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HumusKlimaNetzMehr Humus in die Ackerböden

Landwirtschaft / Feld
Alles-Könner: Mehr Humus macht Böden fruchtbarer und schützt das Klima (Bild: NT Franklin / pixabay)

Humus sorgt dafür, dass Boden fruchtbarer und widerstandsfähiger gegen Wetterextreme wird sowie Wasser und Kohlenstoff besser speichern kann. Im HumusKlimaNetz erproben 150 Betrieben bis Ende 2027 Maßnahmen zum Humusaufbau für den Klimaschutz.

13.03.2024 – Humus ist gut für die Ernte, das ist vielen bekannt. Bisher gibt es jedoch zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, was getan werden kann, um Humus im Boden nachhaltig aufzubauen. Im Rahmen des Modellprojekts HumusKlimaNetz sollen Praxistauglichkeit und Effizienz bekannter Maßnahmen getestet werden.

Als Humus werden alle abgestorbenen organischen Anteile des Bodens bezeichnet. Das sind überwiegend Pflanzenreste, aber auch alles, was Bodenorganismen produzieren und an den Boden abgeben. Mit mehr als der Hälfte ist Kohlenstoff der Hauptbestandteil von Humus. Neben den organischen, enthalten Böden auch mineralische Bestandteile wie Sand, Lehm und Ton sowie Wasser und Luft. Moore bestehen hingegen vollständig aus Humus.

„Humuserhalt und -aufbau ist für die Landwirte systemrelevant, als Anpassung an den Klimawandel als auch als Klimaschutzmaßnahme ist er ein Zukunftsthema“, sagt Eberhard Hartelt, Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes.

Ausprobieren, was wie viel hilft

150 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Hälfte konventionell, die andere ökologisch, testen über das kommende Jahrzehnt, wie mehr Humus in den Boden gebracht und damit das Klima geschützt werden kann. Konkret wird geprüft, wie sich veränderte Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und Untersaaten, Blühstreifen, Agroforst und Hecken auf den Humusgehalt auswirken.

Fruchtfolgen mit verschiedenen Kulturen sind immer gut für den Humusgehalt im Boden. Bestimmte Sorten unterstützen den Aufbau jedoch mehr als andere. So wirkt sich Körnermais positiv aus, Silomais hingegen weniger. Besonders förderlich sind mehrjährige Kulturen, da der Boden Ruhe bekommt und sich über die Zeit Biomasse – also abgestorbene Pflanzenreste – auf den Feldern anreichert. Mehrjährige Kulturen sollen deshalb neben Untersaaten und Zwischenfrüchten besonders in den Blick genommen werden. Untersaaten sind Kulturen, die zusätzlich zu einer Hauptfrucht gesät werden, um bestimmte Bodeneigenschaften oder -qualitäten zu fördern und die Brachezeit zu überbrücken. Zwischenfrüchte werden hingegen zwischen zwei Hauptkulturen gesät.

Blühstreifen bringen mehr Biodiversität auf den Acker. Sind Pflanzen erst einmal verblüht, verbleiben sie als Biomasse auf dem Feld, was wiederum zum Humusaufbau beiträgt. Ähnlich verhält es sich mit Agroforst und Hecken, wobei letztere zusätzlich durch Wurzeln und Beschattung den Boden vor Erosion schützen und den Wasserhaushalt stabilisieren.  

Gut investiert

Gemeinsam leiten der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutschen Bauernverband (DBV) das Projekt, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert wird.

„Jeder Euro, den wir hier investieren, zahlt sich gleich mehrfach aus: für mehr Fruchtbarkeit auf unseren Äckern, für mehr Pflanzengesundheit, stabilere Erträge, mehr Artenvielfalt und nicht zuletzt für mehr Klimaschutz“, betont Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zum Auftakt des Projekts. jb

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