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Rheinisches RevierAus Kohlekraftwerk wird Geothermie-Anlage

Wird hier in einigen Jahren statt mit Braunkohle aus der Tiefe die Energie gewonnen? Das Braunkohlekraftwerk Weisweiler vor dem Toren Aachens.
Wird hier in einigen Jahren statt mit Braunkohle aus der Tiefe die Energie gewonnen? Das Braunkohlekraftwerk Weisweiler vor dem Toren Aachens. (Foto: © Arthur Konze, Wikimedia.Commons, CC BY-SA 4.0)

Nach dem Kohlekompromiss setzt NRW auf die Energiewende: Das Braunkohlekraftwerk Weisweiler könnte zum Geothermie-Kraftwerk umgebaut werden, die Potenziale werden nun erforscht. Das Rheinische Revier soll Modellregion für den Umbau werden.

26.02.2019 – „Das Rheinische Revier soll so zur europäischen Modellregion werden für den Umbau zu einer modernen, innovativen und klimafreundlichen Industrie der Zukunft“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Freitag. Was vor wenigen Monaten noch kaum denkbar war, scheint nun Realität zu werden. Die NRW-Landesregierung treiben den Kohleausstieg aktiv voran und holt die Energiewende-Pläne aus ihren Schubladen. Die Erneuerbaren Energien will Pinkwart „in ihrer ganzen Vielfalt massiv ausbauen“. Dazu zählt auch die lange ignorierte Geothermie.

Geothermie statt Braunkohle

Eine der Ideen: Statt mit Braunkohle könnte am RWE-Kohlekraftwerk Weisweiler künftig aus der Tiefe Energie gewonnen werden. Probebohrungen erkunden zunächst, ob an dem Standort heißes Wasser aus tiefen Schichten gefördert werden kann. Das Projekt steht auf der langen Liste der Kohlekommission für den Strukturwandel. Wirtschaftsminister Pinkwart treibt das Vorhaben voran: „Tiefengeothermie bietet die Chance, Wärme klimaneutral zu erzeugen und kann außerdem einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.“

Auch wenn der Standort ungeeignet sein sollte, grundsätzlich liege die Zukunft der Energieversorgung tief unter uns, gibt sich Martin Salamon vom Geologischen Dienst NRW überzeugt. „Nordrhein-Westfalen verfügt über hohe geologische Potenziale für eine ökonomische und sichere Nutzung von tiefer Erdwärme. In verkarsteten und tief liegenden Kalksteinvorkommen sind die Erdwärmemengen hoch.“

Saubere Fernwärme für Aachen

Salamon ist Leiter des Projekts „Roll-out of Deep Geothermal Energy“ (DGE-Rollout), eines grenzüberschreitenden Vorhabens für das sich 18 Partner aus sechs Nationen zusammengeschlossen haben. Das Ziel: Die Geothermie in Nordwesteuropa erforschen und etablieren, die Probebohrungen in Weisweiler sind ein Teil davon. In vier Jahren wollen die Partner Potenziale aufzeigen und praxistaugliche Lösungen vorstellen.

Ideal wäre der Standort allemal: Das Kraftwerk Weisweiler versorgt Teile von Aachen mit Fernwärme, die Leitungen für saubere Heizenergie aus der Tiefe sind also vorhanden. Spätestens 2030 ist auch Schluss mit der Braunkohleverbrennung, der zugehörige Braunkohletagebau Inden ist dann ausgekohlt. cw


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Andi 26.02.2019, 10:20:06

Das ist mal ein toller Ansatz! Ich hoffe das Projekt wird ein Erfolg und zum Vorbild für viele weitere (Ex-)Kohlestandorte.

Werner Müller 26.02.2019, 13:10:20

Geothermie ersetzt Kohle? Wie soll das funktionieren? Um ein Gaskraftwerk zu ersetzen benötigt man 120 Geothermiekraftwerke. Siehe auch Anhörung im NRW-Landtag auf geothermie-landau.de


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