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Energiewende MonitoringPlanbarkeit von Energienetzen soll besser werden

Strommast mit Stromnetz auf grünem Hügel, darunter eine Gruppe Fahrradfahrer
Ein entscheidender Baustein zum Gelingen der Energiewende liegt in der Planbarkeit und optimalen Nutzung der Energienetze. (Foto: pxhere / CC0 Public Domain)

Die Energiekrise in Europa stellt auch die bewährten Instrumente zur detaillierten Planung von Energienetzen auf den Kopf. Forscher haben daher einen neuen Ansatz zur besseren Abschätzung des zukünftigen Stromtransportbedarfs erarbeitet.

18.07.2022 – Die Energiewende in Deutschland mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren sträflich verschleppt worden. Folge ist die nun zum akuten Problem gewordene Energieabhängigkeit Deutschlands und Europas. Die Energiekrise hat Europa kalt erwischt. „Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat uns schmerzhaft vor Augen geführt: Neue geopolitische Konstellationen können unerwartet schnell jahrzehntelange Gewissheiten in Frage stellen – und nachhaltig verändern“, schreibt das Öko-Institut. Davon betroffen seien auch die bewährten Instrumente zur detaillierten Planung von Energienetzen, die auf solche Umbrüche kaum eingestellt seien, warnen Experten.

Ein Forscherteam hat daher unter Beteiligung von Fraunhofer IEE, Öko-Institut und der RWTH Aachen gemeinsam mit 50Hertz einen neuen Ansatz entwickelt, um zukünftige Stromtransportbedarfe schnell und gezielt abschätzen zu können. Das Projekt UPTAKE ermögliche unkonventionelle Perspektiven auf den Transportnetz-Ausbau im Zeichen beschleunigter Klimaneutralitätspolitiken und der neuen politischen Unübersichtlichkeiten.

Wie Strom und Wasserstoff in Zukunft zum Verbraucher kommt

„Um Klimaneutralität und Energiesouveränität zu erreichen, ist mehr Flexibilität auch beim Stromtransport erforderlich“, erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz. „Vor allem auch die Frage, wie Strom und Wasserstoff zukünftig zu den großen Industrieverbrauchern und zu den privaten Haushalten kommt, ist interessant.“ Nur so ließen sich Fehlinvestitionen in Infrastrukturen vermeiden, effiziente Transportwege könnten schneller identifiziert und anschließend umgesetzt werden.

Wege zur Klimaneutralität ebnen

„Unser neuer Ansatz ermöglicht es, die ganze Bandbreite an Optionen und Entwicklungskorridoren besser greifbar zu machen, auf dieser Basis die politischen Weichenstellungen und regulatorischen Planungsinstrumente deutlich zielführender zu gestalten und damit den schnellen Übergang zur Klimaneutralität möglich zu machen“, erläutert Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut Felix Christian Matthes das Ziel der Forschung.

Netzausbau, Akzeptanz, Flächenverfügbarkeit

Mit einem interdisziplinär ausgerichteten Blick orientierten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an mehreren sog. Storylines, die technisch-ökonomisch, gesellschaftlich und politisch-regulatorisch getrieben sind. Diese Storylines oder Narrative beschrieben wichtige und insbesondere auch politisch adressier- bzw. steuerbare Pfadentscheidungen mit erheblichen Einfluss auf den Netzausbaubedarf, erklären die Forschenden: die Auswirkungen von Akzeptanzfragen, die Flächenverfügbarkeiten an Land und auf See, die regulatorischen Rahmenbedingungen des europäischen Strommarktes, zudem die Ausprägung der Verbrauchs- und Transportbedarfe von Strom (Elektronen) versus Wasserstoff (Moleküle) sowie die Kapazitäten und die räumlichen Verteilungsmuster von inländischen Elektrolyseanlagen.

Monitoring Energiewende und die Frage, was durchs Netz fließt

„Staatliche Regulierungen auf europäischer Ebene kann können ebenso ein Treiber für die Energiewende sein wie Wertschöpfungsketten oder Fragen der Ressourcenverfügbarkeit“, sagt Philipp Härtel vom Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik. Es gelte, diese Treiber und deren pfadabhängigen Auswirkungen zukünftig besser im Blick zu haben und über ein Monitoring zu analysieren. „Die Frage nach Elektronen oder Molekülen, die zukünftig durch Energienetze transportiert werden müssen, ist von zentraler Bedeutung, und entscheidet darüber, ob und zu welchen Kosten der Weg zur Klimaneutralität gelingt“, erklärt Sirkka Porada von der RWTH Aachen. „Unser Ansatz soll helfen, einen gangbaren Weg zu gestalten.“ na

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