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Nachhaltiges Bauen: Häuser aus Altpapier

Beim Projekt Pfarrguet in St. Margrethen entstanden innerhalb weniger Tage die ersten Häuser aus dem Ecocell-Baustoff. Die verwendeten wabenartigen Bauelemente sind dabei nicht nur leicht und stabil, sondern auch wärmedämmend und brandschutzsicher. (Fo
Beim Projekt Pfarrguet in St. Margrethen entstanden innerhalb weniger Tage die ersten Häuser aus dem Ecocell-Baustoff. Die verwendeten wabenartigen Bauelemente sind dabei nicht nur leicht und stabil, sondern auch wärmedämmend und brandschutzsicher. (Foto: © Luca Isepponi, ECOCELL AG)

Ein Schweizer Unternehmen hat ein innovatives Verfahren entwickelt, durch das komplette Häuser aus Altpapier hergestellt werden können. Die wabenartig konstruierten Bauelemente sind dabei nicht nur leicht und stabil, sie wirken auch wärmedämmend.

29.05.2016 – Die herkömmliche Herstellung von Zement geht mit einer erheblichen Freisetzung des klimaschädlichen CO2 einher. Daher steht die Suche nach alternativen Öko-Baustoffen zurzeit hoch im Kurs. Das Schweizer Unternehmen ECOCELL AG hat nun ein Bausystem entwickelt, dass eine individuelle und nachhaltig ökologische Errichtung von Häusern in Trockenbauweise ermöglicht. Die einzelnen Bauelemente bestehen dabei aus Holz, Recycling-Papier und einer Zementbeschichtung. Der Hersteller verspricht, dass dadurch die Klimabelastung massiv reduziert werden kann und die Emissionen auf ein Drittel eines konventionellen Hausbaus sinken.

Wie bei so vielen Dingen, dient auch der Ecocell-Bauweise die Natur als Vorbild. So haben die Wände im Inneren eine Waben- und gewölbte Bogenstruktur, wie es auch die Bienenvölker bei ihren Waben verwenden. Die aus Recycling-Papier hergestellte Betonwabe besitzt eine spezielle Zementbeschichtung, wodurch sie sehr belastbar und sogar brandschutzsicher ist. Extrem hohe Belastungen von bis zu 240 Tonnen pro Quadratmeter sind für die röhrenartigen und dicht gepackten Kammern kein Problem. In Verbindung mit Holzplatten entstehen durch einen mehrlagigen Sandwichaufbau äußerst robuste Wände. In Trockenbauweise können diese dann nach dem Baukastenprinzip flexibel zu einem kompletten Haus zusammengestellt werden.

Zu jedem Haus gibt es ein Elektroauto

In diesem Jahr entstehen in der Ostschweiz außerdem die ersten Reihen- und Doppelhäuser nach dem ECO-Solar Modulhauskonzept. Dabei werden die Dächer und Teile der Fassade mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, sodass die energetisch optimierten Häuser ihren eigenen Solarstrom produzieren. Pufferspeicher gleichen die Schwankungen im Verbrauch aus, wodurch die Haushalte ihren produzierten Strom sogar noch in das Netz einspeisen können. Als zusätzliches Gimmick gibt es für jeden Haushalt ein Elektroauto mit dazu. Diese werden ebenfalls durch die hauseigene Solaranlage mit Energie gespeist. Zum Kauf sollen die ECO-Solar-Häuser jedoch vorerst nicht stehen. jk

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