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North Sea LinkSeekabel verbindet Norwegen und Großbritannien

North Sea Link - Verlegeboot
Seekabel vernetzen Erneuerbare Energiemärkte Europas. (Foto: National Grid)

Das weltweit längste Unterseekabel North Sea Link zwischen Norwegen und Großbritannien hat den Betrieb aufgenommen. Die Verbindung ermöglicht eine bedarfsgerechte, gemeinsame Nutzung Erneuerbarer Energie über nationale Grenzen hinweg.

08.10.2021 – Seit Anfang Oktober fließt erstmals grüner Strom durch das weltweit längste Seekabel zwischen Norwegen und Großbritannien. North Sea Link führt vom Nordosten Englands über 720 km durch die Nordsee bis in den Südwesten Norwegens. Innerhalb der nächsten drei Monate wird die Hochspannungs-Gleichstrom-Leitung auf ihre volle Kapazität von 1400 Megawatt hochgefahren und liefert dann nachhaltigen Strom für 1,4 Millionen Haushalte.

Erneuerbare Energien ausschöpfen

Die Verbindung der beiden nationalen Energiemärkte ermöglicht den Austausch und eine bedarfsgerechte Nutzung Erneuerbarer Energien. Liefern britische Windräder in stürmischen Zeiten überschüssige Energie, so muss diese nicht aufwendig in Großbritannien gespeichert oder die Windanlagen gar abgeschaltet werden. Stattdessen fließt die Windenergie nach Norwegen, wo sie günstig genutzt, oder in Stauseen gespeichert wird. Die britische Windenergie kann so durch den Export nach Norwegen voll ausgeschöpft werden und Norwegen profitiert von günstiger, grüner Energie. Steht hingegen nur wenig Windenergie in Großbritannien zur Verfügung, liefert Norwegen Erneuerbare Energie aus Wasserkraft.

Kohlendioxid einsparen

Auf beiden Seiten wird das Projekt als technische Meisterleistung und Meilenstein auf dem Weg zur CO2-Neutralität gefeiert. Das britische Unternehmen National Grid und der norwegische Systembetreiber Statnett stellten das Unterseekabel über die vergangenen sechs Jahre fertig und investierten über 1,6 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro). Durch die Nordseeverbindung will Großbritannien bis 2030 23 Millionen Tonnen an Kohlenstoffemissionen vermeiden.

Europa vernetzen

North Sea Link ist jedoch nicht die erste grenzüberschreitende Verbindung Erneuerbarer Energiemärkte. Ein ähnliches Projekt zwischen Norwegen und Deutschland wurde erst im März dieses Jahres fertiggestellt. Die Unterseeleitung North Link verbindet seitdem Deutschlands und Norwegens Erneuerbaren Energiemarkt. So profitiert auch Deutschland vom Austausch Erneuerbarer Energie mit dem grünen Energiespeicherland Europas.

Unterseekabel wie North Sea Link und North Link ermöglichen den Austausch Erneuerbarer Energie über nationale Grenzen und Energiemärkte hinweg, stabilisieren das Angebot Erneuerbarer Energien und stärken so die Energiewende in Europa. jb


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