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Berliner Stadtwerke machen noch zu wenig Wind

Solarstrom von den Berliner Stadtgütern – Platz gäbe es noch in Brandenburg aber auch auf Berlins Dächern. Man müsste nur wollen.  (Foto: Nicole Allé)
Solarstrom von den Berliner Stadtgütern – Platz gäbe es noch in Brandenburg aber auch auf Berlins Dächern. Man müsste nur wollen. (Foto: Nicole Allé)

Die Berliner Stadtwerke bieten seit Ende Oktober Ökostrom an, Marketing und Werbung dafür halten sich allerdings noch in Grenzen: Berlin macht Watt, heißt es auf der Website der Stadtwerke, wo jeder Berliner das Produkt berlin.Strom buchen kann.

10.11.2015 –Das Tochterunternehmen der Berliner Wasserbetriebe hatte es von Anfang an nicht ganz leicht, seinen Kunden ein glaubwürdiges Angebot an Ökostrom zu machen: Rechtlich gesehen dürfen die Stadtwerke keinen Strom von anderen Erzeugern an der Strombörse kaufen und an die eigenen Kunden weiterreichen.

Ende Oktober wurde zwar eine 800 m² große Photovoltaikanlage der Berliner Stadtwerke GmbH auf einem Dach der GESOBAU in Berlin-Pankow installiert, die mit einer Leistung von 100 kWp bis zu 180 Mieter der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft mit Mieter-Solarstrom versorgt. Zudem sollen zeitnah einige Windkraftanlagen im Land Brandenburg auf den Flächen der Berliner Stadtgüter in Betrieb gehen, auch einige wenige Freiland-Solaranlagen sind auf Berliner Stadtgütern installiert und liefern Strom in die Stadt. Das sind aber vergleichsweise kleine Strommengen. Um Abhilfe zu schaffen werden die Stadtwerke jetzt Anteilseigner bei Windpool: Das ist eine Betreibergesellschaft deutscher Windparks, zu der sich einige Stadtwerke deutschlandweit zusammengeschlossen haben. Ein Teil des hier gewonnen Windstroms gehört den jeweiligen Stadtwerken und kann so als eigener Ökostrom vermarktet werden.

Strom aus Landeshand gibt es in Berlin bereits seit dem Jahr 1997 nicht mehr. Ende 2013 scheiterte ein Volksentscheid, die Abstimmung zur Gründung eines ökologischen Stadtwerks initiiert vom Berliner Energietisch scheiterte nur knapp. Der Rot-Schwarze Berliner Senat hatte damals ohnehin versprochen, selbst ein Stadtwerk zu gründen. Bis Jahresende wollen die Berliner Stadtwerke schon 20.000 Menschen beliefern. Die Kilowattstunde von berlin.Strom ist mit aktuell 24,60 Cent ebenfalls günstiger als bei Vattenfall. Als Vorbild gilt den Berlinern jetzt Hamburg, wo das Stadtwerk „Hamburg Energie“ rund 100.000 Kunden Ökostrom liefert. Grünen-Politiker fordern nun  auch für die Berliner Stadtwerke einen Ausbau weiterer eigener Erneuerbarer Energieträger, die Möglichkeiten und Potenziale wären vorhanden. na

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