Entwickler von Erneuerbaren-Technologien. In dieser Hinsicht weist die Studie darauf hin, dass sich zukünftig ein Wettbewerb um die Technologieführerschaft abzeichnen könnte, auf den es sich heute schon vorzubereiten gelte – neu wäre das nicht, schaut man sich die Entwicklung des Solarenergiemarktes an, der in Deutschland quasi von der Produktionsseite her zum Erliegen kam und in China boomt.

Konventionelle Kraftwerke werden im Zuge einer Umstellung des Energiesystems kleiner und flexibler, so die Annahmen in der Studie, gleichzeitig würden die Verbraucher ihre Nachfrage flexibilisieren. Ob Verbraucher Versorgungssicherheit in Zukunft separat als Dienstleistung kaufen müssen und die Versorgungssicherheit damit einen Preis bekommen würde, darüber gehen die Meinungen auseinander. Sicher sind sich die Befragten, dass viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle neu aufstellen müssen, und zwar mit stärkerem Fokus auf die Kunden. Die abschließenden Ergebnisse der Studie werden zu Beginn des Jahres 2016 veröffentlicht.


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