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Kalifornien: Erneuerbare lösen letztes Atomkraftwerk ab

Spätestens 2025 sollen die beiden Reaktoren des AKW Diablo Canyon vom Netz gehen. (Foto: marya, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Diablo_canyon_nuclear_power_plant.jpg)
Spätestens 2025 sollen die beiden Reaktoren des AKW Diablo Canyon vom Netz gehen. (Foto: marya, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Diablo_canyon_nuclear_power_plant.jpg)

Kaliforniens letztes Atomkraftwerk soll spätestens 2025 vom Netz gehen, kündigte der Energieversorger Pacific Gas and Electric vergangene Woche an. Die beiden Reaktoren werden durch kostengünstige Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ersetzt.

27.06.2016 – In Übereinstimmung mit der Energiepolitik Kaliforniens und gemeinsam mit Umweltgruppen wie Friends of the Earth und Gewerkschaften verkündete der Stromkonzern Pacific Gas and Electric (PG&E) am vergangenen Dienstag einen Plan zum Ausstieg aus der Atomenergie. Das Atomkraftwerk Diablo Canyon zwischen San Francisco und Los Angeles soll spätestens 2025 abgeschaltet werden. Die beiden Reaktoren, die mit einer Gesamtleistung von gut 2,2 Gigawatt etwa 1,7 Millionen Haushalte versorgen, sollen durch eine Erhöhung der Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und neuen Speichern ersetzt werden.

PG&E ist einer der zwei großen Energieversorger Kaliforniens und setzt, getrieben von der Energiepolitik des Staates, zunehmend im großen Stil auf Erneuerbare Energien. Bis 2031 will der Konzern 55 Prozent seines Stroms aus sauberen Energien gewinnen – ohne Atomenergie, die in den USA als klimafreundlich gilt. Die kalifornische Regierung hat die Energieversorgern des Bundesstaats dazu verpflichtet, ehrgeizige Energieeffizienz- und Erneuerbare-Ziele einzuhalten, unter anderem mindestens 50 Prozent Erneuerbare bis 2030.

AKW liegt direkt im Erdbebengebiet

Umweltgruppen in Kalifornien feiern das Ende der Atomkraft in der sechstgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. „Dies ist eine historisches Entscheidung“, kommentierte Erich Pica, Präsident von Friends of the Earth. Das Abkommen sichere nicht nur das Ende der Atomenergie im Westküstenstaat, sondern ersetze diese durch grüne und sichere Energie. Die Einigung mache „Kalifornien zu einem weltweiten Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel“, so Pica. Die Umweltschützer freut besonders, dass ihre Analyse „Plan B“ die Basis des Abkommens und der Ablösung der Atomenergie durch Erneuerbare Energien in Kalifornien bildet.

Für einige Umweltschützer und Atomkraftgegner kommt die Schließung 2025 allerdings nicht früh genug. Denn die beiden Reaktoren im San Luis Obispo County liegen direkt am Pazifik und zudem auf mehreren Verwerfungslinien, also tektonischen Bruchstellen. Experten des südkalifornischen Erdbebenzentrums rechnen zu 99,7 Prozent damit, dass es in den nächsten 22 Jahren ein starkes Erdbeben mindestens mit der Stärke 6,7 geben wird. Der berüchtigte San-Andreas-Graben liegt nur 100 Kilometer östlich des Atomkraftwerks Diablo Canyon. cw

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