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Prognosen für Ansteigen der Meeresspiegel dramatisch

Könnte bald unter Wasser stehen: Malé, die Hauptstadt der Malediven, liegt einen Meter über dem Meeresspiegel. (Foto: © Shahee Ilyas -/ CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Male-total.jpg#/media/File:Male-total.
Könnte bald unter Wasser stehen: Malé, die Hauptstadt der Malediven, liegt einen Meter über dem Meeresspiegel. (Foto: © Shahee Ilyas -/ CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Male-total.jpg#/media/File:Male-total.jpg)

Eine Studie der US-Forschungsorganisation Climate Central warnt vor den Folgen des Meeresspiegelanstiegs weltweit. Je nach Grad der Erderwärmung wären zwischen 470 und 760 Millionen Menschen von vorübergehenden oder ständigen Überflutungen gefährdet.

10.11.2015 – Rechtzeitig zum Weltklimagipfel im Dezember in Paris legen die Wissenschaftler interaktives Kartenmaterial für die gesamte Welt vor: Im Video kann man hier bei getragener klassischer Musik dem Ansteigen des Meeresspiegels in den Metropolen dieser Welt zusehen – wenn sich Straßen und Plätze einfach wasserblau färben – von Buenos Aires über Rio de Janeiro, London, Hamburg bis nach Melbourne – keiner bleibt verschont, wenn es so kommt wie die Forscher prognostizieren.

Eine Klimaerwärmung um vier Grad Celsius würde laut der neuen Studie der US-Forschungsorganisation Climate Central weltweit bis zu 760 Millionen Menschen gefährden. Bei einem Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius wären aber auch schon 130 Millionen Menschen in Küstenregionen vom einem höheren Meeresspiegel und daraus folgenden fatalen Konsequenzen betroffen.

In Deutschland wären bspw. bei einem Anstieg um 2 Grad rund 1,3 Millionen Menschen gefährdet, bei plus 4 Grad wären es schon 3,5 Millionen. Laut Bericht würde es China bei einer 4-Grad-Erwärmung mit rund 145 Millionen Menschen, die in überflutungsbedrohten Regionen leben, besonders hart treffen. In zwölf Ländern müssten der Studie nach jeweils mehr als zehn Millionen Menschen dem Wasser weichen – dazu zählen etwa Indien vor allem mit seinen Megastädten Kalkutta und Mumbai sowie Bangladesch, das bereits jährlich von schlimmen Überflutungen heimgesucht wird. Auch die Industrienationen würde es treffen, in der Metropole New York wären laut Studie bei einer Erderwärmung von 4 Grad große Gebiete der Stadt vom Wasser permanent bedroht oder überschwemmt.

Als Ausgangsdaten legen die Forscher bei den neu erstellten Karten einen Meeresspiegelanstieg von 7,4 Metern bzw. bei einer 2-Grad-Erwärmung von 4,5 Metern zugrunde. Der Zeitpunkt, wann dieser denn erreicht sein wird, lässt sich allerdings bislang nur schätzen. Derzeit steigt der Meeresspiegel mit einer Geschwindigkeit von mehr als drei Millimetern pro Jahr. Global gesehen ist der Meeresspiegel seit dem Jahr 1901 laut Aufzeichnungen etwa um 20 Zentimeter gestiegen, schon dieser Anstieg habe drastische Auswirkungen gehabt, etwa mit Hurrikans und daraus folgenden verheerenden Überschwemmungen, warnt der Weltklimarat.

Je nachdem, in welchem Maße die schädlichen Treibhausgas-Emissionen sich entwickeln werden, könnten diese Angaben in den kommenden 200 bis 2000 Jahren erreicht werden – das sei zwar eine große Zeitspanne, so die Forscher, entscheidend dabei sei jedoch, dass die Höhe des finalen Anstiegs nicht erst dann, sondern eben heute und im Laufe dieses Jahrhunderts entschieden werde – daher bleibt die drängendste Aufgabe, die Menge an Treibhausgasen sofort und massiv einzuschränken. Sonst setzt sich der Teufelskreis fort und ist nicht mehr zu stoppen, sondern potenziert sich sogar wie in der Studie beschrieben.

Die Voraussetzungen für ein dahingehendes Klimaabkommen sind leider besorgniserregend miserabel. Denn selbst wenn alle Länder die aktuell für den Weltklimakonferenz in Paris angekündigten Ziele vollständig umsetzen würden, wäre das nicht ausreichend und die Erdtemperatur würde trotzdem um 2,7 Grad Celsius steigen, so der Weltklimarat – die Konsequenzen sind klar, das Bewusstsein dafür aber noch lange nicht. Und aus Erfahrung weiß man zudem, dass die guten Vorsätze ja noch nicht einmal vollständig in die Tat umgesetzt werden. na

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