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Bundesregierung unterstützt marokkanisches Solarkraftwerk

Parabolrinnenkraftwerk in Kalifornien, USA. (Bild: Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_Plant_kl.jpg, Author: US Government Bureau of Landmanagement)
Parabolrinnenkraftwerk in Kalifornien, USA. (Bild: Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_Plant_kl.jpg, Author: US Government Bureau of Landmanagement)

In Marokko entsteht das weltweit größte solarthermische Kraftwerk. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit einem hohen Millionen-Kredit. „Concentrated Solar Power Kraftwerke“ können mithilfe von Speichern rund um die Uhr Strom liefern.

23.12.2014 – Die Bundesregierung unterstützt ein riesiges Solarkraftwerk in der marokkanischen Wüstenregion Ouarzazate mit hohen Summen:  Ein 654 Millionen Euro-Kredit soll den Bau der Mega-Anlage unterstützen. Wie das Bundesumweltministerium mitteilte, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Darlehensverträge für den Bau bereits unterzeichnet.

Die gleichnamige Hauptstadt der Provinz Ouarzazate ist bislang als Drehort für zahlreiche Hollywood-Verfilmungen bekannt, nun soll in ihrer Nähe die weltgrößte solarthermische Energieerzeugungsanlage gebaut werden, bestehend aus einem Solarturmkraftwerk und einem  Parabolrinnenkraftwerk. Beide Kraftwerke zusammen sollen über eine elektrische Leistung von 350 Megawatt verfügen. Dies entspricht der Leistung eines mittelgroßen konventionellen Kraftwerkblocks. Ein erstes Solarkraftwerk wird bereits am Standort Ouarzazate errichtet, ebenfalls mit Unterstützung der Bundesregierung: Sie hatte hierfür insgesamt 115 Millionen Euro bereitgestellt. Der gesamte Kraftwerkskomplex soll nach Fertigstellung eine installierte Kapazität von 570 Megawatt erreichen.

Deutschland ist nach Angaben der Bundesregierung ein wichtiger Partner Marokkos bei der Umsetzung des Vorhabens, an dem auch zahlreiche Banken und Institutionen, unter anderem die Weltbank, die afrikanische Entwicklungsbank und die Europäische Kommission beteiligt sind. Darlehensnehmer ist die marokkanische Solaragentur MASEN, die den Kraftwerksbau in einer Public-Private-Partnerschaft umsetzen will. Die deutschen Gelder werden aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums bereitgestellt, die seit 2008 Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern fördert. Ebenfalls finanziell beteiligt ist die Initiative für Klima und Umweltschutz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Einmal fertiggestellt, soll das Wüstenkraftwerk jährlich rund 800.000 Tonnen CO2 einsparen. Im Jahr 2009 entschied Marokko, bis 2020 42 Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität im Land durch Erneuerbare Energien zu stellen. Zu diesem Zweck sollen bis 2020 je zwei Gigawatt Solar-, Wind- und Wasserkraft errichtet werden. Ouarzazate kann zu einem Referenzprojekt für weitere große Solarkraftwerke in der Region, aber auch in anderen sonnenreichen Gebieten der Welt werden, glauben Experten.

Angedacht sind neue Technologien, die zum Teil erstmals in dieser Größenordnung zum Einsatz kommen. Ziel des Projektes ist es auch, die „Concentrated Solar Power“-Technologie weiterzuentwickeln und so die damit verbundene Kostendegression der Technologie zu bewirken. Da diese Kraftwerke, anders als Photovoltaikanlagen, aufgrund  effizienter integrierter Speicher problemlos rund um die Uhr Strom liefern können, könnten sie nach Meinung vieler Techniker beim Umbau der weltweiten Energiesysteme eine zentrale Rolle spielen. rr

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