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Binnenschifffahrt und KlimaschutzErstes Bundes-Arbeitsschiff mit E-Antrieb startklar

Arbeitsschiff im Wasser, Menschen an Stehtischen auf dem Steg
Startklar: Der E-Spatz wurde als „Binnenschiff des Jahres“ ausgezeichnet. (Bildquelle: © Tesvolt AG - Maritime Solutions)

Das Arbeitsschiff der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurde mit reinem E-Antrieb ausgestattet. In den kommenden Jahren sollen 100 weitere Arbeitsschiffe der Flotte mit den emissionsfreien Antrieben bestückt werden.

07.03.2024 – Der Spatz ist das bewährte Arbeitsschiff der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). Als erstes Arbeitsschiff wurde es nun mit einem reinen E-Antrieb ausgestattet und macht seine gewohnte Arbeit weiterhin als sauberer E-Spatz – dieser wurde nun als „Binnenschiff des Jahres“ ausgezeichnet.

Für saubere Gewässer und Klimaschutz

„Die Elektrifizierung der Schifffahrt ist alternativlos auf dem Weg zu sauberen Gewässern und zur Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen“, sagt Michael Miebach, Business Development Manager Maritime Solutions bei Tesvolt. Das Potenzial der Schifffahrt, zur Erreichung der Klimaziele beizutragen, werde bislang unterschätzt, meint er. Tatsächlich gäbe es gerade in der Binnenschifffahrt sehr viele Einsatzmöglichkeiten für elektrische Antriebe.

Um den elektrischen Schiffsantrieb genau auf die Bedürfnisse des E-Spatz zuzuschneiden, hat Tesvolt mit Kadlec & Brödlin, einer der ältesten Schifffahrtsintegratoren und mit Jastram, Anbieter für Hochqualitäts-Ruderpropeller, zusammengearbeitet. Alle Komponenten für den Antrieb wären optimal aufeinander abgestimmt. Die Schiffswerft Bolle aus Sachsen-Anhalt hat die Elektrifizierung des Spatz umgesetzt.

Eine Ladung reicht für drei Tage

Das Arbeitsschiff mit dem innovativen Antrieb sorgt auf den Flüssen und Kanälen des westdeutschen Kanalnetzes für Verkehrssicherheit. Bau- und Unterhaltungsarbeiten an den Wasserwegen gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie z.B. Peilarbeiten.

Anders als der dieselbetriebene Vorgänger werde der E-Spatz ausschließlich mit zwei Elektromotoren á 80 kW (109 PS) angetrieben, berichten die Akteure. Die Batterien haben eine Kapazität von 980 kWh. In 14 Racks befinden sich jeweils sieben wassergekühlte Batteriemodule mit einer Kapazität von jeweils 10 kWh. Jedes einzelne der 98 Module werde dabei ständig durch das Batteriemanagementsystem überwacht. So herrsche stets Klarheit über Temperatur oder Lade- und Gesundheitszustand der eingebauten Zellen, erläutern die Ingenieure.

Geladen werden die Batterien nachts, über eine im Heck des E-Spatz platzierte Anschlussstelle für Landstromkabel mit einer Leistung von maximal 125 A. Abhängig von der Art der Arbeit könne der E-Spatz bis zu drei Tage mit einer Batterieladung betrieben werden.

Startschuss für die E-Flotte

Mit über 600 Schiffen ist die WSV laut eigenen Aussagen der größte Binnenreeder in Deutschland. Allein vom Typ Spatz unterhält die WSV aktuell rund 130 Schiffe, die künftig mit emissionsfreien Antrieben ausgestattet werden sollen. Der erste E-Spatz sei der Startschuss für eine zukunftsweisende Generation umweltfreundlicher Schiffe, verspricht die WSV.

Höchste Speicherleistung auf kleinem Raum

„Ein echter Vorteil für unsere Kunden aus der Schifffahrt ist, dass unsere Stromspeicher dank ihrer hohen Energiedichte von 6,5 kg pro kWh deutlich weniger Gewicht als herkömmliche Stromspeicher haben. Das ist für Schiffe besonders wichtig, denn so kann ein Batteriespeicher mit einer höheren Kapazität eingebaut werden. Damit haben Schiffe eine entsprechend größere Reichweite, sie können also weitere Strecken elektrisch zurücklegen“, erläutert Kilian Hoffmann, Business Development Manager Maritime Solutions bei Tesvolt. Die DNV-zertifizierten Batteriespeichersysteme von Tesvolt zählten dank ihres integrierten Feuerunterdrückungssystems zudem zu den sichersten auf dem Markt, sagt Hoffmann. na

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