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Indiens große Chance für die Energiewende

Solarpanels einer Speicherstation in Indien. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/hiyori13/31689571" target="_blank">hiroo yamagata / flickr.com</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">CC BY-SA 2.0</a>)
Solarpanels einer Speicherstation in Indien. (Foto: hiroo yamagata / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

In den nächsten zehn Jahren werden in Indien keine Investitionen in neue Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerke notwendig sein, zeigt eine Studie. Für die Etablierung der Erneuerbaren Energien eröffnet sich dadurch ein ausreichend langes Zeitfenster.

27.02.2017 – Für den weltweit drittgrößten CO2-Emittenten ist das die große Chance, sich von der umweltschädlichen Kohleverstromung allmählich zu lösen. Die zurzeit in Indien installierte sowie in den nächsten Jahren geplante Kraftwerkskapazität reiche aus, die prognostizierte Stromnachfrage bis zum Jahr 2026 zu decken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Energy and Resources Institute (TERI), einer in Neu-Delhi ansässigen Forschungseinrichtung. Laut der Untersuchung seien deshalb keine weiteren Investitionen in neue fossile Kraftwerke mehr nötig.

Ab den Jahren 2023 bis 2024 können dagegen ausschließlich Investitionen in Erneuerbare-Energie-Anlagen vorgenommen werden. Die Wissenschaftler begründen das mit der prognostizierten Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren. Dann werden nicht nur die Kosten neuer Wind- und Solaranlagen geringer sein, sondern auch das Stromnetz zusammen mit einer besseren Speichertechnologie deutlich mehr regenerativ erzeugten Strom aufnehmen können.

„Stromhauptstadt der ganzen Welt“

Indiens Minister für Energie, Kohle und Erneuerbare Energien Shri Piyush Goyal nannte es ein Hauptziel der Regierung, dass Elektrizität in Indien überall verfügbar sein soll. Seiner Meinung nach wird Indien die „Stromhauptstadt“ der Welt werden und müsse deshalb nicht nur der entsprechenden Nachfrage gerecht werden, sondern gemäß des Pariser Abkommens auch seine Treibhausgasemissionen senken. Die Regierung verfolge daher mehrere Initiativen, die Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie gegenüber der Kohle zu steigern.

In einer früheren Studie kam das TERI zu der Einschätzung, dass bereits 2050 die Stromversorgung in Indien zu fast 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestehen könnte. Bis 2035 wird die Nachfrage nach Kohle allerdings um 105 Prozent steigen, so der BP Energy Outlook. Die Erneuerbaren Energien legen jedoch in der gleichen Zeit um fast 700 Prozent zu. So wird Indiens Kohleanteil am Energiemix im Jahr 2035 von derzeit 58 Prozent trotzdem auf 52 Prozent fallen, schätzen die Experten. jk

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