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Erwärmung der Meere

Forscher entdecken ausgedehnte Todeszone im Golf von Oman

Schiffe verschiedener Länder im Golf von Oman. Aufgrund von Piraterie und Konflikten war es Klimaforschern bislang nicht möglich in dieser Region die Meerestiefen zu erforschen – nun sind sie auf sog. Todeszonen in der Tiefe gestoßen, wo wegen Sauerstoffmangels  kein Leben für Flora und Fauna mehr möglich ist. (Foto: U.S. Navy/PH3 Alta I. Cutler – Wikimedia Commons  , Gemeinfrei)

Forscher haben die Meerestiefen im Arabischen Meer untersucht, was bislang wegen Piraten und Konflikten schwierig war. Dabei sind sie auf die weltweit größte Todeszone gestoßen, wo Sauerstoffmangel das Leben für Flora und Fauna unmöglich macht.

03.05.2019 – Die Weltmeere leiden, Klimawandel und Umweltverschmutzung mit Düngern, Plastik und vielem mehr machen Tieren und Pflanzen zu schaffen – und auch dem Menschen zunehmend. Meeresfische sind voller Mikroplastik, Korallenriffe sterben, gerade hat Australien – reichlich spät – ein Notfallprogramm zur Rettung des bereits schwer beschädigten Great Barrier Reefs angekündigt.

Die aktuelle Entdeckung akuten Sauerstoffmangels und erhöhten Stickstoffgehalts im Arabischen Meer zeigt, dass es noch viel schlimmer sein könnte als bislang bekannt. Denn im Golf von Oman, einem Teil des Arabischen Meeres, haben Forscher eine riesige „Todeszone“ entdeckt, in der wegen Sauerstoffmangels kein Leben gedeiht. Das ist das Ergebnis einer Studie, die vergangene Woche im Fachblatt „Geophysical Research Letters“veröffentlicht wurde. Die alarmierende Lage sei nicht bekannt gewesen, da Piraterie und militärische Konflikte in der Region die wissenschaftliche Erforschung des Meeresgebiets bislang verhindert hatten, berichten die Studienautoren.

Die Forscher der Universität East Anglia und der Sultan-Kabus-Universität in Oman hatten den Golf von Oman nun einige Monate lang mit Unterwasser-Robotern, die bis zu 1.000 Meter tief tauchen können, untersucht. Der Sauerstoffgehalt ist in den sogenannten Todeszonen im Meer derart niedrig, dass Flora und Fauna dort nicht mehr überleben können. Das Gebiet hat laut Angaben der Wissenschaftler ungefähr die Größe von Schottland  und sei damit die weltweit größte bislang entdeckte Todeszone im Meer.

Solche Zonen kommen zwar in einigen Meeresregionen in einer Tiefe zwischen 200 und 800 Metern auch natürlich vor – doch der Klimawandel mit Folge von Wassererwärmung trägt zur Ausdehnung dieser lebensfeindlichen Zonen bei, denn der Sauerstoffgehalt sinkt dadurch. Durch massive Umweltverschmutzung vor allem mit Phosphaten und Abwässern wird dem Meer zusätzlich Sauerstoff entzogen. Die Studienautoren warnen, dass in bisherigen Klimamodellen der Sauerstoffgehalt im Meer zu hoch eingeschätzt werde, der Verlust von Stickstoff hingegen womöglich unterschätzt. na


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