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Berlin Tegel TXLFlughafen soll Smart City werden

Simulation des 1. Bauabschnitts von Berlin TXL, der 2026 fertiggestellt sein soll.
Simulation des 1. Bauabschnitts von Berlin TXL, der 2026 fertiggestellt sein soll. (© Tegel Projekt GmbH / Macina)

Das letzte Flugzeug ist gestartet, Berlins geschichtsträchtiger Flughafen Tegel wird bis Mitte 2021 abgewickelt. Dann soll hier ein neues Quartier entstehen – mit viel Hightech für die Zukunft des klima- und umweltbewussten Lebens in der Stadt.

17.11.2020 – Als im Juni 1948 die Sowjetunion eine Blockade über West-Berlin verhängte, versorgten die Westalliierten ihre Berliner Besatzungszonen mit einer Luftbrücke von Transportflugzeigen – zunächst über den Flughafen Tempelhof im amerikanischen Sektor sowie Gatow im britischen Sektor. Frankreich zog rasch nach und baute innerhalb von nur drei Monaten ein erstes Rollfeld in Berlin Tegel. Ab 1960 durfte der Flughafen Tegel auch für zivile Flüge genutzt werden, Air France nahm erste Linienflüge auf.

1974 wurde das heute bekannte Terminal eröffnet, das berühmte Sechseck-Gebäude mit kurzen Wegen, geplant von den Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg. Gerkans Büro GMP wird nun auch bei der Sanierung mit dabei sein. Mit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 ging der Flughafen Tegel über vom Gouvernement Militaire Français de Berlin an die Bundesrepublik Deutschland.

Nachdem nun 72 Jahre später das letzte Flugzeug auf dem Rollfeld des Berliner Flughafens Tegel in eine ungewisse Zukunft gestartet ist, beginnen die Vorbereitungen für den Umbau des geschichtsträchtigen Flughafens. Für die Tegel Projekt GmbH beginnt nun der langersehnte Countdown. Im Mai 2021 wird der Flughafen Tegel aus der verwaltungsrechtlichen Planfeststellung entlassen und ist dann endgültig kein Flughafen mehr.

Ambitionierte Pläne mit einem nachhaltigen Konzept

Auf rund 500 Hektar Fläche soll dann auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel nicht weniger als eine Stadt der Zukunft entstehen – sozial, nachhaltig, hoch innovativ, mit dem wahrscheinlich größten Holzbau-Quartier Europas. Mit Entwicklung und Management hat das Land Berlin die Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Ab 2021 und über einen Zeitraum von geschätzt mindestens 20 Jahren ist nicht nur ein vollkommen neuer Stadtteil geplant, sondern das Modell für die Smart City von morgen: mit der „Urban Tech Republic“, einem Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, dem „Schumacher Quartier“ mit über 5.000 Wohnungen und einem 200 Hektar großen Landschaftspark. 2021 starten erste Vergabeverfahren für die Grundstücke, die von den städtischen Wohnungsbau-Gesellschaften, Wohnungsbau-Genossenschaften und privaten Baugruppen bebaut werden können. Die ehemaligen Terminals A und B sollen laut Planung so umgebaut werden, dass die Beuth Hochschule später dort einziehen und das Gründungs- und Innovationszentrum seinen Betrieb aufnehmen kann.

Offen in der Planung sei noch die Verkehrsanbindung. Bislang kommt man nur über die Straße nach Tegel – mit Bus oder Auto. Der Senat favorisiert derzeit eine Anbindung der Straßenbahn. Es ist aber noch unklar, wie eine Trasse verlaufen könnte. Zur weiteren Diskussion steht eine Verlängerung der U-Bahn-Linie 6. Die Projektierer sammeln zudem noch Ideen für „eine freie Spur für einen neuen Verkehrsträger“ – Kreativprozess offen.

Wohnen in Tegel soll energieneutral sein

Für das Quartier ist ein energieoptimiertes Konzept geplant. Alle Gebäude werden demnach mit Solarenergie von den eigenen Dächern versorgt, ebenso die Elektroautos im gesamten Viertel. Wo heute ein betonierter Parkplatz ist, wird in Zukunft Regenwasser gesammelt – zur Kühlung der Gebäude im Sommer und zur Versickerung in den Gärten, die rund um die Neubauten aus Holz entstehen sollen.

Hightech-Elite erwünscht

Die Beuth-Hochschule als neuer Nutzer des Terminal A ist als zentrales Element der neuen „Urban Tech Republic“ geplant. Passend zum Namen sind die Forschungsgebiete: Urbane Technologien, Heizungs-Klima-Lüftungstechnik, Mobilität, Erneuerbare-Energie-Konzepte und Ressourcenschonung. Ebenso Phytotechnologie, bei der es etwa um neuartige Anbaumethoden in der Stadt geht. Und auch drumherum ist vor allem Hightech geplant: Ein Stadtlabor soll hier entstehen, eine vernetzte „Smart City“ mit Sensoren in den Straßen, Teststrecken für moderne Fortbewegungsmittel, modernste Energieversorgungssysteme, aber auch Parkanlagen sowie ein Industrie- und Gewerbepark. Dort sind laut Planungsgesellschaft nur Unternehmen willkommen, die sich der „Stadt der Zukunft“ verschrieben haben. na


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