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UN-Artenschutzgipfel: Trendwende dringend erforderlich

Viele Pflanzen unserer heimischen Flora sind auf die Bestäubung der Blüten durch Bienen angewiesen. Diese und andere Ökosystemleistungen gelten auf der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz als zentrales Thema. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/p
Viele Pflanzen unserer heimischen Flora sind auf die Bestäubung der Blüten durch Bienen angewiesen. Diese und andere Ökosystemleistungen gelten auf der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz als zentrales Thema. (Foto: Lukas Hofstetter / flickr.com, CC BY 2.0)

Im mexikanischen Cancún findet vom 2. bis zum 17. Dezember die UN-Biodiversitätskonferenz statt. Aufgrund des dramatischen Artenschwundes fordern Umweltschützer den Erhalt biologischer Vielfalt durch die Eindämmung von Pestiziden und Gentechnik.

07.12.2016 – Gemäß der 1993 in Kraft getretenen Biodiversitäts-Konvention (CBD) soll bis 2020 das voranschreitende Artensterben sowie der ungebremste Verlust an Ökosystemen aufgehalten werden. Doch langsam läuft zur Erreichung dieses im Jahr 2010 festgelegten Ziels die Zeit ab. In Cancún, Mexiko begann daher am vergangenen Freitag die 13. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die Biologische Vielfalt. Innerhalb einer „Cancún-Erklärung“ soll der Artenschutz stärker im nationalen Handeln der Regierungen verankert und mit dem menschlichen Wohlergehen verknüpft werden.

Zusammen mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gestaltet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in diesem Kontext auch Diskussionsveranstaltungen zum Thema Ökosystemleistungen – einer Problematik, die sich durch die gesamte Vertragsstaatenkonferenz ziehen soll. Welche riesigen Vorteile der Mensch aus den Ökosystemen zieht, beispielsweise wenn Insekten Obstblüten bestäuben oder der Niederschlag auf natürliche Weise filtriert wird, sei immer noch vielen Menschen nicht bekannt.

Agrarindustrie mitverantwortlich am Artenschwund

Aus Sicht der DUH trägt die Agrarindustrie, deren Massentierhaltung jedes Jahr Millionen Tonnen an reaktiven Stickstoffverbindungen produziert, eine große Mitverantwortung am Rückgang der Artenvielfalt. „Die hohen Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft in Deutschland sind die Hauptursache für den schlechten Zustand vieler Flüsse, Seen, Küstengewässer und unseres Grundwassers“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Dadurch komme es zu gravierenden Verlusten an der biologischen Vielfalt sowie auch zu schweren gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden. „Wir fordern auch von der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission die Abschaffung aller biodiversitätsschädlichen Subventionen bis 2020, so wie es der strategische Plan vorgibt“, so Müller-Kraenner weiter.

Mainstreaming biodiversity for well-being

„Mainstreaming biodiversity for well-being“ lautet das Motto des diesjährigen Artenschutzgipfels. Es bringt zum Ausdruck, dass das menschliche Wohlergehen von der Biologischen Vielfalt abhängt und in relevante Politik- und Wirtschaftsbereiche integriert werden muss. Dabei ist aber gerade dies aus der Sicht des NABU besonders umstritten – denn im Agrar-, Forst- und Fischereibereich gibt es handfeste wirtschaftliche Interessen, die dem Naturschutz entgegenstehen.

„Biologische Vielfalt betrifft uns alle“, sagt daher DUH-Abteilungsleiter Naturschutz Ulrich Stöcker, „denn das Wohl der Menschen ist abhängig vom Wohl einer gesunden Natur.“ Bis 2020 soll deshalb auch der Wert der biologischen Vielfalt in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit einbezogen werden.

Ein weiteres Kernziel für den Erhalt der Biodiversität besagt, dass der biologischen Vielfalt abträgliche Anreize einschließlich Subventionen beseitigt, schrittweise abgebaut oder umgestaltet werden sollen. Die negativen Auswirkungen können dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Eine Übersicht des strategischen Plans 2011 – 2020 für den Erhalt der Biodiversität gibt das Bundesamt für Naturschutz. jk

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