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Aktionsplan Stromnetz

Altmaier sucht Turbo-Knopf für den Netzausbau

Stromleitung mit Windrädern im Hintergrund
Wo geht’s hier bitte zur neuen Stromleitung? Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist dieser Tage im Rahmen seiner dreitätigen „Netzreise“ in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterwegs. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Gespräche, Besuche und ein Aktionsplan, der die Stromnetze im Land technisch optimieren soll. Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist auf „Netzreise“ und sucht nach Lösungen für einen schnellen Netzausbau. Endlich tut er was für die Energiewende.

16.08.2018 – Die erste Station seiner dreitägigen Reise mit eigenem Twitter-Hashtag #NetzeJetzt führte Altmaier in die Zentrale der Bundesnetzagentur nach Bonn. Dort stellte er den Aktionsplan Stromnetz vor, der in der Branche fast durchweg Lob einheimste. Von „guten Vorschlägen“ spricht etwa Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie BEE. Der Aktionsplan komme zur rechten Zeit, findet Andreas Kuhlmann, Chef der Deutschen Energie-Agentur dena. Ein leistungsstarkes und flexibles Stromnetz sei eine zentrale Grundvoraussetzung zum Gelingen der Energiewende.

Altmaiers Doppelstrategie

Kuhlmann schränkte zugleich ein: „Nicht alles, was zum Erfolg von Energiewende und Klimaschutz erforderlich ist, hängt am Ausbau der Stromnetze.“ Das sieht Nicht alles, was zum Erfolg von Energiewende und Klimaschutz erforderlich ist, hängt am Ausbau der Stromnetze.Wirtschaftsminister Altmaier freilich anders. Er hatte bereits zu Beginn seiner Tätigkeit den Netzausbau zu seiner größten Aufgabe erklärt und den in der Branche und von Experten geforderten Reformen – ob CO2-Besteuerung, Kohleausstieg, Wärme- und Verkehrswende – eine Absage erteilt.

Viele sind deshalb froh, dass der Minister sich überhaupt dem Thema Energiewende widmet. Eine Doppelstrategie soll es nun richten: Mit neuen Technologien und Betriebskonzepten sollen die bestehenden Stromnetze optimiert und besser ausgelastet werden, z.B. mit Hochtemperatur-Leiterseilen für mehr Durchfluss, intelligenterer Steuerung und Echtzeit-Monitoring von Freileitungen. Auch das Engpass-Management, das in den vergangenen Jahren zu hohen Kosten geführt hat, soll besser gesteuert werden.

Ein Wortungetüm namens „Netzausbaubeschleunigungsgesetz“

Der zweite Teil des Aktionsplans sieht einen schnelleren Neubau von Stromnetzen vor. Denn von den laut Bundesnetzagentur notwendigen 7.700 Kilometern an neuen Leitungen sind erst 1.750 genehmigt und lediglich 950 gebaut worden. Um die massiven Verzögerungen in den Griff zu bekommen, die neuen Nord-Süd-Trassen werden vor 2025 nicht fertig, will Altmaier tiefe Eingriffe wagen.

Weniger Genehmigungsverfahren, beispielsweise beim Austausch von Seilen, vorrauschschauender planen und Leerrohre für eine spätere Aufstockung der Kapazität gleich mitverlegen – die Vorschläge könnten geeignet sein, um den Netzausbau zu erleichtern. In wenigen Wochen will das Wirtschaftsministerium das entsprechende „Netzausbaubeschleunigungsgesetz“ vorlegen, das schnell Bundestag und Bundesrat passieren soll. Doch die Länderkammer könnte zum Problem werden, denn die Bundesländer sollen Mitspracherechte verlieren.

Schnelles Gesetzt bedeutet nicht schneller Netzausbau

Eines darf man aber ohnehin nicht erwarten: Dass das Gesetz nun alles ändern wird und neue Stromnetze in Windeseile entstehen, ist aufgrund zahlreicher notwendiger und sinnvoller Regelungen sowie Bürgerbeteiligungen gar nicht möglich. Zudem wäre es nicht der erste Aktionsplan und das erste Netzausbaubeschleunigungsgesetz. Eine spürbare Beschleunigung hat bis jetzt niemand erreichen können. cw


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