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MakeCity 2018

Stadt und Architektur anders denken

Im Rahmen des MakeCity Festivals für Architektur & Andersmachen in Berlin werden Ideen zu einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt ausgetauscht. (Foto: Food production © Cevelal)

Solidarität statt Konkurrenz – unter dem Motto startete in dieser Woche das internationale MakeCity Festival für Architektur & Andersmachen in Berlin. Ideen zu einer nachhaltigen und sozialverträglichen Stadt werden hier im großen Rahmen diskutiert.

17.06.2018 – Beim größten Festival für Architektur und Andersmachen in Deutschland vom 14. Juni bis 1. Juli 2018 geht es um die künftige Entwicklung einer lebendigen und lebenswerten Stadt. Das Motto Berlin Remixing – Stadt Neu Gemischt soll dazu ermutigen, sich einzumischen, Entscheidungen zu hinterfragen und Prozesse aktiv mitzugestalten. Mit über 280 Veranstaltungen im gesamten Berliner Stadtgebiet und seinen Peripherien bietet das Festival 18 Tage lang eine breite Plattform für den öffentlichen Austausch und stellt zukunftsweisende Projekte aus den Bereichen Architektur, Städte- und Landschaftsplanung in den Mittelpunkt, Best-Practice-Beispiele aus der Metropole Berlin ebenso wie internationale Erfolgsgeschichten.
Berlin kann und
sollte Vorbild sein!
MakeCity findet nach 2015 bereits zum zweiten Mal in Berlin statt, und die Stadt ist eine bewusste Wahl, wie das Engagement der über 100 Veranstaltungspartner vor Ort bestätigt. „Wir treten für eine Gesellschaft ein, die Hürden beseitigt, alle Menschen so wertschätzt, wie sie sind, und auf Solidarität statt Konkurrenz setzt“, so Antje Kapek, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, auf der Eingangsveranstaltung. „In Berlin haben wir die Chance, diesen Gesellschaftsentwurf zu verwirklichen. Berlin kann und sollte Vorbild sein!“ Dabei geht es nicht nur um lokale Perspektiven – Beispiele aus Los Angeles, Oslo, Rom und Kopenhagen, Barcelona, Bratislava oder dem indischen Ahmedabad werden hier präsentiert.

Stadtplanung ganzheitlich denken

„Mit Stadt Neu Gemischt – Berlin Remixing - möchten wir im internationalen und resolut transdisziplinären Austausch deutlich machen, was das ganzheitliche Denken über Stadtmachen, Architektur, Lebens- und Wohnmodelle und die Erweiterung der idealen Berliner Mischung ausmacht“, erläuterte Gründerin und künstlerische Leiterin von MakeCity, Francesca Ferguson. „Wir übertragen die Idee ‚Stadt Neu Gemischt’ auf Typologien, Stadtlandschaften, die Materialität der Architektur, und mehr: Wir rufen dazu auf, dass die Besucher und Besucherinnen des Festivals aktiv mitmischen!“

Beim Schwerpunkt Architektur und Raum geht es um Entwicklungen als Folge stetig wachsender Einwohnerzahlen, die Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums und neuer Wohnformen, um alternative Nutzungsmöglichkeiten, Gestaltungsmethoden und Finanzierungsmodelle. „MakeCity zeigt, wie lebendig und lebenswert Stadt sein kann, wenn die Stadtverwaltung Entwicklungsprozesse so strukturiert, dass die Bürger ihre Ideen, Kräfte und Projekte einbringen können“, so Architektin und Kuratoriumsmitglied Britta Jürgens.

Alternative Formen der Zusammenarbeit gesucht

Architekt und Ingenieur Jan Wurm (ARUP) weist darauf hin, dass vor allem die Idee der Circular City, einer Kreislaufwirtschaft für Städte, eine zentrale Rolle mit neuen sozialen Ansätzen der Stadtgestaltung, Modellen des Teilens und alternativen Formen der Zusammenarbeit eine wichtige Rolle im Stadtentwicklungsprozess spiele. Ein neues „Berliner Modell“ entwickle sich und solle städtische Initiativen aktiver beteiligen und in die Verantwortung nehmen. „Das MakeCity Festival ermöglicht es, uns zum Thema kreislaufgerechtes Bauen und Circular Economy in der Bauindustrie mit allen am Bauprozess Beteiligten auszutauschen und zusammenzuschließen, um konkret im Kontext Berlin den Wandel zum zirkulären Bauen vorzubereiten und einzuleiten.“
Landschaftsarchitekt Martin Rein-Cano (Topotek 1) präsentierte beim Auftakttreffen den Schwerpunkt Stadt / Natur, der sich Themen wie der „Stadt als Klimamaschine“ und den fließenden Grenzen zwischen grauer und grüner Infrastruktur widmet. Für ihn soll das Festival vor allem „ein breiteres und öffentliches Bewusstsein für die Themen und den Diskurs rund um nachhaltige Stadtentwicklung etablieren.“

„Nachdem der Senat sich vor drei Jahren noch zögerlich und zurückhaltend einbrachte, ist MakeCity mittlerweile Bestandteil des Berliner Koalitionsvertrags berichtet Francesca Ferguson. Dass das deutschlandweit größte Festivals für Architektur und Andersmachen damit seine Heimat gefunden hat, betonte auch die Berliner Senatorin für MakeCity mittlerweile Bestandteil des Berliner KoalitionsvertragsStadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher: „Berlin ist der ideale Ort für MakeCity. Die Stadt ist eine der spannendsten Metropolen weltweit. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es deshalb, kluge städtebauliche Lösungen für das Wachstum zu finden und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt, die urbane Mischung, die Freiräume und lebendigen Stadtquartiere zu erhalten, die Berlin so anziehend machen.“ Die Senatorin erhofft sich vom diesjährigen Festival vor allem Diskussionsergebnisse, „die für den administrativen Raum Inspiration sein können.“

Das Tschechische Zentrum in der Wilhelmstraße / Ecke Mohrenstraße ist Festivalzentrum von MakeCity Berlin.

Zur Programmübersicht

Die Festivalzeitung (dt./engl.) bietet in Experteninterviews und kurzen, informativen Texten einen profunden Überblick zu den o.g. Themengebieten und stellt zahlreiche spannende Projektbeispiele vor.


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