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Spektakuläres PV-ProjektSolarstrom von der Staumauer

Staumauer mit Photovoltaikmodulen am Albignasee.
Beste Bedingungen für die Solaranlage in den Schweizer Alpen: kühle saubere Luft, Reflexionen von Wasser und Schnee. (Foto: ewz)

In den Schweizer Bergen geht eine außergewöhnliche Photovoltaikanlage ans Netz. Die Staumauer des Albignasees wurde vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) mit Solarmodulen bestückt. Finanziert wird die Anlage mit Bürgerbeteiligung.

24.09.2020 – In den Bernina Alpen auf rund 2.100 Metern Höhe liegt der Albigna-Stausee im Schweizer Kanton Graubünden. An seinem südlichen Ende reichte der Albignagletscher früher bis ans Ufer.

Jetzt wurde auf der seit 1959 existierenden Staumauer eine Photovoltaikanlage montiert. Auf der nach Süden zum Wasser ausgerichteten Seite produzieren auf einer Länge von 670 Meter zwei Reihen Solarmodule zukünftig Strom. Die Bauarbeiten dauerten von Juni bis September 2020.

Die Leistung der Anlage beträgt 401 Kilowatt. Aufgrund der kühlen, klaren Luft und der Reflexionen von Wasser und Schnee rechnet der Betreiber EWZ mit außergewöhnlichen Erträgen: Rund 500 Megawattstunden Strom soll die Anlage jährlich produzieren. Aufgrund des sehr steilen Aufstellwinkels wird die Anlage auch im Winter kräftig Strom liefern, da der Schnee nicht auf den Modulen liegen bleiben kann.

Planung, Konstruktion und Bau stellten die Ingenieure vor neue Aufgaben. Die Module wurden in ein aus Konsolen und Aluprofilen bestehendes Montagesystem eingeschoben, um sie bei Bedarf leicht auswechseln zu können. Für die Montagearbeiten wurde ein Brückenuntersichtgerät mit der Albigna-Seilbahn auf die Staumauer transportiert, wofür eine der Personengondeln abgenommen werden musste. Insgesamt wurden rund 60 Tonnen Material, unter anderem 6.000 Meter Kabel, mit Hubschraubern zur Staumauer transportiert. Die Emissionen dieser Flüge wurden kompensiert.

Solargrischun – unter diesem Namen läuft die Bürgerbeteiligung

Unter dem Namen Solargrischun, eine Anspielung auf das rätoromanische Wort für Graubünden, bietet die EWZ ihren Kunden eine Beteiligung am Projekt an. Analog dem bereits existierenden Beteiligungsmodell Solarzüri können EWZ-Kunden virtuelle Quadratmeter der Anlage erwerben und erhalten dafür während der nächsten 20 Jahre eine Stromgutschrift. 560 Schweizer Franken kostet ein Quadratmeter, 180 Kilowattstunden pro Jahr beträgt die Gutschrift dafür. Dies entspricht einem Energiepreis von 15,56 Rappen pro Kilowattstunde, umgerechnet etwa 14 Eurocent. Möglich ist der Erwerb von einem halben, einem, drei oder fünf Quadratmetern.

Normalerweise sieht das Bürgerbeteiligungsmodell der EWZ vor, die Anlagen vor dem Bau zu verkaufen. Da es sich hier um ein Leuchtturmprojekt handelt, begann die EWZ den Bau bereits vor dem Verkauf. pf


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